Microsoft 365: Agent 365 revolutioniert die Arbeitswelt mit KI-Kollegen
27.11.2025 - 08:01:12Microsoft vollzieht strategischen Wandel von passiven Chatbots zu eigenständigen KI-Agenten mit integriertem Governance-System und verlässt gleichzeitig WhatsApp-Integration.
Microsoft vollzieht den radikalsten Kurswechsel seiner jüngeren Geschichte. Autonome KI-Agenten sollen künftig wie digitale Mitarbeiter arbeiten – und das Unternehmen liefert gleich die Governance-Infrastruktur mit.
Nach der vergangenen Woche auf der Microsoft Ignite 2025 sind die Konturen einer neuen Ära erkennbar: Der Softwarekonzern aus Redmond verabschiedet sich vom passiven Chatbot-Modell und setzt voll auf autonome Agenten. Im Zentrum stehen dabei Agent 365, ein umfassendes Governance-Framework, und Work IQ, eine intelligente Kontextebene, die Copilot zum vorausschauenden Assistenten macht. Parallel dazu zieht sich Microsoft aus WhatsApp zurück – Copilot verschwindet Mitte Januar 2026 aus dem Messenger.
Agent 365: Wenn KI-Systeme eigene Identitäten bekommen
Die wohl bedeutendste Neuerung der vergangenen Tage ist Agent 365 – ein direkt ins Microsoft-365-Admin-Center integriertes Kontrollsystem. Das Problem, das Microsoft damit lösen will: die unkontrollierte Ausbreitung von KI-Tools in Unternehmen. IT-Abteilungen warnen bereits vor “Agent Sprawl”, dem wilden Wuchern von KI-Anwendungen ohne zentrale Kontrolle.
Agent 365 soll genau hier ansetzen. Über ein zentrales Dashboard können Administratoren KI-Agenten registrieren, Zugriffsrechte verwalten und deren Aktivitäten nachverfolgen. Das System behandelt Agenten dabei mit derselben Akribie wie menschliche Mitarbeiter.
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“Dies markiert einen bedeutenden Fortschritt für skalierbare KI-Strategien”, analysierten Branchenexperten am Mittwoch. “Unternehmen können Agenten in nie dagewesenem Tempo einsetzen, weil Sicherheits- und Compliance-Fragen von Anfang an geklärt sind.”
Die Plattform führt eine neue Generation von “Agentic Users” ein – Agenten mit eigener Identität im Unternehmensverzeichnis. Sie nehmen eigenständig an Meetings teil, bearbeiten Dokumente und kommunizieren per Chat. Word, Excel und PowerPoint bekommen autonome Assistenten, die nicht nur Text generieren, sondern Rückfragen stellen und strukturelle Verbesserungen vorschlagen.
Work IQ: Das neue Gehirn hinter Copilot
Während Agent 365 die Governance übernimmt, liefert Work IQ die eigentliche Intelligenz. Diese neue Ebene verbindet den individuellen “Work Graph” eines Nutzers – Dokumente, E-Mails, Meetings, Chats – mit Verhaltensdaten wie Arbeitsstil und Präferenzen.
Das Ergebnis: Copilot kann Kontext ableiten und Bedürfnisse antizipieren. Statt auf den Befehl “Fasse dieses Meeting zusammen” zu warten, schlägt der Agent proaktiv eine Folge-E-Mail vor – basierend auf historischen Kommunikationsmustern und erkannten Handlungsfeldern aus dem Meeting-Transkript.
Work IQ beeinflusst auch die neue Foundry-Entwicklerplattform. Entwickler können diese Intelligenzschicht anzapfen und sicherstellen, dass ihre spezialisierten Bots den gesamten organisatorischen Kontext verstehen. Ein Sprung von generischer KI-Hilfe zu hyperpersonalisierter Unterstützung, der 2026 die nächste Produktivitätswelle auslösen soll.
Rückzug aus WhatsApp: Meta setzt LLM-Chatbots die Tür
Überraschung für Verbraucher: Microsoft kündigte am Dienstag an, seine Copilot-Integration in WhatsApp einzustellen. Der Service, der direkte KI-Chats über den Messenger ermöglichte, endet am 15. Januar 2026.
Der Grund: Neue Plattform-Richtlinien von WhatsApp. “Dies ist auf jüngste Aktualisierungen der WhatsApp-Plattformregeln zurückzuführen, die alle LLM-Chatbots ausschließen”, erklärte Microsoft. Nutzer sollten ihre Chat-Verläufe vor dem Stichtag exportieren – eine automatische Übertragung zur eigenständigen Copilot-App gibt es nicht.
Gleichzeitig verfeinert Microsoft die Interaktion mit Copilot unter Windows. Ein neues Wake-Word-Feature für Windows 11 ermöglicht die freihändige Aktivierung. Umgekehrt führt das Unternehmen einen “Goodbye”-Befehl ein, um Sprachsitzungen explizit zu beenden – eine Reaktion auf Datenschutz-Bedenken der Nutzer.
Vom Copilot zum Agenten: Der entscheidende Unterschied
Die Entwicklungen der letzten Tage markieren einen Wendepunkt. 2024 stand im Zeichen von “Copilots” – Assistenten, die ständig menschliche Anweisungen benötigten. 2026 wird das Jahr der “Agenten” – Systeme, die selbstständig denken, planen und handeln.
Branchenkenner vergleichen diesen Wandel mit dem Sprung von der Kommandozeile zur grafischen Benutzeroberfläche. Durch agentenbasierte Modelle will Microsoft die kognitive Belastung senken. “Arbeit wird weniger zum Wechsel zwischen Anwendungen und mehr zur Kollaboration mit intelligenten Agenten”, heißt es in einer Analyse von Montag.
Doch Agent 365 zeigt auch: Microsoft ist sich der Risiken bewusst. Ohne robuste Governance könnten autonome Agenten halluzinieren, Daten leaken oder unbefugte Aktionen im großen Stil ausführen. Mit dem gleichzeitigen Launch des Governance-Frameworks versucht der Konzern, “Schatten-KI”-Problemen vorzubeugen, die frühe Einführungsphasen plagten.
Was jetzt passiert
Während Unternehmen in den kommenden Monaten diese Tools implementieren, rückt die praktische Frage in den Vordergrund: Wie managt man “synthetische Mitarbeiter”? Der AI Agent & Copilot Summit vom 17. bis 19. März 2026 in San Diego dürfte der nächste Meilenstein werden, auf dem echte Fallstudien zu Agent 365 und Work IQ präsentiert werden.
IT-Verantwortliche sollten ihre Systeme bereits jetzt auf die Agent-365-Integration vorbereiten. WhatsApp-Nutzer von Copilot müssen bis Mitte Januar auf die dedizierte Copilot-App umsteigen. Die Infrastruktur für autonomes Arbeiten steht – jetzt beginnt der Wettlauf, daraus konkrete Wettbewerbsvorteile zu schmieden.
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