Microsoft gibt IT-Administratoren die Kontrolle über Copilot zurück
12.01.2026 - 10:42:12Microsoft stellt die Weichen für eine neue Ära der KI-Kontrolle in Unternehmen. Mit dem neuesten Windows 11 Insider Preview erhalten IT-Abteilungen erstmals eine Art „Hardware-Ausschalter“ für den KI-Assistenten Copilot auf Firmengeräten.
Die Entwicklung markiert einen strategischen Kurswechsel. Statt den KI-Assistenten wie bisher aggressiv in jedes System zu drücken, reagiert Microsoft auf massive Nachfrage aus der Wirtschaft. Der neue Build 26220.7535 (KB5072046) für Dev- und Beta-Kanäle bringt die lang ersehnte Gruppenrichtlinie RemoveMicrosoftCopilotApp.
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„Das ist ein klares Signal an die Unternehmen“, analysiert ein Branchenkenner. „Microsoft erkennt endlich an, dass die Hardware-Eigentümer – also die Firmen-IT – das letzte Wort über die Software auf ihren Geräten haben müssen.“
Die neue Richtlinie findet sich unter Benutzerkonfiguration > Administrative Vorlagen > Windows KI. Aktiviert, führt sie eine gezielte Deinstallation der Consumer-Version von Copilot durch. Damit können Unternehmen erstmals verbindlich regeln, welche KI-Tools auf ihren Geräten laufen.
Strikte Bedingungen für die Entfernung
Die Kontrolle kommt nicht ohne Auflagen. Drei spezifische Kriterien müssen erfüllt sein:
1. Doppelte Installation: Das Gerät benötigt sowohl den kostenpflichtigen Microsoft 365 Copilot als auch die Consumer-App.
2. Systemseitige Bereitstellung: Die App darf nicht manuell installiert sein, sondern muss vorinstalliert worden sein.
3. 28-Tage-Ruhephase: Die Consumer-App muss mindestens vier Wochen ungenutzt bleiben.
Gerade die letzte Bedingung sorgt für Diskussionen. Einige Administratoren vermuten hier eine Schutzklausel für aktive Nutzer. In der Praxis könnte das bedeuten: IT-Teams müssen eine Art „Ruhephase“ durchsetzen, bevor die Löschung greift.
KI für Barrierefreiheit und nahtlose Gerätewechsel
Parallel stärkt Microsoft die Hardware-Integration. Die Vorlesefunktion Narrator nutzt jetzt die neuronale Recheneinheit (NPU) von „Copilot+ PCs“ für Echtzeit-Bildbeschreibungen. Die Tastenkombination Narrator-Taste + Strg + D startet eine KI-Analyse des fokussierten Bildes.
Auch die Geräteübergreifende Zusammenarbeit wird smarter. Die Funktion Cross Device Resume für Android- und Windows-11-Geräte setzt jetzt stärker auf das Windows-Benachrichtigungssystem (WNS). Das soll Akkulaufzeit verbessern und Latenzen reduzieren – ein weiterer Schritt zur Verschmelzung von Mobilgerät und Desktop.
Antwort auf EU-Regulierung und Branchendruck
Hinter der Wende stehen handfeste Gründe. Experten sehen eine direkte Reaktion auf den wachsenden regulatorischen Druck in der Europäischen Union und die strengen Compliance-Anforderungen von Branchen wie Finanzen oder Gesundheitswesen.
„Mit dieser hardwarenahen Steuerung positioniert sich Windows 11 als kompatible Plattform für hochregulierte Industrien“, so ein Marktbeobachter. Das Betriebssystem verhält sich jetzt nach den Vorgaben des Geräteeigentümers – nicht mehr nach Microsofts Standardeinstellungen.
Was kommt als Nächstes?
Der Build ist Teil der Vorbereitungen für Windows 11 Version 25H2. Branchenkenner erwarten weitere Feinjustierungen. Denkbar wäre, dass Administratoren künftig sogar die dedizierte Copilot-Taste auf der Tastatur umbelegen oder ganz deaktivieren können.
Für jetzt ist die neue Richtlinie ein klarer Sieg für die IT-Souveränität. Microsoft empfiehlt Unternehmen, die Steuerung umgehend in Testumgebungen zu prüfen. Die breite Ausrollung wird für später im Jahr 2026 erwartet.
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