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Microsoft Copilot wird zum persönlichen Assistenten und Unternehmens-Experten

06.02.2026 - 11:43:11

Microsoft erweitert seinen KI-Assistenten Copilot um proaktive Erinnerungen und eine intelligente Suche nach Mitarbeiter-Expertise, um die Integration in Arbeitsabläufe zu vertiefen.

Microsoft stattet seinen KI-Assistenten mit zwei entscheidenden Funktionen aus: einem persönlichen Erinnerungssystem und einer intelligenten Personensuche für Unternehmen. Die Updates zielen darauf ab, Copilot vom reinen Chatbot zum proaktiven Helfer im Alltag und im Job zu machen.

Erinnerungen: Der mobile Gedächtnis-Boost

Erstmals können Nutzer zeitkritische Aufgaben direkt an die KI delegieren. Mit natürlicher Sprache lassen sich Einmal- oder Wiederholungserinnerungen setzen – ein direkter Angriff auf etablierte Assistenten wie Siri oder Google Assistant.

Die Verteilung, die Anfang Februar 2026 breit startete, setzt klar auf mobile Geräte. Erinnerungen können zwar auch am PC erstellt werden, die Benachrichtigungen kommen jedoch aktuell nur auf Android- und iOS-Geräte mit der Copilot-App an. Microsoft fokussiert sich damit auf Nutzer, die unterwegs Erinnerungen brauchen.

Stufenmodell und dynamische Inhalte

Ein gestaffeltes Zugangsmodell sorgt für Unterschiede: Nutzer des kostenlosen Tarifs sind auf etwa fünf aktive Erinnerungen beschränkt. Abonnenten von Microsoft 365 genießen ein höheres Limit von rund 20 Erinnerungen.

Besonders fällt die Fähigkeit zu dynamischen Inhalten auf. Statt statischer Texte kann Copilot für jede Benachrichtigung frisches Material generieren. Eine tägliche Erinnerung wie „Bring mir ein neues portugiesisches Wort bei“ liefert somit immer neue Vokabeln. Erste Nutzer berichten allerdings von gelegentlich ausbleibenden Benachrichtigungen.

People Search: Die intelligente Suche nach Kollegen

Während „Erinnerungen“ die private Produktivität steigern, adressiert die erweiterte People Search ein Kernproblem großer Unternehmen: Wie findet man die richtige Ansprechperson basierend auf Expertise und nicht nur auf einem Namen?

Die neue „Discover“-Funktion erlaubt Abfragen wie „Finde jemanden mit Projekterfahrung in KI“. Copilot durchsucht dann die internen Personendaten des Unternehmens. Bei häufigen Namen wie „John Schmidt“ hilft eine „Disambiguate“-Funktion: Sie zeigt die Treffer in einer Übersicht an, sortiert nach Abteilung, Rolle oder letzten Interaktionen.

Das System kann mit externen HR-Tools wie BambooHR verknüpft werden. So entstehen profilreiche Kontaktkarten mit Abteilungszugehörigkeit und konkreten Skills – ein mächtiges Werkzeug gegen Wissenssilos in Konzernen.

Agent Mode und die Integration in Workflows

Diese Neuerungen sind Teil einer größeren Update-Welle im Microsoft 365-Ökosystem. Seit Ende Januar rollt der „Agent Mode“ für Word, Excel und PowerPoint im Web aus. Dieser Modus erlaubt der KI, autonomer zu agieren: Sie kann Dokumente bearbeiten und Änderungen begründen, statt nur Textblöcke zu generieren.

Gleichzeitig erhalten Android-Nutzer von Outlook Mobile „Voice Catch-up“-Funktionen für handsfreie E-Mail-Zusammenfassungen. Die Strategie ist klar: Microsoft bettet KI gezielt in konkrete Arbeitsabläufe ein – vom Terminmanagement auf dem Smartphone bis zur Talentsuche im Firmenverzeichnis.

Kampf um Relevanz und Unternehmenswert

Für Analysten sind die Erinnerungen ein entscheidender Schritt, um Copilot für Verbraucher attraktiv zu halten. Durch den Sprung von der Informationsabfrage ins Task-Management wird die KI zu einem täglichen Werkzeug. Die strikten Limits für Free-User und fehlende Desktop-Benachrichtigungen könnten die Verbreitung aber zunächst bremsen.

Im Unternehmensumfeld ist die People Search ein starkes Argument für die teure Microsoft 365 Copilot-Lizenz. Sie verwandelt das Mitarbeiterverzeichnis in eine semantische Suchmaschine und attackiert so das Problem versteckten Firmenwissens.

Der Ausblick für das erste Quartal 2026 verspricht weitere Verfeinerungen: „Agent Mode“ soll in Desktop-Apps kommen und die Erinnerungsfunktionen wohl auch unter Windows 11 ankommen. Langfristig könnte die KI nicht nur an Meetings erinnern, sondern automatisch die relevanten Dokumente und Teilnehmerprofile vorbereiten.

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