Microsoft, Teams

Microsoft Teams: Standort-Tracking erneut verschoben

23.01.2026 - 18:34:12

Die als 'Smart Work Location' geplante Funktion zur Hybridarbeits-Koordination stößt auf Datenschutzbedenken. Microsoft verschiebt den Start nach internen Diskussionen erneut.

Microsoft verschiebt die umstrittene Standort-Erkennung in Teams erneut – diesmal auf Mitte März 2026. Die als „Smart Work Location“ angekündigte Funktion soll Hybridarbeit vereinfachen, stößt aber auf massive Datenschutz-Bedenken.

Die Funktion erkennt automatisch, wenn Mitarbeiter sich im Büro befinden. Dazu nutzt sie die Verbindung zum Firmen-WLAN oder angeschlossene Peripheriegeräte. Teams aktualisiert dann den Status in Outlook und Teams. Microsoft positioniert das Tool als Hilfsmittel für die persönliche Zusammenarbeit.

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Wie die Standorterkennung funktionieren soll

Das System arbeitet während der im Outlook-Kalender hinterlegten Arbeitszeiten. Nach Dienstschluss werden die Standortdaten automatisch gelöscht. Verfügbar sein soll die Funktion zunächst für die Desktop-Versionen von Teams unter Windows und Mac.

„Die Idee ist, die Koordination im Hybridmodell zu erleichtern“, erklärt ein Microsoft-Sprecher. Kollegen sollen auf einen Blick sehen können, wer tatsächlich vor Ort ist. Doch genau diese Transparenz bereitet vielen Mitarbeitern Unbehagen.

Mehrfache Verschiebung nach Protesten

Ursprünglich für Dezember 2025 geplant, wurde der Start bereits mehrfach verschoben: erst auf Januar, dann auf Februar und nun auf März 2026. Diese Verzögerungen deuten auf anhaltende interne Diskussionen hin. Microsoft gibt keinen konkreten Grund für die neueste Verschiebung an.

Kritiker befürchten, dass das Tool trotz anderslautender Beteuerungen zur Überwachung der Anwesenheit genutzt werden könnte. Besonders heikel: Viele Unternehmen drängen aktuell auf mehr Präsenz im Büro. „Die Daten könnten plötzlich in Leistungsbewertungen oder sogar Disziplinarmaßnahmen einfließen“, warnt eine Datenschutzexpertin.

Opt-in mit Fragezeichen

Microsoft betont, dass die Standorterkennung standardmäßig deaktiviert bleibt. Zuerst muss ein Administrator die Funktion freischalten. Anschließend muss jeder Mitarbeiter aktiv zustimmen. Theoretisch also eine doppelte Absicherung.

Doch die Praxis könnte anders aussehen. „Was nützt ein Opt-in, wenn die Geschäftsführung die Nutzung zur Bedingung macht?“, fragt ein Arbeitsrechtler. In diesem Machtgefälle bleibe den Beschäftigten oft wenig Wahl. Diese Grundsatzfrage steht im Raum, während Unternehmen ihre Hybridrichtlinien verschärfen.

Deutsche Unternehmen in der Zwickmühle

Für deutsche Firmen kommt die Diskussion zur Unzeit. Viele DAX-Konzerne ringen selbst um die richtige Balance zwischen Homeoffice und Präsenz. Ein automatisches Tracking würde hier zusätzlichen Zündstoff bieten.

Der deutsche Gesetzgeber hat strenge Vorgaben zur Mitarbeiterüberwachung. Betriebsräte müssten der Einführung solcher Systeme zustimmen. „Ohne klare Zweckbindung und Datenschutzkonzepte wird das hier nicht durchgehen“, erklärt ein auf Arbeitsrecht spezialiserter Anwalt.

Die Verzögerung gibt Unternehmen nun mehr Zeit, sich mit den Implikationen auseinanderzusetzen. Entscheidend wird sein, ob das Tool tatsächlich als reines Koordinationswerkzeug oder doch als Überwachungsinstrument genutzt wird. Die Akzeptanz hängt weniger von der Technik ab als vom Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten.

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