Microsoft Lens: Ein beliebter Scanner verschwindet
12.01.2026 - 15:30:13Microsoft schaltet seinen beliebten Scanner-Dienst Lens ab und zwingt Millionen Nutzer zum Wechsel. Die Alternative liegt in der eigenen Cloud-Ökosphäre.
Der Tech-Riese Microsoft beginnt mit der Abschaltung seiner mobilen Scanner-App Microsoft Lens. Die Anwendung, einst als Office Lens bekannt, erreichte am 9. Januar 2026 ihren „Ruhestand“. Damit startet ein gestaffelter Auslaufprozess, der Anfang März abgeschlossen sein wird. Für Millionen Nutzer, die die App zum Digitalisieren von Belegen, Whiteboards oder Dokumenten nutzten, bedeutet dies eine erzwungene Umstellung. Microsoft lenkt den Datenfluss nun gezielt in seine eigenen Dienste OneDrive und Microsoft 365 Copilot. Diese Konsolidierung ist Teil einer klaren Strategie: Weg von eigenständigen Tools, hin zur gebündelten Cloud-Plattform.
Microsoft hat einen dreistufigen Plan für das Ende von Lens auf iOS und Android vorgelegt, um Nutzern den Übergang zu erleichtern.
- Seit 9. Januar 2026 ist die App im „Ruhestand“. Es gibt keine neuen Funktionen oder Updates mehr.
- Ab 9. Februar 2026 wird Microsoft Lens aus dem Apple App Store und Google Play Store entfernt. Neue Installationen sind dann nicht mehr möglich.
- Am 9. März 2026 ist endgültig Schluss: Die Cloud-Dienste im Hintergrund werden abgeschaltet. Neue Scans sind dann nicht mehr möglich. Bereits gespeicherte Scans lassen sich nur noch ansehen, wenn die App installiert und man mit dem letzten Konto angemeldet ist.
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Microsofts Strategie: Alles für das 365-Ökosystem
Die Einstellung von Lens ist kein Einzelfall. Sie folgt dem Trend großer Tech-Konzerne, Einzelanwendungen in umfassende, oft abonnementbasierte Plattformen zu integrieren. Microsoft will Nutzer stärker an seine Cloud-Dienste binden. Die offizielle Empfehlung lautet, künftig die OneDrive-App zu nutzen. Scans landen dann direkt in der Cloud-Speicherung und sind über Gerätegrenzen hinweg verfügbar. Auch der KI-Assistent Microsoft 365 Copilot wird als Alternative positioniert. Für Microsoft vereinfacht dies die Produktpalette und vertieft die Nutzerbindung.
Was die Nutzer verlieren: Einfachheit gegen Integration
Die empfohlenen Alternativen sind mächtig, doch der Wechsel hat seinen Preis. Die größte Veränderung: Der direkte Speicherort auf dem lokalen Gerätespeicher entfällt. OneDrive speichert Scans zwingend in der Cloud – ein Download für die Offline-Nutzung ist ein Extra-Schritt.
Auch die eleganten Export-Optionen von Lens sind Geschichte. Die App erlaubte mit einem Fingertipp, Scans direkt in Formate wie Word oder PowerPoint zu konvertieren und in OneNote zu speichern. Diese nahtlosen Workflows sind in den Ersatz-Apps nicht in gleicher Weise umgesetzt. Was verschwindet, ist die schlanke, werbefreie Einzweck-App – zugunsten eines komplexeren Cloud-Tools.
Die Alternativen: Diese Scanner-Apps können Lens ersetzen
Für Nutzer, die nicht in Microsofts Ökosystem wechseln wollen, bietet der Markt starke Alternativen.
- Adobe Scan glänzt mit erstklassiger Texterkennung (OCR), hoher Scan-Qualität und Integration in die Adobe Document Cloud.
- Genius Scan setzt auf Datenschutz und bietet umfangreiche Stapelverarbeitung sowie Export-Optionen zu vielen Cloud-Diensten.
- QuickScan punktet mit puristischer Einfachheit und Geschwindigkeit für schnelle PDFs.
Auch die integrierten Scan-Funktionen in der iOS-Notizen-App oder Google Drive sind praktische Optionen. Die Landschaft der Digitalisierungstools bleibt also vielfältig – auch ohne Microsoft Lens.


