Microsoft Lens: Scanner-App wird nach über einem Jahrzehnt eingestellt
10.01.2026 - 23:33:12
Microsoft stellt seinen beliebten Dokumentenscanner Lens ein. Die Funktionen wandern in die KI-gesteuerte Copilot-Umgebung.
Die Ära von Microsoft Lens geht zu Ende. Der Tech-Riese hat die Einstellung der eigenständigen Scanner-App eingeleitet. Ab sofort sind die Funktionen nur noch in den KI-Assistenten Copilot und die Cloud-Plattform Microsoft 365 integriert. Nutzer haben nun knapp zwei Monate Zeit, ihre Workflows umzustellen – ein später Aufschub gegenüber den ursprünglichen Plänen.
Countdown für einen Klassiker läuft
Der offizielle Ausstiegsfahrplan ist gestartet. Ab 9. Februar 2026 wird Lens aus den App-Stores von Apple und Google entfernt. Neue Downloads sind dann nicht mehr möglich. Doch die App auf dem Gerät funktioniert vorerst weiter: Bis zum 9. März 2026 können Nutzer noch Scans erstellen und speichern. Danach werden die zentralen Cloud-Funktionen abgeschaltet. Die App wird für neue Aufgaben unbrauchbar, bereits gespeicherte Dateien bleiben aber zugänglich.
Ursprünglich war das Ende für Dezember 2025 geplant. Die mehrwöchige Verlängerung gibt vor allem Geschäfts- und Bildungskunden mehr Luft, ihre Dokumentenprozesse zum Jahresstart anzupassen. Nach dem März-Termin gibt es keine Sicherheitsupdates oder technische Unterstützung mehr.
Strategiewechsel: Alles für die KI
Die Abschaltung ist kein einfaches Produktende, sondern Teil von Microsofts umfassender „KI-zuerst“-Strategie. Das Unternehmen bündelt gezielt einzelne Produktivitäts-Tools in der Copilot-Ökosphäre. Der Gedanke dahinter: Warum eine separate App zum Scannen nutzen, wenn die KI den Inhalt direkt analysieren, zusammenfassen oder in Excel-Tabellen umwandeln kann?
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„Copilot ist kein bloßer Ersatz, sondern ein Upgrade“, betont Microsoft. Die Integration soll nahtlose KI-Verarbeitung ermöglichen – eine Funktion, die der eigenständige Lens nie bot. Der Schritt folgt einem Branchentrend: Tech-Giganten fusionieren spezielle Apps zu „Super-Apps“, um die Nutzerbindung an ihre Kern-KI-Produkte zu erhöhen. Für Microsoft heißt das: Copilot soll der einzige Startpunkt für mobile Produktivität werden.
Zwei Wege für die Migration
Wohin also für Lens-Nutzer? Microsoft zeigt zwei Hauptwege auf, die unterschiedliche Bedürfnisse bedienen.
Für alle, die erweiterte KI-Verarbeitung wünschen, ist die Microsoft 365 Copilot-App der designierte Nachfolger. Sie enthält integrierte Scan-Funktionen, die sofort Texterkennung und generative KI nutzen.
Wer hingegen nur einen zuverlässigen, schlanken Scanner zur Ablage sucht, wird offiziell auf die OneDrive Mobile-App verwiesen. Deren Scan-Funktion biete viel Kernfunktionalität von Lens, darunter Mehrseitenscans, Whiteboard-Erfassung und direkten Cloud-Upload.
Diese Doppelstrategie begegnet einer früheren Kritik. Als die Einstellung 2025 bekannt wurde, fürchteten Power-User, Copilot sei für einfache Scans „overkill“ oder biete weniger granulare Dateiverwaltung. Die parallele Empfehlung von OneDrive gibt Nutzern die Wahl zwischen traditioneller Dateiverwaltung und einem KI-Konversationsinterface.
Offene Fragen zur Funktionsparität
Trotz der Alternativen bleiben Fragen. Lens war für seine Einfachheit, die Integration des „Immersiven Readers“ und spezielle Barrierefreiheits-Tools geschätzt – etwa das Vorlesen von Text direkt aus dem Scan.
Berichte aus dem August 2025 zeigten, dass die Copilot-App anfangs die direkte OneNote-Anbindung und einige Accessibility-Features von Lens vermissen ließ. Microsoft hat im aktuellen Update nicht jedes übertragene Feature detailliert aufgelistet. Die verlängerte Timeline legt jedoch nahe, dass die zusätzlichen Monate zur Verfeinerung der Scan-Erfahrung in den Flaggschiff-Apps genutzt wurden.
Nutzer sollten jetzt handeln: Die Ordner „Meine Scans“ prüfen und alle lokalen Daten in die Cloud synchronisieren, bevor die März-Frist abläuft. Scans in OneDrive oder OneNote bleiben sicher. Daten, die ausschließlich im lokalen Speicher von Lens liegen, könnten nach einer Deinstallation oder dem Funktionsstopp jedoch verloren gehen.
Ausblick: Das Ende einer Ära
Die Einstellung markiert das Ende einer Ära. Ursprünglich 2014 als Office Lens gestartet, erreichte die App über 90 Millionen Downloads und wurde zum Standardwerkzeug für Schüler und Berufstätige.
Analysten erwarten nun, dass Microsoft im ersten Quartal 2026 aggressiv neue KI-Scan-Features in Copilot ausrollt, um den erzwungenen Umzug zu rechtfertigen. Dazu könnten fortschrittlichere Handschrifterkennung und die Möglichkeit gehören, mit natürlicher Sprache spezifische Details aus einem gescannten Dokument abzufragen – Funktionen, die das neue Erlebnis klar vom Vorgänger abheben würden.
Die Uhr tickt: Lens-Nutzer haben weniger als 30 Tage, die App bei Bedarf noch herunterzuladen, und knapp zwei Monate, um den Wechsel zu Copilot oder OneDrive abzuschließen.
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