Microsoft, Osmos

Microsoft kauft Osmos und startet KI-Agenten-Ära

08.01.2026 - 01:01:12

Microsofts Übernahme von Osmos und Nvidias neue Hardware beschleunigen den Übergang zu eigenständig handelnden KI-Systemen, die komplexe Geschäftsprozesse übernehmen können.

KI-Systeme werden zu autonomen “Digitalen Arbeitern”. Das zeigen eine strategische Übernahme durch Microsoft und neue Hardware von Nvidia auf der CES 2026. Die Ära des einfachen Text-Promptings ist vorbei.

Vom Chatbot zum autonomen Agenten

Microsoft übernahm diese Woche das Startup Osmos. Das Unternehmen spezialisiert sich auf die Automatisierung von Data-Engineering-Workflows. Ziel ist es, sogenannte Agentic AI – also eigenständig handelnde KI-Systeme – tief in die Azure-Cloud zu integrieren.

Das verändert automatisierte Kommunikation grundlegend. KI-Modelle reagieren nicht mehr nur auf einen Textbefehl. Stattdessen können sie nun eigenständig Datenquellen prüfen, bereinigen und analysieren, bevor sie eine Nachricht generieren. Aus dem Prompt-Design wird eine “Jobbeschreibung” für die KI.

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George Mathew von Insight Partners sieht darin den Übergang zu echten digitalen Arbeitern. Diese sollen komplette Front-Office-Aufgaben übernehmen können.

Neue Hardware macht komplexes Denken schnell

Damit diese Agenten in Echtzeit arbeiten können, braucht es immense Rechenkraft. Nvidia lieferte auf der CES 2026 die passende Hardware: die Vera Rubin NVL72-Plattform. Sie wurde speziell für beschleunigtes Computing entwickelt.

Rani Borkar von Microsoft bestätigte, dass Azure-Rechenzentren für diese Architektur vorbereitet sind. Der Vorteil für Anwender ist konkret: Komplexe “Reasoning”-Aufgaben – das logische Durchdenken einer Antwort – laufen nun viel schneller ab.

Das erlaubt vielschichtigere Instruktionen. Ein Prompt wie “Prüfe Lagerbestand, analysiere Kundenhistorie, entscheide über Kulanz” wird in Sekundenbruchteilen umgesetzt.

Der Mensch setzt nur noch die Grenzen

Die Rolle des Menschen verschiebt sich fundamental. Er gibt nicht mehr jeden Satz vor, sondern definiert die Spielregeln. Im modernen Prompt-Design heißen diese “Guardrails” – Sicherheitsplanken, innerhalb derer der KI-Agent autonom agieren darf.

Diese Verschiebung erfordert eine neue Art von Präzision. Die Prompt-Syntax setzt weniger auf kreatives Schreiben, sondern mehr auf prozessuale Logik. Modelle wie Apriel Nemotron können Kontext über lange Dialoge hinweg behalten, was die Fehlerquote senkt.

Vom Werkzeug zum geschäftskritischen Kollegen

Die Integration von Osmos in Microsofts Ökosystem macht eine Grenze durchlässig: die zwischen Datenbank und E-Mail-Client. Die KI wird vom Assistenz-Tool zum proaktiven System, das handeln kann.

Das birgt neue Risiken. Ein schlecht designter Agenten-Prompt führt nicht mehr nur zu einem holprigen Text. Er kann falsche Datenabfragen oder sogar fehlerhafte Geschäftstransaktionen auslösen. Die Präzision der Anweisung wird damit geschäftskritisch.

Was kommt als Nächstes?

Die neue Rubin-Architektur wird in den kommenden Monaten schnell in Cloud-Dienste integriert. Das wird die Latenzzeiten so stark senken, dass sich KI-Agenten in Chats kaum noch von Menschen unterscheiden lassen.

Bis Mitte 2026 werden Softwareanbieter wie Salesforce voraussichtlich neue “No-Code”-Oberflächen vorstellen. Fachexperten können dann komplexe Agenten visuell gestalten – ohne tiefes Technikwissen. Der Wettbewerb entscheidet sich künftig daran, wie gut ein Unternehmen seine digitalen Arbeiter steuert.

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