Mercedes-Benz startet mit NVIDIA und Uber globalen Robotaxi-Angriff
30.01.2026 - 05:31:12Mercedes-Benz geht mit NVIDIA und Uber eine Allianz für ein weltweites Luxus-Robotaxi-Netz ein. Basis ist eine neue, vollautonome S-Klasse.
Der Stuttgarter Autobauer setzt damit einen strategischen Meilenstein im Wettrennen um den Fahrerlosen Transport. Die auf SAE Level 4 ausgelegte Plattform soll die Sicherheits- und Luxusstandards der S-Klasse in einen skalierbaren, führerlosen Fahrdienst überführen. Geplant ist der Einsatz in Amerika, Asien, Europa und dem Mittleren Osten. Diese Partnerschaft vereint erstmals einen Premium-Autobauer, einen KI-Chipführer und das größte Ride-Hailing-Netzwerk der Welt.
Die Allianz der Giganten: Wer was beisteuert
Jeder Partner bringt seine Kernkompetenz in das Dreierbündnis ein. Mercedes-Benz liefert das Fahrzeug: eine speziell entwickelte S-Klasse mit dem hauseigenen Mercedes-Benz Operating System (MB.OS). Das Fahrzeug verfügt über ausgefeilte Redundanzen für Lenkung, Bremsen und Stromversorgung, um einen ausfallsicheren Betrieb zu gewährleisten.
NVIDIA stellt die Rechenpower und Software. Die gesamte autonome Steuerung läuft auf der DRIVE Hyperion-Architektur des KI-Spezialisten. Diese „vollständige Softwarelösung“ nutzt KI-basierte Modelle, um komplexe Verkehrssituationen zu meistern.
Seit August 2024 gelten in der EU konkrete Pflichten für Anbieter und Betreiber von KI‑Systemen – genau das, was NVIDIAs DRIVE‑Plattform und ihre Nutzer betrifft. Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen, umfangreiche Dokumentation und Übergangsfristen können Entwicklung und Rollout stark beeinflussen. Wer früh die Anforderungen kennt, spart Zeit und Geld. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie Sie KI‑Systeme rechtssicher klassifizieren, dokumentieren und Fristen einhalten – inklusive praxistauglicher Checklisten. KI‑Verordnung: Kostenlosen Umsetzungsleitfaden herunterladen
Uber integriert die Fahrzeuge schließlich in seine globale Mobilitätsplattform. So soll das chauffeurähnliche Erlebnis einer autonomen S-Klasse für Millionen Kunden buchbar werden. Die Partnerschaft zeigt, wie etablierte Industrien und Tech-Pioniere gemeinsam neue Märkte erschließen können.
Die Technik hinter dem führerlosen Chauffeur
Level 4 bedeutet: Das Fahrzeug übernimmt in einem definierten Einsatzgebiet alle Fahraufgaben vollständig, ohne dass ein Mensch eingreifen muss. Die Technik dafür ist komplex. Ein umfangreicher Sensor-Satz aus LiDAR, Radar und Kameras erfasst die Umgebung. Diese Daten werden von NVIDIAs Plattform in Echtzeit verarbeitet.
Das System ist auf absolute Zuverlässigkeit getrimmt. Sensoren und Hardware sind mehrfach redundant ausgelegt. Fällt ein Teil aus, übernimmt sofort ein anderes. Parallel laufen moderne KI-Algorithmen und klassische Regelwerke ab, um die Entscheidungsfindung abzusichern. So soll das Auto auch mit unvorhersehbaren Situationen – plötzlich auftauchenden Fußgängern oder ungewöhnlichen Straßenverhältnissen – sicher umgehen können.
Globale Strategie: Parallele Projekte sammeln Daten
Die Allianz mit NVIDIA und Uber ist nicht das einzige Robotaxi-Vorhaben von Mercedes-Benz. Bereits Ende 2025 kündigte der Konzern ein ähnliches Level-4-Projekt in Abu Dhabi an, gemeinsam mit dem autonomen Fahrspezialisten Momenta. Auch dort dient die S-Klasse als Basis, Testfahrzeuge sollen noch in diesem Jahr auf die Straßen der Emirate rollen.
Zudem testet Mercedes seit längerem Level-4-Systeme in Peking, mit Genehmigung für ausgewählte Innenstadtstraßen und Autobahnen. Dort stehen komplexe urbane Manöver wie Kreisverkehre und Linksabbiegen bei Gegenverkehr im Fokus. Diese parallelen Initiativen verfolgen eine klare Strategie: Durch Partnerschaften in verschiedenen Märkten sammelt das Unternehmen wertvolle Daten und Erfahrungen für die globale Entwicklung.
Strategische Kurskorrektur: Vom Privatkunden zum kommerziellen Dienst
Der Vorstoß markiert eine bemerkenswerte Schwerpunktverlagerung bei Mercedes. Erst kürzlich stoppte der Konzern den Rollout seines Level-3-„Drive Pilot“-Systems für Privatkunden. Die Begründung: begrenzte Nachfrage und hohe Entwicklungskosten für das „Hände-und-Augen-weg“-Feature.
Stattdessen konzentriert man sich nun auf fortschrittliche Level-2+-Systeme für den Privatmarkt und das ehrgeizige Ziel der Level-4-Autonomie für Flotten. Der Fokus verschiebt sich damit von Komfortfeatures für Fahrzeugeigentümer hin zu gewerblichen Robotaxi-Diensten. Ein klares Signal, wo Mercedes den größten Markt und die schnellste Skalierung für die autonome Zukunft sieht.
Der Weg bis zur flächendeckenden Verfügbarkeit der Robotaxis ist jedoch noch lang. Ein konkretes Startdatum nannte das Konsortium nicht. Zunächst stehen umfangreiche Test- und Validierungsphasen in ausgewählten Märkten an. NVIDIA wird dabei seine Simulations-Tools einsetzen, um das System milliardenfach in virtuellen Kilometern zu trainieren. Sicherheit und Zuverlässigkeit stehen an erster Stelle, bevor die ersten Kunden einsteigen dürfen.
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