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Microsoft OneDrive: KI-Antworten werden jetzt mit Quellen belegt

28.12.2025 - 08:00:12

Microsoft verknüpft KI-Antworten direkt mit den Originaldokumenten in OneDrive. Die neuen “Deep Citations” sollen Vertrauen schaffen, während klassische Funktionen wie der Versionsverlauf an Bedeutung gewinnen.

In einer wichtigen Aktualisierung für Microsoft 365 führt der Tech-Konzern “Deep Citations” für seinen KI-Assistenten Copilot ein. Die Funktion, die ab dem 26. Dezember 2025 verfügbar ist, soll die größte Schwachstelle generativer KI in Unternehmen angehen: mangelnde Nachvollziehbarkeit. Künftig zeigt Copilot bei Antworten, die auf OneDrive- oder SharePoint-Dateien basieren, direkt an, aus welcher Textpassage oder Folie die Information stammt. Ein Klick führt den Nutzer zur exakten Stelle im gespeicherten Dokument.

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Bisher fehlten bei KI-generierten Zusammenfassungen präzise Quellenangaben. Das neue Feature zwingt die KI gewissermaßen, ihre “Hausaufgaben” vorzuzeigen. Für rechtssichere Branchen wie Finanzen oder Compliance ist das ein entscheidender Fortschritt. Aus dem passiven Datei-Archiv OneDrive wird so eine aktivierbare, überprüfbare Wissensdatenbank. Nutzer können die Ausgaben der KI sofort überprüfen – ob eine Zusammenfassung eines Quartalsberichts auch wirklich mit den Zahlen in der versionierten Datei übereinstimmt.

KI-Denken und Dateianalyse werden tiefer

Parallel zur Zitierfunktion erweitert Microsoft die “Think Deeper”-Modelle. Copilot kann nun komplexe Abfragen bearbeiten, die mehrere Dateien in OneDrive einbeziehen. Statt nur Text abzurufen, vergleicht die KI beispielsweise Projektzeitpläne aus einem PDF mit Budgetdaten aus einer Excel-Tabelle, um mögliche Überschreitungen zu identifizieren. Diese plattformübergreifende Analyse erfolgt, ohne dass der Nutzer jedes Dokument manuell öffnen muss. OneDrive entwickelt sich so zur Rechen-Engine für Copilots Schlussfolgerungen.

Versionsverlauf: Das Sicherheitsnetz im KI-Zeitalter

Je autonomer KI-Agenten Dokumente bearbeiten, desto wichtiger wird der klassische Versionsverlauf. Er wandelt sich vom Backup-Tool zum zentralen Arbeitsmittel. Aktuelle Support-Leitfäden von Microsoft betonen: Der Versionsverlauf bleibt die unveränderliche “Quelle der Wahrheit”. Wenn ein KI-Agent halluziniert oder eine Anweisung falsch interpretiert und ein gemeinsames Dokument fehlerhaft ändert, ist der Rollback zur menschlichen Version der einzige Ausweg.

Experten sehen darin eine kluge Doppelstrategie: Die KI liefert den Vorwärtsgang für Produktivität, der Versionsverlauf den notwendigen Rückwärtsgang. Diese Trennung wird mit Funktionen wie “Gemeinsames Verfassen mit Copilot” lebenswichtig, wo die KI simultan wie ein menschlicher Mitautor agiert.

Strategiewechsel: Transkription nur bei Bedarf

Auch bei KI-Transkriptionen vollzieht Microsoft einen Kurswechsel. Statt wie bisher automatisch jedes Meeting-Transkript in OneDrive zu speichern – was Speicherplatz füllt und Datenchaos erzeugt – setzt das Unternehmen nun auf On-Demand-Intelligenz. Nutzer können für Audio- und Videodateien in OneDrive Übersichten und Zusammenfassungen generieren lassen, ohne die Roh-Transkriptdatei dauerhaft zu behalten.

Dieser “sauberere” Ansatz extrahiert mit KI den Mehrwert aus Aufnahmen – etwa Aufgaben, Entscheidungen oder Zusammenfassungen – während die Rohdaten nach Aufbewahrungsrichtlinien archiviert oder gelöscht werden können. Es ist eine Hinwendung zu einer “Just-in-Time”-Philosophie für Informationen.

Ausblick: KI und Speicher verschmelzen 2026

Die Zusammenführung dieser Features signalisiert Microsofts Absicht, die “Copilot-Ära” zu maturen. War 2024 das Jahr der Neugierde auf Generierung, so geht es 2026 klar um Vertrauen und Verifikation. Diese Strategie kontert direkt die “Blackbox”-Kritik, die die Unternehmenseinführung von KI gebremst hat.

Der Blick auf die Roadmap für Anfang 2026 zeigt: Die Integration wird enger. Der “Agent Mode” für Excel und PowerPoint soll im Februar 2026 breiter verfügbar werden, was die Abhängigkeit von OneDrives Versionierung erhöht. “Deep Citations” werden zudem auf PDFs und Meeting-Aufnahmen ausgeweitet. Dann führt ein Klick auf eine Quellenangabe in einer KI-Zusammenfassung direkt zur relevanten Sekunde in einem Video oder zum Paragrafen in einem Vertrag.

Die Definition von Produktivität im Microsoft-Ökosystem entwickelt sich damit von der “Geschwindigkeit der Erstellung” zur “Geschwindigkeit verifizierter Erkenntnis”. Für IT-Administratoren und Endnutzer markieren die letzten Tage des Jahres 2025 eine Vorbereitungsphase auf ein Jahr, in dem Dateispeicher und künstliche Intelligenz untrennbar im gleichen Workflow verschmelzen.

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