MGM, Resorts-Aktie

MGM Resorts-Aktie zwischen Vegas-Boom und China-Risiken: Wie viel Potenzial steckt noch im Casino-Titel?

27.01.2026 - 17:15:53

Die MGM-Resorts-Aktie profitiert von robustem Reise- und Glücksspieltrend, steht aber unter Druck durch Macau-Risiken und Konjunktursorgen. Lohnt sich jetzt noch der Einstieg oder ist Vorsicht angesagt?

Die Stimmung rund um die MGM Resorts-Aktie schwankt derzeit zwischen Hoffnung auf anhaltend volle Hotelzimmer in Las Vegas und wachsender Sorge vor Konjunkturabkühlung, Regulierung in Macau und nachlassender Konsumfreude. An der Börse spiegelt sich das in einem nervösen Kursverlauf wider: Nach einem starken Lauf im vergangenen Jahr hat der Titel zuletzt an Dynamik verloren, bleibt aber einer der spannenderen Zykliker im US-Freizeit- und Glücksspielsektor.

Mehr über MGM Resorts und die Strategie hinter der MGM Resorts Aktie

Ein-Jahres-Rückblick: Das Investment-Szenario

Wer vor rund einem Jahr bei MGM Resorts eingestiegen ist, konnte eine ausgesprochen volatile Reise erleben – aber unter dem Strich mit positivem Vorzeichen. Nach Daten von Yahoo Finance und Refinitiv notiert die Aktie aktuell um die Marke von 40 US-Dollar, verglichen mit einem Schlusskurs von knapp 42 US-Dollar vor einem Jahr. Das entspricht einem leichten Rückgang von rund 4 bis 5 Prozent, je nach exakt gewähltem Referenztag.

Im Jahresverlauf lag allerdings deutlich mehr Musik im Papier: Zwischenzeitlich kletterte die Aktie in die Nähe ihres 52?Wochen-Hochs im Bereich von rund 52 US-Dollar, während das 52?Wochen-Tief unterhalb von 35 US-Dollar markiert wurde. Anleger, die konsequent Rücksetzer genutzt und nicht am Top gekauft haben, konnten so zweistellige prozentuale Gewinne realisieren – vorausgesetzt, sie hatten die Nerven, die unvermeidlichen Schwankungen im Zuge von Konjunkturängsten, Zinsspekulationen und Nachrichten aus China auszusitzen.

Im Fünf-Tages-Vergleich zeigt sich jüngst eher ein seitwärts bis leicht abwärts gerichteter Trend: Nach einem kurzen Zwischenhoch zu Wochenbeginn gaben Gewinnmitnahmen und schwächere Branchenstimmung einen Teil der vorherigen Kursgewinne wieder ab. Über einen Zeitraum von rund drei Monaten liegt der Titel dagegen noch leicht im Plus, was darauf hindeutet, dass die Bullen zwar nicht mehr voll durchziehen, aber den Wert auch noch nicht aufgegeben haben.

Das Sentiment ist derzeit gemischt: Die einen verweisen auf gut ausgelastete Resorts, ein wachsendes Konferenz- und Entertainment-Geschäft sowie die zunehmende Bedeutung des digitalen Sportwetten- und iGaming-Segments. Die anderen mahnen, dass der Casino-Sektor zu den ersten gehört, die unter einer nachlassenden Konsumneigung und höheren Finanzierungskosten leiden, wenn die Konjunktur ins Stocken gerät.

Aktuelle Impulse und Nachrichten

Für frische Impulse sorgten zuletzt vor allem Meldungen zur operativen Entwicklung in Las Vegas und Macau sowie strategische Schritte im digitalen Geschäft. Anfang der Woche berichteten US-Medien und Finanzportale, dass die Besucherzahlen in Las Vegas auf hohem Niveau bleiben und Großereignisse wie Sport-Events, Konzerte und Messen für starke Buchungen der großen Strip-Resorts sorgen. Davon profitiert MGM mit seinen Flaggschiffen wie dem Bellagio, MGM Grand und Mandalay Bay überproportional. Analysten verweisen insbesondere auf ein robustes Wachstumsprofil im Bereich Veranstaltungen und Firmenkunden, die höhere Zimmerpreise akzeptieren und zusätzliche Erlöse in Gastronomie und Entertainment generieren.

