Microsoft Teams: Neues Gratis-Tool soll Slack-Kunden locken
01.02.2026 - 23:52:12Microsoft stellt Unternehmen einen kostenlosen, direkten Weg bereit, um ihre gesamte Slack-Umgebung zu Microsoft Teams zu migrieren. Das neue, native Tool im Admin-Center soll den Wechsel für IT-Abteilungen erheblich vereinfachen und ist ein klarer Schachzug im Kampf um die Vorherrschaft im Kollaborationsmarkt.
Die weltweite Verfügbarkeit des Slack-zu-Teams-Migrationstools hat begonnen. Nach einer Testphase wird es bis Anfang März 2026 für alle kommerziellen Kunden bereitstehen. Administratoren finden die Funktion standardmäßig aktiviert unter „Migration und Importe“ im Microsoft 365 Admin Center. Damit entfällt die bisherige Notwendigkeit teurer und komplexer Drittanbieter-Lösungen – ein großer Schritt, um den Wechsel für im Microsoft-Ökosystem verwurzelte Unternehmen attraktiver zu machen.
So funktioniert der strukturierte Wechsel
Das Tool bietet einen klaren, administratorgeführten Prozess. Zuerst exportiert die IT die gewünschten Slack-Daten in eine ZIP-Datei und lädt sie in einen eigenen Azure Blob Storage-Container hoch. Über eine sichere Zugangs-URL startet der Administrator die Migration dann direkt aus seinem Dashboard.
Ein zentraler Punkt ist das Mapping von Benutzern und Kanälen. Bei übereinstimmenden E-Mail-Adressen werden Slack-Nutzer automatisch ihren Microsoft 365-Konten zugeordnet. Für komplexere Fälle kann ein CSV-File hochgeladen werden. Slack-Kanäle lassen sich entweder neuen oder bestehenden Teams-Kanälen zuweisen. Das Tool kann bis zu 20 Kanäle parallel verarbeiten, um den Transfer zu beschleunigen.
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Diese Inhalte werden übertragen
Microsoft setzt auf umfassenden Transfer, um den wertvollen Konversationsverlauf zu erhalten. Migriert werden:
* Öffentliche und private Slack-Kanäle inklusive aller Nachrichten, Threads und Standard-Emoji-Reaktionen.
* Dateianhänge aus den Kanälen, damit Dokumente im Kontext der Diskussion bleiben.
* Slack-„Canvas“- und „List“-Inhalte, die in HTML- bzw. JSON-Dateianhänge in Teams konvertiert werden.
* Kanalmitgliedschaften inklusive der Rollen (Besitzer/Mitglied), um bestehende Teamstrukturen zu bewahren.
Strategischer Schachzug mit aktuellen Lücken
Die Einführung des kostenlosen Tools ist ein offensiver Zug, um Slacks Millionen-Nutzerbasis anzulocken. Indem Microsoft die finanziellen und technischen Hürden senkt, erhöht es den Druck auf den Konkurrenten, seine Kunden zu halten.
Die erste Version hat jedoch bedeutende Einschränkungen. Die größte Lücke: Direktnachrichten (DMs) und Gruppenchats können nicht migriert werden. Da in vielen Unternehmen entscheidende Kommunikation in diesen privaten Chats stattfindet, bedeutet dies entweder den Verlust historischer Daten oder den Aufwand zusätzlicher Archivierungslösungen. Zudem werden derzeit keine benutzerdefinierten Integrationen oder Workflows übertragen.
Was kommt als Nächstes?
Microsoft hat signalisiert, die Fähigkeiten des Tools auszubauen. Branchenbeobachter erwarten, dass die Migration von Direktnachrichten in künftigen Updates oberste Priorität hat. Auch die Unterstützung für App-Integrationen wäre ein logischer nächster Schritt.
Für IT-Administratoren bedeutet dies heute: Sie müssen für DMs und individuelle Workflows separate Archivierungs- und Wiederaufbau-Strategien entwickeln. Trotz der Startschwierigkeiten markiert das offizielle Tool einen Wendepunkt. Es zeigt Microsofts entschlossenes Ziel, Teams als zentrale Drehscheibe für Unternehmenskollaboration zu etablieren – und bietet dafür jetzt eine klar unterstützte und kostengünstige Einstiegsrampe.
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