Bonussystem, Top-Performer

Meta führt Bonussystem mit 300-Prozent-Prämien für Top-Performer ein

16.01.2026 - 08:40:12

Der Tech-Konzern etabliert mit dem Programm 'Checkpoint' eine klare Leistungshierarchie, um Talente zu binden und Verwaltungsaufwand zu reduzieren.

Meta belohnt Spitzenkräfte künftig mit bis zu 300 Prozent Bonus – und schafft damit einen neuen Standard im Tech-Kampf um Talente. Das neue System „Checkpoint“ soll Verwaltungsaufwand drastisch reduzieren und eine klare Leistungshierarchie etablieren. Die Ankündigung fällt in eine Phase strategischer Neuausrichtung und folgt auf jüngste Entlassungswellen.

Vierstufiges System ersetzt komplexe Strukturen

Herzstück der Reform ist ein vereinfachtes, vierstufiges Bewertungsmodell. Rund 70 Prozent der Belegschaft sollen in die neue Basis-Kategorie „Excellent“ fallen, die mit einem Bonusmultiplikator von 115 Prozent vergütet wird. Die Stufe „Outstanding“ (200 Prozent Bonus) ist für etwa 20 Prozent der Mitarbeiter vorgesehen. Die unteren Kategorien „Benötigt Verbesserung“ (50 Prozent) und „Erwartungen nicht erfüllt“ (0 Prozent) ziehen klare Konsequenzen nach sich.

Die radikalste Neuerung ist der exklusive „Meta Award“. Er ist für eine winzige Gruppe reserviert, deren Arbeit „wahrhaft außergewöhnlichen Einfluss“ hat. Diese Top-Performer können das Dreifache ihres Zielbonus erhalten – ein Multiplikator von satten 300 Prozent. Damit schafft der Konzern einen in der Branche beispiellosen finanziellen Anreiz.

Effizienzgewinn und strategischer Kontext

Das neue System soll massive Effizienzgewinne bringen. Internen Daten zufolge verbringen Manager derzeit etwa 80 Stunden pro Jahr mit Beurteilungen. Mitarbeiter wenden kollektiv rund 330.000 Stunden pro Zyklus für Peer-Feedback auf, das weniger als ein Viertel der Führungskräfte als nützlich erachtet. „Checkpoint“ will den Fokus auf messbare Ergebnisse lenken.

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Peer-Feedback frisst Hunderttausende Stunden – und erstaunlich oft fehlt der echte Mehrwert. Wenn Leistungsbeurteilungen motivieren statt demotivieren sollen, helfen strukturierte Feedback-Methoden. Der kostenlose Report „4 Profi-Feedback-Methoden“ erklärt praxisnahe Techniken (z. B. Start‑Stop‑Keep, Ampel‑Feedback), die Gespräche fokussieren, klare Handlungsfelder schaffen und Zeit sparen. Ideal für Führungskräfte und HR-Verantwortliche, die Beurteilungen effizienter und fairer gestalten wollen. Jetzt kostenlosen Feedback-Leitfaden herunterladen

Die Umstellung erfolgt in einem heißen Wettbewerbsumfeld, besonders im KI-Bereich. Sie folgt direkt auf eine Kündigungswelle, von der über 1.000 Mitarbeiter – vor allem in der verlustreichen Metaverse-Sparte Reality Labs – betroffen waren. Diese Gleichzeitigkeit von Personalabbau und lukrativen Bonuszahlungen unterstreicht Metas Strategie: Abschied von unprofitablen Bereichen und massive Investition in Top-Talente.

Zwei Bewertungszyklen und nächste Schritte

Künftig wird es zwei Beurteilungszyklen pro Jahr geben – zur Jahresmitte und zum Jahresende. Die Boni werden jeweils im Anschluss ausgezahlt. Gehaltserhöhungen bleiben jährlich nach dem zweiten Zyklus, Aktienzuteilungen basieren auf dem Durchschnitt beider Bewertungen.

Am 22. Januar informiert Meta in einer unternehmensweiten Versammlung detailliert über die Änderungen. Der Erfolg des Modells hängt davon ab, ob es die gewünschte Motivation bei den Besten erzeugt, ohne die breite Mehrheit der Belegschaft zu demotivieren. Es wird die Art, wie Leistung bei einem der weltgrößten Tech-Konzerne definiert und vergütet wird, nachhaltig verändern.

@ boerse-global.de