Microsoft, Edge

Microsoft Edge testet dynamische Wasserzeichen gegen Datenlecks

27.01.2026 - 00:21:12

Microsoft baut seinen Edge-Browser zur Sicherheitszentrale für Unternehmen aus. Eine neue Vorschaufunktion soll sensible Dokumente mit personalisierten Wasserzeichen versehen – ein sichtbares Warnsignal gegen unerlaubtes Teilen.

Die Funktion ist tief in das Microsoft Purview-Ökosystem integriert und verwandelt den Browser in eine erste Verteidigungslinie gegen Datenabflüsse. Sie ist aktuell für kommerzielle Kunden in der Vorschau verfügbar. Unternehmen weltweit suchen nach Lösungen, um ihre sensiblen Daten in Zeiten hybrider Arbeit und ausgefeilter Cyberangriffe besser zu schützen.

Das neue Wasserzeichen in Microsoft Edge for Business ist mehr als eine grafische Überlagerung. Es handelt sich um einen dynamischen Indikator, der durch die bestehenden Datenschutzrichtlinien eines Unternehmens ausgelöst wird. Ruft ein Nutzer eine als sensibel klassifizierte Datei oder Webseite auf, rendert der Browser automatisch ein halbtransparentes Wasserzeichen über den Inhalt.

Die Intelligenz steckt in der Integration: Die Wasserzeichen erscheinen nicht pauschal, sondern nur, wenn eine konkrete Richtlinie in Microsoft Purview dies vorschreibt – etwa zum Blockieren von Kopier-, Druck- oder Upload-Funktionen. Dieser richtliniengetriebene Ansatz ermöglicht eine präzise Kontrolle.

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Nahtlose Anbindung an Microsoft Purview

Die Wirksamkeit der Funktion basiert auf der Verbindung zu Microsoft Purview, der Governance- und Compliance-Plattform des Konzerns. Voraussetzung ist, dass IT-Administratoren bereits DLP-Richtlinien über Purview, Intune oder Defender for Cloud Apps konfiguriert haben.

Das System ist nutzerbewusst: Der Standard-Wasserzeichen-Text enthält die Nachricht „Vertraulich – Nicht teilen“, gefolgt vom Namen des aktuellen Benutzers und einem Zeitstempel. Diese Personalisierung erleichtert die Rückverfolgung möglicher Datenlecks, etwa aus Screenshots. Der Schutz gilt für normale Browser-Tabs, geteilte Bildschirme, Pop-up-Fenster und sogar lokal betrachtete PDFs.

Voraussetzungen und Konfiguration für IT-Administratoren

Unternehmen, die die Funktion testen möchten, benötigen eine Microsoft 365 E3- oder E5-Lizenz. Zudem muss Microsoft Edge in Version 142 oder höher laufen und im „Targeted Release“-Kanal für Vorschaufunktionen registriert sein.

Die Konfiguration erfolgt zentral über das Edge Management Service-Portal. Administratoren können dort ein Richtlinienprofil erstellen und die Wasserzeichen-Funktion für bestimmte Nutzergruppen aktivieren. Die Funktion ist Teil einer Suite von Browser-Sicherheitstools, zu der auch eine geplante „Geschützte Zwischenablage“ für DLP-konformes Kopieren und Einfügen gehört.

Der Browser als neue Sicherheitsgrenze

Die Wasserzeichen-Funktion ist ein Schlüsselelement von Microsofts Strategie, Edge als unverzichtbares Sicherheitswerkzeug für Unternehmen zu positionieren. Indem DLP-Kontrollen direkt in den Browser integriert werden, adressiert Microsoft einen kritischen Vektor für Datenverlust.

Die parallele Entwicklung von Wasserzeichen und geschützter Zwischenablage zeigt einen ganzheitlichen Ansatz. Immer mehr Arbeit verlagert sich in webbasierte Anwendungen – der Browser wird zur primären Schnittstelle für sensible Unternehmensdaten. Der sichtbare, persistente Charakter des Wasserzeichens zielt direkt auf das menschliche Verhalten ab und soll fahrlässige Verstöße reduzieren.

Ausblick: Dynamische Kontrollen und allgemeine Verfügbarkeit

Ein konkretes Datum für die allgemeine Verfügbarkeit steht noch nicht fest. Microsoft plant jedoch, die Funktion auszubauen. Zukünftige Versionen sollen dynamischere Wasserzeichen unterstützen, möglicherweise mit QR-Codes, die durch Purview-Sitzungsrichtlinien gesteuert werden.

Diese Erweiterungen werden eine noch feinere Kontrolle über den Datenschutz im Browser ermöglichen. Angesichts der fortschreitenden Cloud-Nutzung und flexibler Arbeitsmodelle wird die Nachfrage nach integrierten Sicherheitslösungen wie dieser weiter steigen. Browser-basiertes DLP wird zu einem kritischen Bestandteil moderner Cybersicherheitsstrategien.

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