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Microsoft Outlook: KI-Agenten starten mit Datenschutz-Bremse

04.01.2026 - 00:10:12

Microsoft reagiert auf Datenschutzbedenken zu neuen Outlook-KI-Agenten mit strengeren Voreinstellungen und einem neuen Sicherheitskontrollsystem namens Trust Score.

Microsoft rollt autonome KI-Agenten für Outlook aus. Die neuen Assistenten können eigenständig Postfächer verwalten, lösen jedoch sofort Datenschutzbedenken aus. Der Konzern reagiert mit strengeren Voreinstellungen und neuen Sicherheitskontrollen.

Autonome Helfer für das Postfach

Die seit dieser Woche verfügbaren Agenten gehen deutlich über die bisherigen Copilot-Funktionen hinaus. Sie handeln proaktiv und verwalten komplexe Workflows. Ein Nutzer kann beispielsweise einen “Rechnungs-Agenten” einrichten. Dieser durchsucht nicht nur den Posteingang, sondern überwacht auch spezifische Projektordner, extrahiert Finanzdaten und bereitet sie für die Buchhaltung vor – alles im Hintergrund.

Auch die mobile Outlook-App erhält ein Update. Eine neue “Up Next”-Funktion nutzt die KI, um Nutzer automatisch auf anstehende Meetings vorzubereiten. Dazu stellt sie relevante Dokumente und E-Mail-Verläufe kontextsensitiv zusammen.

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Kritik und sofortige Kehrtwende

Die tiefgreifenden Zugriffsrechte der Agenten auf Postfächer und verknüpfte Dateien ließen Datenschützer jedoch Alarm schlagen. Als direkte Reaktion darauf hat Microsoft nachgelegt:

  • Der Zugriff für Drittanbieter-KI-Dienste wurde eingeschränkt.
  • Externe Tools benötigen nun explizitere Genehmigungen für sensible Daten.
  • Diese Maßnahme soll das Risiko sogenannter “Cross Prompt Injection Attacks” (XPIA) minimieren, bei denen bösartige E-Mails die KI manipulieren.

Der “Trust Score” gibt Administratoren Kontrolle

Als zentrales neues Steuerungsinstrument kündigte Microsoft den “Trust Score” (Vertrauenswert) an. Dieses System, das im Februar vollständig implementiert sein soll, verspricht einen Paradigmenwechsel.

Unternehmens-IT-Administratoren können darin einmalig Sicherheitsanforderungen definieren. Ein automatisierter Prozess bewertet dann jeden KI-Agenten – ob von Microsoft oder Drittanbietern – anhand dieses Rahmens. Agenten, die den erforderlichen Trust Score nicht erreichen, werden automatisch blockiert oder in ihren Rechten beschnitten. Experten sehen darin den Wechsel von einer manuellen Freigabe hin zu einer dynamischen, risikobasierten Echtzeit-Überwachung.

Die Balance zwischen Machbarkeit und Akzeptanz

Die Entwicklung markiert einen Wendepunkt für Microsoft. Nach Jahren im Wettlauf um neue KI-Features steht 2026 im Zeichen der “Agentic AI” – also KI, die handelt. Der Vergleich zur umstrittenen “Recall”-Funktion liegt nahe: Technische Machbarkeit allein reicht nicht aus.

Die aktuelle Datenschutz-Offensive ist auch geschäftliche Notwendigkeit. Denn Unternehmen zögern zunehmend, KI vollen Zugriff auf ihre sensibelsten Daten zu gewähren. Microsofts Reaktion zeigt: Ohne Vertrauen wird sich die Technologie im Enterprise-Bereich nicht durchsetzen.

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