Mieten-Wertsicherungsgesetz: Neuer Streit um Lagezuschläge
13.02.2026 - 06:49:11Österreichs neue Mietregeln treten in Kraft und entfachen eine hitzige Debatte. Im Zentrum steht der umstrittene Lagezuschlag, der Mieter in beliebten Lagen teuer zu stehen kommen kann. Während Mieterverbände die Reformen als überfälligen Schutz feiern, warnt die Immobilienwirtschaft vor einem abgewürgten Wohnungsmarkt.
Was der Lagezuschlag wirklich bedeutet
Der Zuschlag kann bei Richtwertmieten verrechnet werden, wenn eine Wohnung eine „überdurchschnittlich gute Lage“ hat. Doch was macht diese Lage aus? Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat klargestellt, dass nicht nur die Grundstückspreise zählen. Auch die Anbindung an Öffis, Nahversorgung und Schulen fließen ein.
Allein die Lage in einem Wiener Gründerzeitviertel gilt noch nicht als besser. In der Praxis führen die unklaren Kriterien aber oft zu überhöhten Forderungen. In manchen Innenstadtbezirken treibt der Zuschlag die Mieten deutlich in die Höhe.
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So will das Gesetz Mieter entlasten
Seit Anfang 2026 gilt das umfassende Mieten-Wertsicherungsgesetz (MieWeG). Es greift erstmals auch in den bisher freien Mietmarkt ein. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
- Gedeckelte Indexierung: Mieterhöhungen sind nur noch einmal jährlich zum 1. April erlaubt. Steigt die Inflation über 3 Prozent, dürfen Vermieter nur die Hälfte des darüberliegenden Anteils weitergeben.
- Obergrenzen für Altbauten: Für Richtwert- und Kategoriemieten gelten für 2026 (max. 1 %) und 2027 (max. 2 %) gesonderte Deckel.
- Mehr Sicherheit: Bei gewerblicher Vermietung wurde die Mindestdauer befristeter Verträge von drei auf fünf Jahre verlängert.
Die Regierung rechnet allein für 2026 mit Entlastungen von rund 207 Millionen Euro für Mieter.
Ein gespaltener Markt und seine Kritiker
Für Experten markiert das Gesetz einen Paradigmenwechsel. Der Staat greift nun massiv in den freien Markt ein. Organisationen wie die Arbeiterkammer (AK) und die Mietervereinigung (MVÖ) begrüßen die Schritte, fordern aber mehr.
Ihre zentralen Forderungen:
* Ein einheitliches Mietrecht für alle Wohnungen
* Die vollständige Abschaffung des Lagezuschlags
* Schärfere Strafen für überhöhte Mietforderungen
Die AK kritisiert, dass Zuschläge für befristete Verträge oft falsch berechnet werden – ein Millionengrab für Mieter.
Auf der anderen Seite schlägt die Alarmglocke. Die Wirtschaftskammer (WKÖ) und Immobilienverbände hatten vor Rechtsunsicherheit gewarnt. Ihre Sorge: Strenge Regeln bremsen Investitionen in Neubau und Sanierung. Sie halten Wertsicherungsklauseln für notwendig, um Bestand zu erhalten und planen zu können.
Kritiker der Mietpreisbremse befürchten sogar einen Teufelskreis: Weniger Angebot könnte das Wohnen langfristig noch teurer machen. Die Debatte über das richtige Gleichgewicht zwischen Schutz und Anreiz ist also längst nicht zu Ende.
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