Microsoft, Exchange

Microsoft beendet Exchange Web Services im kommenden Jahr

06.02.2026 - 05:53:12

Microsoft beendet den Support für die veraltete EWS-API in Exchange Online. Unternehmen müssen bis April 2027 auf die moderne Microsoft Graph API migrieren, um ihre Workflows aufrechtzuerhalten.

Der Countdown läuft: Microsoft stellt den veralteten Zugang zu Exchange Online endgültig ein. Ab April 2027 müssen alle Anwendungen auf die moderne Microsoft Graph API umgestellt sein.

Die Entscheidung markiert das Ende einer fast 20-jährigen Ära. Die Exchange Web Services (EWS)-Schnittstelle, einst das Rückgrat für die Integration von Drittanbieter-Apps, wird im Cloud-Dienst Exchange Online schrittweise abgeschaltet. Für Unternehmen in Deutschland und der EU bedeutet das: Sie müssen ihre internen Workflows und Software-Lösungen dringend anpassen, um einen reibungslosen Betrieb ihrer Microsoft-365-Umgebungen zu sichern.

Der finale Fahrplan zum Abschied

Microsoft hat einen gestaffelten Plan mit festen Deadlines vorgelegt. Am 1. Oktober 2026 beginnt die erste Phase: EWS-Anfragen werden standardmäßig blockiert. Doch es gibt eine Übergangslösung. Administratoren können über eine neue „EWS App AllowList“ bis August 2026 entscheiden, welche kritischen Anwendungen vorerst weiterlaufen dürfen.

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Die Frist ist hart. Wer bis Ende August keine eigene Liste konfiguriert, bekommt von Microsoft im September eine vorgefüllte Liste basierend auf den Nutzungsdaten des Mandanten. Zuvor plant der Konzern sogenannte „Scream Tests“ – kurze, gezielte Abschaltungen, um versteckte Abhängigkeiten in den IT-Systemen der Kunden aufzudecken.

Das endgültige Aus kommt dann am 1. April 2027. An diesem Tag wird der Zugriff auf EWS in Exchange Online unwiderruflich gekappt. Eine Wiederaktivierung ist nicht mehr möglich.

Warum Microsoft auf Graph setzt

Der Grund für die Ablösung ist technischer Natur. EWS ist in die Jahre gekommen. Die Architektur der fast zwei Jahrzehnte alten API entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an Sicherheit, Skalierbarkeit und moderne Authentifizierung. Microsoft signalisierte das Ende bereits 2018, als keine neuen Funktionen mehr für EWS entwickelt wurden.

Ein Sicherheitsvorfall gab dem Projekt zusätzlichen Schub. Der als „Midnight Blizzard“ bekannte Angriff im Januar 2024 nutzte unter anderem EWS als Einfallstor. Dies veranlasste Microsoft, den Zeitplan zu beschleunigen und auch eigene Anwendungen von der Abschaltung zu erfassen.

Der Nachfolger Microsoft Graph bietet eine einheitliche Schnittstelle für den gesamten Microsoft-365-Kosmos. Die Vorteile liegen auf der Hand: starke, moderne Authentifizierung, breitere Funktionen und eine konsistentere Erfahrung für Entwickler. Laut Microsoft deckt Graph bereits die allermeisten Szenarien der alten EWS ab.

Was Unternehmen jetzt tun müssen

Die Auswirkungen sind weitreichend. Jede individuelle oder kommerzielle Software, die EWS nutzt – sei es für den Zugriff auf Postfächer, Kalender oder Kontakte –, wird nach der Deadline nicht mehr funktionieren. Große Anbieter wie Zoom oder Commvault raten ihren Kunden bereits seit längerem zur Migration.

Microsoft stellt Werkzeuge wie Nutzungsberichte im Admin-Center und einen EWS Analyzer zur Verfügung. Auch Tutorials für eine KI-gestützte Code-Analyse sollen den Umstieg erleichtern.

Die Botschaft des Konzerns ist klar: Unternehmen sollten nicht auf eine absolute 100-Prozent-Parität warten. Sie müssen jetzt handeln, Abhängigkeiten identifizieren und Entwickler-Ressourcen für die Migration einplanen. Der Schritt zu Graph ist nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern auch eine Investition in eine sicherere und leistungsfähigere Plattform für die Zukunft.

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