Meta sichert sich Rekord-Mengen an Atomstrom für KI-Offensive
10.01.2026 - 21:32:12Meta setzt im Wettrennen um Künstliche Intelligenz auf Atomkraft. Das Unternehmen hat Verträge über bis zu 6,6 Gigawatt Kernenergie abgeschlossen – eine der größten Unternehmensbestellungen in der Geschichte der Nuklearbranche. Der Deal soll den gewaltigen, stetigen Strombedarf der nächsten KI-Generation decken.
Historischer Deal für stabilen Strom
Die am Freitag bekanntgegebenen Vereinbarungen mit dem Energieriesen Vistra und den Reaktorentwicklern TerraPower und Oklo verfolgen eine Doppelstrategie: Sie kombinieren sofort verfügbare Kapazität mit Investitionen in Zukunftstechnologien.
Kernstück der Sofortversorgung ist die Partnerschaft mit Vistra. Das Unternehmen wird über 2,1 GW Strom aus seinen bestehenden Atomkraftwerken in Ohio und Pennsylvania liefern. Meta unterstützt zudem Modernisierungen, die zusätzlich 433 Megawatt ans Netz bringen sollen.
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Für die Zukunft setzt Meta auf neuartige Small Modular Reactors (SMRs). Mit TerraPower, einer von Bill Gates gegründeten Firma, sollen zwei Natrium-Reaktoren bis 2032 entstehen. Parallel entwickelt Meta mit dem von OpenAI-Chef Sam Altman unterstützten Unternehmen Oklo einen 1,2 GW starken Nuklearcampus in Ohio.
Strom für den Supercomputer „Prometheus“
Die gigantischen Strommengen sind kein theoretisches Projekt. Ein Großteil soll den geplanten KI-Supercluster „Prometheus“ in Ohio versorgen. Diese Anlage, die noch in diesem Jahr ans Netz gehen soll, bildet das Rückgrat für das Training von Metas KI-Modellen.
Die Standortwahl ist strategisch. Durch die Nähe zu den Atomkraftwerken umgeht Meta Engpässe im Stromnetz, die erneuerbare Energien oft bremsen. Im Gegensatz zu Sonne und Wind liefert Atomkraft die benötigte, unterbrechungsfreie Grundlast – eine essentielle Voraussetzung für rechenintensive KI-Systeme.
„Kernenergie ist unverzichtbar, um unsere KI-Ambitionen voranzutreiben und gleichzeitig Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, betonte Urvi Parekh, Metas Leiterin für globale Energie. Die gesicherte Menge reicht rechnerisch aus, um etwa fünf Millionen Haushalte zu versorgen.
Tech-Giganten im Energie-Wettlauf
Metas Ankündigung heizt den Wettbewerb unter den Cloud-Riesen weiter an. Auch Microsoft, Amazon und Google sichern sich zunehmend atomare Stromlieferungen für ihre Rechenzentren. Doch Metas Portfolio von 6,6 GW gilt Analysten zufolge als die bislang größte Einzelbestellung.
Die Mischstrategie ist klug: Während die Vistra-Kapazitäten sofort verfügbar sind, bieten die SMR-Projekte langfristiges Potenzial. Meta sichert sich damit gegen Bauverzögerungen bei den neuen Reaktoren ab, ohne auf heutige Versorgung verzichten zu müssen.
Notwendige Wende mit Risiken
Der Schwenk der Tech-Branche zur Atomkraft spiegelt eine harte Realität wider: Erneuerbare Energien allein können den explosionsartig wachsenden Stromhunger der KI nicht decken. Der Energieverbrauch von Rechenzentren dürfte sich bis 2030 verdoppeln.
Doch die Pläne bergen Risiken. Die SMR-Technologie steckt in den USA noch in der Zulassungsphase. Kein kommerzieller Kleinreaktor ist dort bisher in Betrieb, und die regulatorischen Hürden bleiben hoch. Die Partnerschaft mit TerraPower und Oklo ist somit auch eine Wette auf die Zukunft.
Der Markt honoriert den Schritt zunächst: Die Aktien von Vistra und Oklo legten nach der Ankündigung spürbar zu. Investoren setzen Hoffnung in die Finanzkraft der Tech-Giganten, die den lang erwarteten „nuklearen Frühling“ endlich anschieben könnten.
Blaupause für die Energiezukunft?
Metas unmittelbare Aufgabe ist nun die Integration der Vistra-Lieferungen in das Stromnetz, um „Prometheus“ an den Start zu bringen. Langfristig wird die Branche die Fortschritte bei den neuen Reaktorprojekten genau verfolgen.
Sollte das Modell erfolgreich sein – Tech-Konzerne als Hauptabnehmer für neue Atomkraftwerke –, könnte es zur Blaupause für Amerikas Energieinfrastruktur werden. Weitere Ankündigungen werden für 2026 erwartet, wenn Konkurrenten nachziehen und die verbleibenden Netzkapazitäten sichern wollen.
Meta hat mit dem Deal Fakten geschaffen. Mark Zuckerberg sendet ein klares Signal: Im Rennen um Künstliche Intelligenz könnte die entscheidende Ressource nicht der Silizium-Chip, sondern das Atom sein, das ihn antreibt.
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