Microsoft 365 Adoption Score: Fokus verschiebt sich von Technik auf Nutzer
15.01.2026 - 15:01:12Microsoft stellt die Bewertung der Technik-Infrastruktur ein und konzentriert seinen Adoption Score künftig vollständig auf das Nutzerverhalten. Ab Ende Januar 2026 entfällt der „Technology Experience Score“ – die maximale Punktzahl sinkt von 900 auf 600.
Diese strategische Neuausrichtung unterstreicht einen Paradigmenwechsel: Nicht die technische Perfektion, sondern die tiefe Integration von Tools wie Teams oder SharePoint in den Arbeitsalltag wird zum zentralen Erfolgsmaßstab. Für IT-Administratoren und Entscheider bedeutet das eine automatische Anpassung der Berichte. Die Änderung betrifft nur die Reporting-Ebene, nicht die Endnutzer.
Vom System-Check zur Verhaltensanalyse
Bislang setzte sich der Gesamtscore aus zwei Bereichen zusammen: den People Experiences (Nutzerverhalten) und dem nun auslaufenden Technology Experience Score. Letzterer bewertete Netzwerk-Konnektivität, App-Gesundheit und Endpunkt-Analysen – klassische IT-Kennzahlen für Stabilität und Performance.
Doch diese Metriken verschwinden aus der Hauptbewertung. Künftig ist der Adoption Score identisch mit der Nutzer-Engagement-Punktzahl. Microsoft misst damit, wie intensiv Teams cloud-basiert zusammenarbeiten, kommunizieren und Inhalte teilen. Die Botschaft ist klar: Der wahre Return on Investment entsteht erst, wenn digitale Werkzeuge Gewohnheit werden.
Neue Gespräche in den Führungsetagen
Für IT-Verantwortliche und Geschäftsführer ändert sich die Diskussionsgrundlage. Statt über Latenzzeiten oder Patch-Level zu sprechen, lenkt der überarbeitete Score den Blick auf konkrete Verhaltensmuster. Werden E-Mail-Anhänge durch Links zu Cloud-Dateien ersetzt? Finden Besprechungen konsequent in Teams statt? Wie mobil arbeitet die Belegschaft?
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Diese Fragen stehen im Zentrum der modernen Produktivität. Der angepasste Score soll genau hierauf klare Antworten liefern und so die strategische Planung unterstützen. Microsoft rät Administratoren, die Änderung proaktiv an alle Report-Empfänger zu kommunizieren, um Missverständnisse über die niedrigere Maximalpunktzahl zu vermeiden.
Evolution der Produktivitätsmessung
Die Maßstäbe für digitale Transformation sind im Fluss. Der heutige Adoption Score löste bereits den umstrittenen „Productivity Score“ ab, der 2020 in die Kritik geriet, weil er individuelle Nutzerdaten trackte. Microsoft reagierte damals mit einer stärkeren Anonymisierung.
Die jetzige Anpassung setzt diesen Weg fort: weg von der Systemüberwachung, hin zur Analyse aggregierter Nutzertrends. Diese Entwicklung passt perfekt zum Zeitalter der KI. Tools wie Microsoft Copilot leben nicht von ihrer Verfügbarkeit, sondern von ihrer akzeptierten und sinnvollen Einbindung in Arbeitsabläufe. Für Unternehmen, die massiv in KI investieren, werden Metriken zur Nutzungsintensität und -tiefe immer wichtiger, um den Mehrwert zu belegen.
Ausblick: Klarerer Blick auf die KI-Revolution
Die Verschlankung des Scores schafft eine schärfere Linse, um den Einfluss von KI zu messen. Während Microsoft Copilot in alle M365-Apps integriert wird, wird die Fähigkeit, veränderte Arbeitsmuster zu tracken, entscheidend. Der People Experiences Score könnte sich zum zentralen Barometer für den Copilot-Erfolg entwickeln.
Er ergänzt zudem andere Analyse-Tools im Microsoft-Ökosystem, wie das Copilot Dashboard in Microsoft Viva. Indem Microsoft die technischen Gesundheitsmetriken vom primären Adoptionsmaßstab trennt, befähigt es Unternehmen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: eine Kultur der digitalen Zusammenarbeit zu fördern und sicherzustellen, dass mächtige Werkzeuge nicht nur vorhanden, sondern aktiv genutzt werden, um Produktivität neu zu definieren.