Vor wenigen Tagen standen zudem die Aktivitäten in Macau im Fokus. Nach einer starken Erholung des chinesischen Glücksspiel-Hotspots in den vergangenen Quartalen mehren sich nun Stimmen, die vor einer gewissen Normalisierung der Wachstumsraten warnen. Hinzu kommen geopolitische Spannungen und die grundsätzliche Unsicherheit über regulatorische Eingriffe der chinesischen Behörden. MGM Resorts ist über MGM China in Macau engagiert und konnte dort nach der Pandemie deutliche Umsatzsprünge verzeichnen. Investoren achten nun verstärkt darauf, ob sich diese Dynamik fortsetzen lässt oder ob politische und wirtschaftliche Risiken in China wieder stärker auf die Bewertung drücken.

Ein weiterer Nachrichtenstrang betrifft das Online-Geschäft, das MGM über die Plattform BetMGM gemeinsam mit Entain betreibt. Branchenberichte und Analysen von Finanzportalen heben hervor, dass der Wettbewerb im nordamerikanischen Sportwetten- und iGaming-Markt zwar intensiver wird, MGM aber weiterhin zu den relevanten Playern gehört. Vor wenigen Tagen wurde in mehreren Berichten betont, dass sich der Markt allmählich von einem reinen Wachstumsspiel hin zu einer stärker auf Profitabilität ausgerichteten Phase entwickelt. Für MGM könnte das mittelfristig positiv sein, wenn die hohen Marketingaufwendungen reduziert und Skaleneffekte realisiert werden.

Nicht zu unterschätzen sind zudem makroökonomische Einflüsse. In den vergangenen Handelstagen sorgten Spekulationen über den weiteren Kurs der US-Notenbank und die konjunkturelle Entwicklung in den USA für verstärkte Bewegungen in zyklischen Reise- und Freizeittiteln. MGM Resorts wurde dabei immer wieder in Sippenhaft mit Airlines, Kreuzfahrtgesellschaften und anderen Reiseaktien genommen – sowohl nach oben als auch nach unten.

Das Urteil der Analysten & Kursziele

Das aktuelle Bild der Wall-Street-Analysten fällt überwiegend positiv aus, wenn auch nicht mehr euphorisch. Die Auswertung aktueller Konsensdaten von Quellen wie Reuters, Bloomberg und Yahoo Finance zeigt ein klares Übergewicht von Kaufempfehlungen für die MGM Resorts-Aktie, flankiert von einigen neutralen Einstufungen und nur sehr wenigen Verkaufsempfehlungen.

Vor kurzem haben mehrere große Häuser ihre Einschätzungen aktualisiert. So bestätigte beispielsweise JPMorgan ihre Einstufung als "Overweight" und sieht in der Aktie weiterhin Aufwärtspotenzial, gestützt auf die starke Position in Las Vegas und die Möglichkeit, im digitalen Geschäft weitere Margenverbesserungen zu erzielen. Das von JPMorgan kommunizierte Kursziel bewegt sich dabei im Bereich der hohen 40er bis niedrigen 50er US-Dollar und liegt damit moderat über dem aktuellen Kurs, was ein zweistelliges prozentuales Kurspotenzial impliziert.

Auch Goldman Sachs zeigt sich nach jüngsten Berichten grundsätzlich konstruktiv, wenn auch mit einem etwas vorsichtigeren Ton angesichts der zyklischen Risiken. Die Bank verweist auf die hohe operative Hebelwirkung: Schon geringe Veränderungen bei Auslastung und durchschnittlichen Zimmerpreisen können die Profitabilität deutlich verbessern oder verschlechtern. Ihr Kursziel liegt ebenfalls oberhalb des derzeitigen Niveaus, wenn auch nicht so ambitioniert wie bei manchen Wettbewerbern im Analystenlager.

Deutsche Bank Research ordnet MGM Resorts im Umfeld der US-Casino-Werte als qualitativ hochwertigen, aber auch bereits anspruchsvoll bewerteten Titel ein. Die Experten betonen die starke Bilanzverbesserung der vergangenen Jahre, die Reduktion der Verschuldung und die Option, über Aktienrückkäufe zusätzlichen Wert für Aktionäre zu schaffen. Das jüngst veröffentlichte Kursziel liegt im Bereich um die Marke von etwa 50 US-Dollar. Die Einstufung ist überwiegend auf "Buy" beziehungsweise "Kaufen" ausgerichtet, verbunden mit dem Hinweis, dass Rückschläge im Kursverlauf mittelfristig als Einstiegschance dienen können.

Im Marktkonsens ergibt sich somit ein durchschnittliches Kursziel, das einige Dollar über dem aktuellen Kurs notiert. Die implizierte Renditechance ist solide, aber nicht spektakulär – was typisch ist für einen Wert, der sich bereits stark von seinen Pandemie-Tiefs erholt hat und nun eher in eine Reifephase des Zyklus eintritt. Aus Sentiment-Sicht lässt sich festhalten: Die Wall Street ist weiterhin eher bullisch, erwartet aber keine Verdopplung mehr, sondern einen "soliden" weiteren Lauf, sofern keine externen Schocks eintreten.

