Microsoft 365: Preiserhöhung trifft auf neue Teams-Features
16.02.2026 - 22:23:12Microsoft stellt sein Angebot für Microsoft 365 und Teams 2026 auf neue Füße. Während viele kommerzielle Pläne ab Juli teurer werden, rollt der Konzern gleichzeitig mächtige neue Funktionen aus. Diese Doppelstrategie zwingt Unternehmen, ihre Investitionen in Kollaborationstools neu zu bewerten.
Ab dem 1. Juli 2026 werden die Preise für zahlreiche kommerzielle Microsoft-365-Pakete steigen – in einigen Fällen um über 30 Prozent. Parallel dazu schaltet der Software-Riese ab Mitte Februar neue Funktionen frei. Diese Kombination aus höheren Kosten und mehr Leistung soll den Wert der Abonnements unterstreichen und die Lücke zwischen kostenloser und bezahlter Version weiter vergrößern.
Preisanpassungen und Lizenz-Shuffle ab Juli
Die angekündigten Preiserhöhungen betreffen viele Microsoft-365- und Office-365-Suiten, die Teams enthalten. Sie gelten sowohl für neue Verträge als auch für Verlängerungen. Zwei Pläne bleiben jedoch verschont: Microsoft 365 Business Premium und Office 365 E1 behalten ihren aktuellen Preis. Das macht Business Premium, besonders für kleine und mittlere Unternehmen, zu einer attraktiveren Option.
Ein weiterer Schritt folgt am 1. April 2026: Dann verlagert Microsoft einige Premium-Funktionen für Webinare und Townhalls aus dem kostenpflichtigen Add-on Teams Premium zurück in die Standard-Enterprise-Lizenz. Enterprise-Kunden erhalten so Zugang zu Features wie gebrandeten Veranstaltungen oder dem Enterprise Content Delivery Network, ohne extra zahlen zu müssen.
Neue Tools locken zahlende Kunden
Um den Mehrwert der Abonnements zu untermauern, führt Microsoft bereits im Februar neue Features ein. Ein zentrales Werkzeug soll bis Ende des Monats voll verfügbar sein: ein Migrationstool für Slack. Dieses Admin-Tool hilft Unternehmen, Inhalte aus öffentlichen und privaten Slack-Kanälen direkt in verschiedene Teams-Kanäle zu übertragen – ein klarer Schachzug im Wettbewerb um Kunden.
Auch die Sicherheit wird ausgebaut. Die Funktion, verdächtige Nachrichten zu melden, steht ab Mitte Februar nicht mehr nur Kunden mit dem teureren Microsoft Defender for Office 365 Plan 2 zur Verfügung, sondern auch denen mit Plan 1. So können mehr Nutzer dabei helfen, Phishing- oder Malware-Bedrohungen in Chats und Meetings zu identifizieren. Weitere Verbesserungen betreffen die automatische Zeitzonensynchronisation und eine bessere Darstellung von Codeblöcken in der Mobil-App.
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Die wachsende Kluft: Kostenlos vs. Bezahlt
Mit jedem Update für die Bezahlversionen wird der Unterschied zum kostenlosen Teams-Angebot deutlicher. Die Strategie ist klar: Freemium-Nutzer zu zahlenden Kunden konvertieren.
Microsoft Teams Free bietet Kernfunktionen wie unbegrenzte 1:1-Meetings und Gruppentreffen bis zu 60 Minuten (max. 100 Teilnehmer). Jedoch fehlen Aufzeichnungen, Transkripte, Admin-Tools und erweiterte Sicherheitsoptionen. Der Cloud-Speicher liegt bei 5 GB pro Nutzer.
Microsoft Teams Essentials (ca. 4 Euro/Monat/Nutzer) erweitert die Meeting-Fähigkeiten deutlich: unbegrenzte Gruppentreffen bis 30 Stunden mit bis zu 300 Teilnehmern. Der Speicher verdoppelt sich auf 10 GB, und es gibt 24/7-Support. Meeting-Aufzeichnungen sind weiterhin nicht enthalten.
Microsoft 365 Business Basic (ca. 6 Euro/Monat/Nutzer) integriert die Web- und Mobile-Versionen von Word, Excel & Co. und bietet 1 TB OneDrive-Speicher pro Nutzer. Es ist der Einstiegsplan für viele kleine Unternehmen, der erweiterte Sicherheits- und Verwaltungstools mitbringt.
Strategie: Kunden binden und Konkurrenz angreifen
Microsoft verfolgt mit diesen Schritten eine klare Zwei-Punkte-Strategie. Teams soll als zentrale Kollaborationsplattform im eigenen Ökosystem gestärkt werden. Gleichzeitig treibt der Konzern das Umsatzwachstum voran, indem er kostenlose Nutzer zu Abonnenten bewegt. Die Preiserhöhungen werden mit dem integrierten Mehrwert gerechtfertigt.
Das neue Slack-Migrationstool ist ein direkter Angriff auf den Wettbewerber und soll den Wechsel erleichtern. Die Ausweitung von Sicherheitsfeatures in günstigeren Plänen reagiert auf die wachsende Bedeutung von Sicherheit in der Geschäftskommunikation.
Ausblick: KI und individuelle Planung
Die Änderungen am 1. April machen große, professionell gebrandete Online-Events für Unternehmen einfacher und könnten ältere Technologien wie Teams Live Events ablösen. Langfristig wird die Integration KI-gestützter Features durch Add-ons wie Microsoft 365 Copilot den Markt weiter segmentieren – für Zusammenfassungen und Analysen wird dann deutlich mehr fällig.
Für bestehende Kunden ist die Zeit bis zum 1. Juli ein kritisches Zeitfenster. Unternehmen sollten prüfen, ob ihr aktueller Tarif unter den neuen Preisen und mit den neuen Funktionen noch die kosteneffizienteste Lösung ist. Die klarer definierten Stufen – kostenlos, Business und Enterprise – helfen nun bei der Wahl des passenden Plans für die individuellen Anforderungen an Kollaboration, Sicherheit und Verwaltung.
@ boerse-global.de
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