KI-Startup, Manus

Meta kauft KI-Startup Manus für 2,5 Milliarden Euro

03.01.2026 - 21:52:12

Meta integriert die autonome Agenten-Technologie von Manus in WhatsApp und verdrängt gleichzeitig Konkurrenz-Bots von der Plattform, um den Messenger zum zentralen Arbeitswerkzeug zu machen.

Meta übernimmt das KI-Startup Manus und verbannt gleichzeitig Konkurrenz-Bots von WhatsApp. Der Deal für umgerechnet 2,5 Milliarden Euro soll den Messenger in eine Befehlszentrale für Alltagsaufgaben verwandeln – und markiert eine strategische Zäsur.

Der Kauf des singapurischen Unternehmens wurde diese Woche abgeschlossen. Die Technologie von Manus, ein sogenanntes autonomes Agenten-System, wird direkt in WhatsApp integriert. Damit vollzieht der Messaging-Riese eine radikale Wende: weg von simplen Chatbots, hin zu fähigen digitalen Arbeitskräften.

Das Timing ist kein Zufall. Ab dem 15. Januar 2026 tritt eine umstrittene neue Richtlinie in Kraft. Meta verbietet dann allgemeine KI-Bots von Drittanbietern auf der WhatsApp-Business-API. Das Feld wird für die eigene, frisch erworbene Technologie frei geräumt.

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Vom viralen Demo-Video zum WhatsApp-Kern

Manus erlangte im März 2025 weltweit Aufmerksamkeit. Eine virale Demonstration zeigte, was Branchenkenner als „DeepSeek-Moment“ für autonome Agenten bezeichneten. Im Gegensatz zu großen Sprachmodellen, die nur Text generieren, ist Manus ein „agentisches“ System. Es kann komplexe, mehrstufige Arbeitsabläufe eigenständig ausführen.

Die Integration verspricht, WhatsApp vom Kommunikationstool zum Kommandozentrum zu machen. Der neue „Meta Agent“ soll laut technischen Details aus den Akquisitionsberichten weit über heutige Assistenten hinausgehen:

  • Autonome Aufgabenerledigung: Nutzer geben Befehle wie „Plan eine Geschäftsreise nach Tokio für nächsten Monat unter 3.000 Euro“. Der Agent sucht eigenständig Flüge, prüft Hotels gegen Kalendertermine und legt eine finale Reiseplanung zur Freigabe vor – ohne schrittweise Anleitung.
  • Asynchroner Betrieb: Eine Schlüsselfunktion ist die Hintergrundarbeit. Ein Nutzer kann eine Rechercheaufgabe stellen, die App schließen, und der Agent arbeitet in der Cloud weiter. Bei Fertigstellung kommt eine Benachrichtigung.
  • Werkzeug-Integration: Das System kann mit externen Browsern, Code-Editoren und Dateisystemen interagieren. Es dient als Brücke zwischen Absicht und Handlung, navigiert auf Webseiten oder schreibt sogar Code.

Analysten sehen darin die Schließung der größten Lücke in Metas KI-Portfolio: die Fähigkeit, Dinge zu tun, nicht nur zu sagen. Während Llama 4 (Metas Flaggschiff-Modell) im logischen Denken glänzt, liefert Manus die „Hände“ für die Ausführung.

Strategische Neuausrichtung und geopolitisches Minenfeld

Der Kauf ist der jüngste aggressive Zug von Metas neuer „Superintelligenz“-Division. Sie wurde Mitte 2025 gegründet und von Alexandr Wang geleitet, dem Gründer von Scale AI. Ihr Ziel: „persönliche Superintelligenz“ für jeden Nutzer erreichen.

Meta betonte, Manus werde seinen eigenständigen Abo-Service von Singapur aus weiterführen. Die Kerntechnologie werde jedoch zum Motor für WhatsApps neuen „Agentic Mode“.

Das Geschäft navigiert auch komplexes geopolitischen Terrain. Manus wurde ursprünglich in China vom Unternehmer Xiao Hong gegründet und zog 2025 nach Singapur, um sich von US-chinesischen Handelskonflikten zu distanzieren. Als Teil der Übernahmebedingungen werden alle verbleibenden Verbindungen zu chinesischen Investoren gekappt. Die Aktivitäten in China selbst werden eingestellt, um US-Regularien zu entsprechen.

Monopolisierung im „walled garden“?

Das Timing der Integration ist eng mit der Deadline für die WhatsApp-Business-Welt verknüpft. Die aktualisierten Nutzungsbedingungen verbieten ab dem 15. Januar „Allzweck-KI-Chatbots“ von Dritten.

Seit zwei Jahren nutzen Startups und Größen wie OpenAI WhatsApp als Vertriebskanal für ihre Assistenten. Die neue Politik stuft diese Bots als „unautorisierte Verbreitung“ ein und verdrängt sie von der Plattform.

Marktbeobachter deuten dies als klassische „Walled-Garden“-Strategie. Indem Meta Konkurrenz entfernt, während es selbst eine überlegene native Lösung anbietet, monopolisiert es effektiv den „KI-Agenten“-Markt im weltweit populärsten Messenger. Unternehmen, die bisher auf Dritt-Bots setzten, werden wahrscheinlich zu Metas eigenen, kostenpflichtigen Business-Lösungen mit Manus-Technologie gedrängt.

Reaktionen: Begeisterung und Bedenken

Die Tech-Branche reagiert mit einer Mischung aus Bewunderung und Sorge. Risikokapitalgeber sehen den hohen Kaufpreis – ein Aufschlag für ein Unternehmen mit weniger als einem Jahr öffentlicher Bekanntheit – als Bestätigung der „Agentic AI“-These.

„Wir bewegen uns vom ‘Chat’- zum ‘Work’-Zeitalter“, so ein Senior-Analyst eines großen Tech-Forschungsunternehmens. „Meta hat erkannt, dass die Schnittstelle allein nicht reicht. Sie müssen die Arbeit besitzen, die darin passiert. Manus gibt ihnen eine digitale Belegschaft, die an 3 Milliarden Nutzer vermietet werden kann.“

Datenschützer schlagen bereits Alarm. Ein autonomer Agent, der im Namen des Nutzers handeln darf, erfordert ein Vertrauensniveau, das Meta historisch schwerfiel aufzubauen. Die Berechtigung, Tickets zu buchen, Kalender einzusehen und im Web zu browsen, wirft grundlegende Fragen auf.

Der Fahrplan: Was Nutzer 2026 erwartet

Die ersten Anzeichen der Manus-Integration in WhatsApp sind für Ende des ersten Quartals 2026 zu erwarten. Der Start soll mit „Smart Business Agents“ für Firmenkunden beginnen. Unternehmen könnten dann autonome Kundenservice-Mitarbeiter einsetzen, die komplexe Anfragen ohne menschliches Zutun bearbeiten – etwa Rückerstattungen veranlassen oder Flugdetails ändern.

Verbraucherfunktionen wie der persönliche Reiseplaner oder Recherche-Assistent sind für die zweite Jahreshälfte geplant. Meta deutete auch app-übergreifende Funktionen an: Ein Agent könnte eine Veranstaltung in WhatsApp planen, ein Werbebild in Instagram erstellen und eine Eventseite auf Facebook einrichten – alles mit einem einzigen Befehl.

Während die Chatbot-Landschaft auf WhatsApp in den Wochen vor dem 15. Januar chaotisch werden dürfte, ist Metas Weg klar: Die Zukunft der Nachrichtenübermittlung dreht sich nicht um Gespräche mit Freunden. Sie dreht sich um die Verwaltung des digitalen Personals.

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