Microsoft Outlook: Windows-Update legt E-Mail-Client lahm
21.01.2026 - 02:12:12Ein aktuelles Sicherheitsupdate für Windows 11 sorgt für massive Probleme bei Nutzern des klassischen Microsoft Outlook. Die Folge: Anwendungsabstürze und Prozesse, die sich nicht mehr beenden lassen.
Update KB5074109, das am 13. Januar 2026 als Teil der monatlichen Sicherheitsupdates ausgeliefert wurde, führt bei vielen Anwendern zu einem scheinbar endlos laufenden OUTLOOK.EXE-Prozess. Obwohl das Programmfenster geschlossen wird, bleibt der Prozess im Hintergrund aktiv. Das verhindert einen Neustart des Clients und zwingt Nutzer zu drastischen Maßnahmen: Sie müssen den Prozess über den Task-Manager manuell beenden oder den gesamten Rechner neu starten, um wieder auf ihre E-Mails zugreifen zu können. Zusätzlich berichten Anwender von verschwindenden gesendeten Mails und komplett einfrierenden Programmfenstern.
Das Update sollte eigentlich Standard-Sicherheitspatches und Qualitätsverbesserungen für Windows 11 liefern. Stattdessen löste es eine Regression aus, die speziell die Sitzungsverwaltung von Outlook beeinträchtigt. Besonders betroffen sind Nutzer der klassischen Desktop-Version, die ihre E-Mail-Konten über das POP-Protokoll (Post Office Protocol) mit lokal gespeicherten PST-Dateien verwalten. Bei ihnen wird der Prozess nach dem Schließen nicht korrekt beendet. Das Betriebssystem geht fälschlicherweise davon aus, Outlook laufe noch, was einen Neustart blockiert.
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Das Problem beschränkt sich nicht nur auf Outlook. Mit KB5074109 wurden auch Fehler bei Remote-Desktop-Verbindungen, Systemabschaltungen und zufällige Bildschirmabstürze eingeführt. Microsoft hat bereits Notfall-Updates für einige dieser Probleme veröffentlicht, eine spezifische Lösung für den Outlook-Bug stand jedoch bis zum 19. Januar noch aus.
Microsofts Reaktion und Nutzer-Workarounds
Microsoft hat das Problem offiziell als “in Untersuchung befindlich” bestätigt und eine entsprechende Support-Warnung veröffentlicht. Ein permanenter Patch steht noch aus, die Entwicklerteams arbeiten aber an einer Lösung.
Betroffene Nutzer haben derweil mehrere Möglichkeiten, die Funktionalität wiederherzustellen:
- Update deinstallieren: Die sicherste Lösung ist das Entfernen des fehlerhaften Updates über
Einstellungen > Windows Update > Updateverlauf > Updates deinstallieren. - Prozess manuell beenden: Über den Task-Manager (
Strg+Umschalt+Esc) kann derOUTLOOK.EXE-Prozess nach dem Schließen beendet werden, um Outlook neu zu starten. - Auf Web-Version ausweichen: Outlook im Web (OWA) ist von dem Bug nicht betroffen und bietet eine funktionierende Alternative.
- Updates pausieren: Bis ein permanenter Fix verfügbar ist, sollten Nutzer automatische Windows-Updates vorübergehend aussetzen.
Qualitätskontrolle unter Druck
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Problemen ein, bei denen Windows-Updates ungewollt die Stabilität von Anwendungen beeinträchtigen. Er unterstreicht das Dilemma für IT-Administratoren: Einerseits müssen Sicherheitsupdates zeitnah eingespielt werden, andererseits drohen durch sie neue, produktivitätshemmende Bugs.
Für Unternehmen ist dies eine Erinnerung an die Bedeutung eines gestaffelten Update-Managements. Indem Patches zunächst in einer kontrollierten Testumgebung geprüft werden, können derartige Probleme erkannt werden, bevor sie die gesamte Belegschaft betreffen. Nutzer müssen nun auf ein korrigierendes Update von Microsoft warten, das voraussichtlich als außerplanmäßiger Patch oder im nächsten monatlichen Update enthalten sein wird.


