Mieten, Inflation

Mieten steigen doppelt so schnell wie die Inflation

21.01.2026 - 04:39:12

Die Wohnkosten in Deutschland entkoppeln sich von der allgemeinen Teuerung. Neue Daten zeigen: Angebotsmieten legten zuletzt mehr als doppelt so stark zu wie die Verbraucherpreise. Auch in Österreich spitzt sich die Lage zu.

Eine Auswertung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) belegt den dramatischen Trend. Im vierten Quartal 2025 stiegen die Angebotsmieten in Deutschland im Jahresvergleich um 4,5 Prozent. Die allgemeine Inflation lag damit nur halb so hoch. Die Schere zwischen Wohnen und Lebenshaltungskosten klafft immer weiter auseinander.

Besonders hart trifft es Mieterhaushalte mit geringem Einkommen, Studierende und Auszubildende. Während sich die Inflation langsam stabilisiert, galoppieren die Mieten davon.

Im Kern treibt ein altbekanntes Problem die Preise: Es gibt zu wenige Wohnungen. Das politische Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wird in Deutschland klar verfehlt. Die reale Bautätigkeit liegt deutlich darunter.

Diese Knappheit wird durch weitere Faktoren verschärft:
* Die Zahl der Mietinserate ist seit 2015 stark zurückgegangen. Das deutet darauf hin, dass Mieter seltener umziehen und viele Wohnungen unter der Hand vergeben werden.
* Der Anteil befristeter und möblierter Angebote hat ein Rekordniveau erreicht. Bundesweit war 2025 mehr als jedes sechste Inserat in dieser Kategorie. In den acht größten Städten ist es fast jedes vierte. Diese Verträge sind oft teurer und umgehen mietrechtliche Schutzvorschriften.

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Metropolen im Preisfieber

In den deutschen Großstädten ist die Lage besonders angespannt. München, Köln, Hamburg und Frankfurt bleiben die Hotspots der Mietspirale.
* In Köln legten die Angebotsmieten im vierten Quartal zum Vorquartal um 3,4 Prozent zu.
* In München betrug der Anstieg 1,9 Prozent. Die bayerische Landeshauptstadt bleibt mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von über 23 Euro pro Quadratmeter der teuerste Standort.

Auch in Österreich gibt es keine Entwarnung, vor allem nicht in Wien. Die Zahl der neu gebauten Wohnungen sank dort 2025 auf den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren. Experten prognostizieren für die Hauptstadt 2026 einen weiteren Mietanstieg von bis zu 8,5 Prozent – ebenfalls weit über der erwarteten Inflation. Ein Treiber ist hier die in vielen Verträgen verankerte automatische Inflationsanpassung.

Soziale Sprengkraft und politische Antworten

Die explodierenden Wohnkosten haben massive soziale Folgen. Die Wohnkostenbelastung erreicht für viele Haushalte kritische Werte. In deutschen Großstädten geben Mieter teils bis zu 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Warmmiete aus. Bei Geringverdienern ist der Anteil oft noch höher. Die soziale Ungleichheit vertieft sich.

Die Politik sucht nach Antworten, doch die Maßnahmen sind umstritten:
* In Österreich wurde eine Mietpreisbremse für bestimmte Marktsegmente beschlossen. Kritiker monieren, dass sie gerade im freifinanzierten Segment, wo die Preise am stärksten steigen, oft nicht greift.
* In Deutschland wird lauter über eine Verschärfung der Mietpreisbremse oder einen Mietendeckel diskutiert. Fachleute warnen jedoch: Ohne einen massiven Wohnungsneubau könnten solche Eingriffe die Investitionsbereitschaft weiter drosseln und das Angebotsproblem langfristig verschlimmern.

Für 2026 erwarten Experten keine Entspannung. Die fundamentale Angebotslücke bleibt. Die Nachfrage ist hoch, der Neubau zieht nur langsam an. Für Mieter dürfte die Belastungsgrenze bald erreicht sein. Die Mietpreisschere wird so zur zentralen sozialen Frage.

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