Microsoft, Copilot

Microsoft Copilot Checkout: KI kauft jetzt direkt für Sie ein

10.01.2026 - 19:34:12

Microsoft stellt mit Copilot Checkout ein neues Bezahlsystem vor, das Nutzern erlaubt, Produkte direkt im KI-Chat zu kaufen. Das Feature ist Teil des Wettlaufs um agentische KI und startet in den USA.

Microsoft stürzt sich mit einem neuen Bezahlsystem in den Kampf um den KI-Einkauf. Copilot Checkout erlaubt es, Produkte direkt im Chat zu kaufen – ohne Umweg zum Händler.

Das Feature, das am Donnerstag auf der Einzelhandelsmesse NRF 2026 in New York vorgestellt wurde, markiert einen strategischen Schachzug im Wettlauf mit OpenAI und Google. Ziel ist die sogenannte agentische KI, die nicht nur antwortet, sondern aktiv Aufgaben wie Einkäufe erledigt. Für Nutzer in den USA ist die Funktion bereits auf Copilot.com verfügbar.

Bezahlen ohne den Chat zu verlassen

Der Kern der Ankündigung ist ein nahtloser Kaufprozess. Nutzer können ein Produkt im Gespräch mit der KI entdecken und es sofort im selben Fenster bezahlen. Entscheidet sich ein Nutzer zum Kauf, erscheint ein Zahlungsfenster im Chat mit allen Details zu Preis, Steuern und Versand.

Die technische Basis dafür bilden Partnerschaften mit großen Zahlungs- und Handelsplattformen. Microsoft kooperiert mit PayPal, Stripe, Shopify und Etsy. Händler auf Shopify werden automatisch in das Programm aufgenommen, können aber widersprechen. Zu den Startpartnern zählen Marken wie Urban Outfitters und Ashley Furniture.

Anzeige

Seit dem 1. August 2024 gelten neue EU-Regeln für KI‑Systeme – und viele Händler sowie Entwickler wissen nicht, welche Pflichten damit einhergehen. Dieses kostenlose E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung erklärt kompakt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und notwendige Dokumentation, damit Sie Copilot‑ähnliche Funktionen rechtssicher anbieten können. Praxisnah, ohne Jurastudium, mit konkreten Umsetzungs‑Hinweisen. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen

„Brand Agents“ als persönliche Einkaufsberater

Parallel zum Checkout führt Microsoft Brand Agents ein. Dieses Tool richtet sich gezielt an Händler, vor allem auf Shopify. Es erlaubt ihnen, KI-gestützte Einkaufsassistenten einzusetzen, die auf ihren spezifischen Produktkatalog und Markenton trainiert sind.

Laut Microsoft sollen diese Agenten Kunden „von der Neugier zum Kauf“ führen. Sie beantworten detaillierte Produktfragen und geben Empfehlungen im Stil der Marke. Die Einrichtung soll innerhalb weniger Stunden möglich sein. Erste Daten deuten auf höhere Engagement- und Konversionsraten in betreuten Sessions hin.

Händler behalten die Kontrolle über ihre Kunden

Ein zentraler Unterschied zu anderen Marktplatz-Modellen betont Microsoft: Der Händler bleibt der „merchant of record“. Kathleen Mitford, Corporate Vice President bei Microsoft, betonte diese Woche, dass die Händler die Hoheit über ihre Kundenbeziehungen und -daten behalten.

Diese Positionierung scheint darauf abzuzielen, Ängste der Einzelhändler zu zerstreuen. Die Sorge, KI-Plattformen könnten ihre direkte Verbindung zu den Verbrauchern untergraben, hatte zuvor für Spannungen zwischen Händlern und Tech-Giganten gesorgt.

Microsoft holt im KI-Einkaufsrennen auf

Mit Copilot Checkout zieht Microsoft im schnell wachsenden Sektor des agentischen Handels mit Konkurrenten gleich. Die Initiative folgt ähnlichen Schritten der Mitbewerber:
* OpenAI startete Ende 2025 „Instant Checkout“ für ChatGPT.
* Google führte im November 2025 „Buy for Me“ für seinen Gemini-Assistenten ein.
* Amazon integriert weiterhin KI-Einkaufsassistenten in seine dominante Plattform.

Analysten zufolge spielt Microsoft sein starkes Unternehmenskunden-Netzwerk aus, um trotz einer geringeren Verbraucherreichweite als ChatGPT Händler für sein Ökosystem zu gewinnen.

Algorithmus als Gatekeeper: Chance oder Risiko?

Die Integration des direkten Checkouts in Allzweck-KI-Chatbots verändert die Mechanik des E-Commerce grundlegend. Der klassische „Suchen-Klicken-Stöbern-Kaufen“-Prozess schrumpft auf einen einzigen Konversationsfaden. Das könnte die Abbruchraten deutlich senken.

Gleichzeitig wirft der Wandel Fragen zur Sichtbarkeit kleinerer Marken auf. Wenn die KI zum Kurator wird, werden ihre Auswahlkriterien entscheidend. Microsoft betont, dass Brand Agents Händlern helfen sollen, aufzufallen. Die automatische Anmeldung von Shopify-Shops deutet jedoch auf einen Push für schnelles Wachstum hin.

Fintech-Experten sehen in der Zusammenarbeit mit Stripe und PayPal eine Bestätigung für die anhaltende Bedeutung etablierter Zahlungsinfrastruktur im KI-Zeitalter. KI erfordere neue Handels-„Schienen“, so Kevin Miller, Zahlungschef bei Stripe.

Ausblick: Expansion geplant

Die Einführung in den USA ist erst der Anfang. Microsoft plant, Copilot Checkout auf andere Oberflächen auszuweiten, darunter den Edge-Browser, Bing und MSN. Ein konkreter Zeitplan für die internationale Verfügbarkeit wurde nicht genannt. Die Beteiligung globaler Partner wie PayPal legt jedoch eine weltweite Expansion noch 2026 nahe.

Kurzfristig wird der Erfolg davon abhängen, ob Verbraucher KI als Transaktionswerkzeug akzeptieren – und nicht nur als Recherche-Assistent. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Kunden bereit sind, ihrem KI-Gefährten die Kreditkarte anzuvertrauen.

Anzeige

PS: Die EU‑KI‑Verordnung betrifft nicht nur große Tech‑Konzerne – auch Händler, Plattformbetreiber und Entwickler stehen vor konkreten Anforderungen und Fristen. Holen Sie sich den kostenlosen Umsetzungsleitfaden mit praktischen Checklisten zur Risikoklassifizierung und Dokumentation, damit Ihre Copilot‑Integrationen rechtskonform sind. Kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden sichern

@ boerse-global.de