Mexikos, Zollreform

Mexikos Zollreform: Neue Hürden für den Welthandel

30.01.2026 - 05:02:12

Mexiko erhöht Zölle auf Importe bis zu 50% und verschärft digitale Kontrollen, um heimische Produktion zu fördern und die Abhängigkeit von China zu verringern.

Mexiko schottet sich ab: Eine umfassende Zollreform mit drastischen Zollerhöhungen und verschärften Kontrollen zwingt internationale Unternehmen zum Umdenken. Die seit Januar geltenden Regeln treffen vor allem Importeure aus Ländern ohne Freihandelsabkommen – allen voran China.

Zölle von bis zu 50 Prozent treffen globale Lieferketten

Das Herzstück der Reform ist ein radikaler Zollschutz. Für rund 1.500 Produktkarten aus Ländern ohne Freihandelsvertrag mit Mexiko gelten seit dem 1. Januar massive Aufschläge. Die Sätze bewegen sich zwischen 5 und 50 Prozent. Besonders hart trifft es die Automobilbranche: Für Pkw aus diesen Ländern steigt der Zoll von 20 auf 50 Prozent. Auch Stahl, Textilien, Kunststoffe und Elektronik sind stark betroffen.

Für Unternehmen aus der EU, den USA oder Kanada ändert sich dagegen zunächst wenig. Sie profitieren weiterhin von den bestehenden Abkommen wie USMCA. Der Teufel steckt jedoch im Detail: Die korrekte Dokumentation des Warenursprungs wird zur Überlebensfrage. Nur wer die strengen Regeln penibel einhält, kann die hohen Zölle umgehen.

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Digitale Totalüberwachung: Der gläserne Importeur

Parallel zu den Zöllen treibt Mexiko die Digitalisierung der Zollabfertigung voran. Die neuen Außenhandelsregeln (RGCE) fordern eine lückenlose elektronische Rückverfolgbarkeit aller Waren. Unternehmen müssen ihre gesamte Handelsdokumentation – von der Produktion bis zur Buchhaltung – digital bereithalten.

Die Rolle der Zollagenten wird aufgewertet und zugleich riskanter. Sie haften nun persönlich für Fehler bei der Warenklassifizierung. Für jeden Kunden müssen sie eine digitale Akte mit Firmendokumenten, Adressnachweisen und sogar Fotos der Geschäftsräume führen. Das Ziel ist klar: Mehr Transparenz, weniger Schmuggel und Steuerhinterziehung.

Hohe Strafen und neue Logistik-Vorschriften

Die neuen Spielregeln sind hart. Bei Verstößen drohen Sanktionen von bis zu 300 Prozent des Warenwerts. Besonders streng sind die Auflagen für sensible Güter und Unternehmen in Sonderprogrammen wie IMMEX, dem mexikanischen Pendant zur Maquiladora-Industrie.

Auch die Lagerlogistik wird umgekrempelt. Zolllager müssen nun mit integrierten Kontrollsystemen, Videoüberwachung und Fernzugriff für die Behörden ausgestattet sein. Waren, die nicht fristgerecht eintreffen, gelten sofort als illegal im Land. Eine finanzielle Neuerung: Statt klassischer Garantiekonten können nun auch Akkreditive zur Sicherung von Zollabgaben genutzt werden.

Industriepolitik mit klarer Botschaft: Produziert vor Ort!

Hinter den Reformen steckt eine strategische Neuausrichtung. Die mexikanische Regierung will die heimische Industrie schützen, die Importabhängigkeit verringern und Nearshoring-Investitionen fördern. In Zeiten globaler Handelsspannungen setzt man auf eine Vertiefung der nordamerikanischen Wirtschaftsbeziehungen.

Analysten sehen die Maßnahmen auch als Vorbereitung auf die anstehende Überprüfung des USMCA-Abkommens 2026. Die erhofften Mehreinnahmen in Milliardenhöhe sollen zudem die Staatskasse füllen. Die Botschaft an internationale Konzerne ist eindeutig: Wer in Mexiko verkaufen will, sollte auch vor Ort produzieren.

Was deutsche Unternehmen jetzt tun müssen

Für deutsche Exporteure und Produzenten mit Lieferketten nach Mexiko ist schnelles Handeln gefragt. Die Prioritäten liegen auf drei Ebenen: Erstens muss die Lieferkettenanalyse klären, welche Teile von den neuen Zöllen betroffen sind. Zweitens wird die Ursprungsdokumentation zum kritischen Erfolgsfaktor. Drittens muss die Zusammenarbeit mit Zollpartnern intensiviert werden, um die komplexen Compliance-Vorgaben zu erfüllen.

Angesichts der drakonischen Strafen ist Proaktivität die beste Strategie. Der Zugang zu einem der wichtigsten Märkte Lateinamerikas wird teurer und bürokratischer – aber nicht unmöglich. Wer die neuen Regeln ernst nimmt und seine Prozesse anpasst, kann auch in der neuen Ära des mexikanischen Handels erfolgreich sein.

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