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Microsoft Defender: Sicherheitslücke gefährdet Windows-Nutzer

30.11.2025 - 15:59:12

Eine beunruhigende Schwachstelle bedroht Windows 11-Nutzer: Microsoft Defender aktualisiert seine Virendefinitionen nicht mehr – zeigt aber weiterhin an, dass alles in Ordnung sei. Diese „unsichtbare Panne”, die am Wochenende bekannt wurde, kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt.

Erst vor wenigen Tagen hatte Microsoft einen kritischen Fehler im Windows 11 24H2-Update eingeräumt, der grundlegende Systemfunktionen lahmlegt. Die Kombination aus defekter Sicherheitssoftware und instabilem Betriebssystem schafft eine gefährliche Gemengelage – besonders brisant, da Anfang November mehrere aktiv ausgenutzbare Sicherheitslücken geschlossen wurden.

Das Perfide an diesem Fehler: Betroffene Systeme melden keine Störung. Im Windows-Sicherheitscenter erscheint weiterhin die beruhigende Meldung „Sie sind auf dem neuesten Stand”, obwohl die Virendefinitionen teilweise seit dem 19. November nicht mehr aktualisiert wurden.

„Der verwirrende Aspekt ist, dass Defender keine Warnung ausgibt”, berichten Technikexperten. „Die meisten Nutzer bemerken das Problem erst, wenn sie manuell nach Updates suchen. Dann fällt auf, dass die Virendefinitionen seit Tagen unverändert sind.”

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Tests auf virtuellen Maschinen mit Windows 11 24H2 Pro bestätigten das unberechenbare Verhalten. Zwar lassen sich Updates manuell erzwingen, doch der Prozess läuft alles andere als reibungslos: Während der Tests stürzte der Windows-Sicherheitsdienst kurzzeitig ab und zeigte die Warnung „Bedrohungsdienst wurde beendet, bitte sofort neu starten”, bevor er sich wieder erholte.

Für Millionen Nutzer, die auf automatische Updates vertrauen, könnte dieser Fehler bedeuten, dass ihre Systeme elf Tage lang schutzlos neuen Bedrohungen ausgesetzt waren – ohne jeglichen Hinweis auf die veralteten Schutzmechanismen.

Systemkern beschädigt

Die Sicherheitsprobleme treten in direkter Folge eines schwerwiegenden Eingeständnisses von Microsoft auf. Am 25. November bestätigte der Konzern einen kritischen Fehler im Windows 11 24H2-Update. Betroffen sind kumulative Updates, die seit Juli 2025 veröffentlicht wurden.

Der Fehler führt zu Ausfällen wesentlicher Windows-Komponenten: Startmenü, Taskleiste, Systemeinstellungen und Datei-Explorer funktionieren nicht mehr ordnungsgemäß. Als Ursache identifizierte Microsoft ein Timing-Problem bei der Registrierung von XAML-Abhängigkeitspaketen während des Update-Vorgangs.

Was zunächst wie ein reines Bedienungsproblem wirkt, hat gravierende Sicherheitsfolgen. „Eine defekte Benutzeroberfläche macht Sicherheitsmanagement für normale Nutzer praktisch unmöglich”, warnen Systemanalysten. „Wenn die Einstellungs-App nicht startet oder das Startmenü abstürzt, können Nutzer kaum noch auf Windows Update zugreifen, ihren Firewall-Status prüfen oder Sicherheitseinstellungen anpassen.”

Besonders in Unternehmensumgebungen mit virtuellen Desktop-Infrastrukturen wird die Situation kritisch, da die Abstürze bei jeder Nutzeranmeldung auftreten können – der Arbeitsplatz wird faktisch unbenutzbar.

Gefährliches Timing

Der Zeitpunkt dieser Ausfälle ist besonders heikel. Beim November-Patchday Mitte des Monats schloss Microsoft 63 Sicherheitslücken, darunter zwei besonders kritische.

Die gefährlichste ist CVE-2025-62215, eine Schwachstelle im Windows-Kernel zur Rechteausweitung, die nachweislich bereits aktiv ausgenutzt wird. Dieser „Zero-Day”-Fehler ermöglicht es lokalen Angreifern, höchste Systemrechte zu erlangen.

Zusätzlich stellt CVE-2025-60724 eine kritische Sicherheitslücke dar, die Remote Code Execution in der GDI+-Grafikkomponente ermöglicht. Mit einem Schweregrad von 9,8 bewertet, erlaubt dieser Fehler Angreifern, schädlichen Code auszuführen, indem sie Nutzer einfach zum Download einer präparierten Bilddatei oder eines manipulierten Dokuments bewegen.

„Bei aktiv ausgenutzten Schwachstellen wie CVE-2025-62215 ist ein funktionierender Virenschutz unverzichtbar”, betonen Sicherheitsforscher. „Wenn Microsoft Defender auf Definitionen von Mitte November stehengeblieben ist, erkennt er möglicherweise die spezifischen Signaturen oder Verhaltensmuster der neuesten Exploit-Kits nicht.”

Was Nutzer jetzt tun müssen

Microsoft hat bislang keinen außerplanmäßigen Patch für das Defender-Problem veröffentlicht. Bezüglich der Systemausfälle teilte das Unternehmen lediglich mit, an einer Lösung zu arbeiten – ohne konkreten Zeitplan.

Sicherheitsexperten raten allen Windows 11 24H2-Nutzern zu sofortigen Maßnahmen:

Manuelle Überprüfung: Dem grünen Häkchen im Sicherheitscenter nicht vertrauen. Unter Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Windows-Sicherheit > Viren- und Bedrohungsschutz das Datum der letzten Aktualisierung kontrollieren.

Update erzwingen: Ist das Datum älter als 24 Stunden, manuell auf „Nach Updates suchen” klicken. Der Dienst kann dabei kurzzeitig abstürzen oder hängen bleiben.

Workaround für UI-Abstürze: Bei Problemen mit Startmenü oder Taskleiste schlägt Microsoft technische Lösungen über PowerShell-Skripte vor – allerdings hauptsächlich für fortgeschrittene Nutzer und IT-Administratoren geeignet.

Die Weihnachtszeit ist traditionell eine Hochphase für Cyberkriminalität. Angesichts der aktuellen Probleme sollten Nutzer besonders wachsam bleiben und offizielle Microsoft-Supportkanäle auf Notfall-Patches in den kommenden Tagen im Auge behalten.

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