Ausblick und Strategie

Für die kommenden Monate wird sich bei MGM Resorts vieles daran entscheiden, ob das Narrativ der "robusten US-Konjunktur" trägt oder ob sich die Anzeichen einer Abschwächung verdichten. Solange Arbeitsmarkt und Konsum in den USA relativ stabil bleiben, spricht viel dafür, dass das Freizeit- und Casinogeschäft auf hohem Niveau weiterläuft. Las Vegas bleibt ein Magnet für Touristen, Messebesucher und Event-Reisende, und MGM ist an der berühmten Meile strategisch hervorragend positioniert.

Strategisch setzt das Management auf mehrere Säulen. Erstens sollen die bestehenden Resorts weiter aufgewertet werden – durch Renovierungen, neue Gastronomie-Konzepte, Entertainment-Formate und Kooperationen mit großen Sportligen und Konzertveranstaltern. Zweitens spielt die weitere Diversifizierung der Einnahmen eine wichtige Rolle: Je höher der Anteil wiederkehrender Erlöse aus Konferenzen, Shows und Gastronomie, desto geringer wird die Abhängigkeit vom klassischen Glücksspielgeschäft.

Drittens bleibt der digitale Bereich ein zentrales Wachstumsfeld. BetMGM gilt als einer der wichtigsten Treiber künftiger Margenexpansion, sofern der Markt sich tatsächlich von einem reinen Wettlauf um Marktanteile hin zu nachhaltiger Profitabilität entwickelt. In mehreren US-Bundesstaaten werden weitere Legalisierungsschritte beim Online-Glücksspiel erwartet, was zusätzliche Chancen eröffnet. Gleichzeitig wächst aber auch der regulatorische Druck, etwa in Form strengerer Werbevorschriften und Spielerschutzvorgaben. MGM muss hier sorgfältig austarieren, wie aggressiv das Wachstum vorangetrieben werden kann, ohne die regulatorische Toleranz zu überdehnen.

International bleiben Engagements wie Macau ein zweischneidiges Schwert. Einerseits eröffnen sie Zugang zu Wachstumsmärkten mit hoher Zahlungsbereitschaft, andererseits tragen sie ein nicht zu unterschätzendes Risiko durch politische und regulatorische Eingriffe. Investoren werden genau beobachten, wie stark MGM seine Abhängigkeit von potenziell volatilen Jurisdiktionen reduziert und ob das Unternehmen seine Ertragsbasis stärker auf relativ stabile Märkte stützt.

Für Anleger mit mittelfristigem Horizont bietet die MGM Resorts-Aktie damit ein klassisches Chancen-Risiko-Profil eines zyklischen Qualitätswerts: Wer an eine weiterhin robuste US-Konjunktur, an anhaltend hohe Nachfrage nach Erlebnissen und Reisen und an die weitere Etablierung des digitalen Wettgeschäfts glaubt, sieht in Rücksetzern potenzielle Einstiegsgelegenheiten. Die Bewertung ist nicht mehr billig, aber angesichts der Cashflow-Perspektive und der Möglichkeit weiterer Aktienrückkäufe auch nicht überzogen.

Vorsichtige Investoren sollten die hohe Zyklik und die Abhängigkeit von exogenen Faktoren – Zinsen, Konsumlaune, Regulierung – nicht unterschätzen. Eine stärkere Konjunkturabkühlung, neue Beschränkungen in wichtigen Märkten oder eine deutliche Verschärfung der Glücksspielregeln könnten die Gewinnschätzungen schnell unter Druck setzen. In einem solchen Szenario wäre die aktuelle Bewertung schwer zu halten, und die Aktie könnte in eine längere Konsolidierungsphase eintreten.

Im Kern läuft die strategische Frage für Investoren darauf hinaus, ob MGM Resorts eher als spätzyklischer Profiteur eines verlängerten Freizeitbooms oder als bereits weitgelaufener Titel in einem reifen Zyklus zu sehen ist. Die Analystengilde tendiert derzeit zum ersten Bild – mit moderatem Aufwärtspotenzial und dem Rat, Kursrückgänge selektiv zu nutzen. Wer ein diversifiziertes Portfolio an Freizeit- und Tourismuswerten aufbauen will, für den bleibt die MGM Resorts-Aktie daher ein Baustein, der Chancen bietet, aber eine genaue Beobachtung der makroökonomischen und regulatorischen Großwetterlage verlangt.

@ ad-hoc-news.de