Mental, Health

Mental Health Coaches: Erfolgsprogramm vor dem Aus

28.11.2025 - 17:09:12

Die psychische Belastung junger Menschen bleibt kritisch. Während Experten Alarm schlagen, droht einem der wenigen wirksamen Hilfsprogramme das Ende – mitten in der Krise.

Aktuelle Auswertungen führender Gesundheitsinstitute zeichnen ein besorgniserregendes Bild: Die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat sich nach der Pandemie nicht erholt. Die Belastung verharrt auf Krisenniveau. Gleichzeitig steht das erfolgreiche Programm der „Mental Health Coaches” auf der Kippe.

Neueste Daten der COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und des Deutschen Schulbarometers belegen: 21 Prozent der Kinder und Jugendlichen zeigen psychische Auffälligkeiten. Vor Corona waren es 17 Prozent.

Noch alarmierender ist die subjektive Wahrnehmung: Etwa 27 Prozent der Schüler empfinden ihre Lebensqualität als gering. Bei Kindern aus einkommensschwachen Haushalten liegt der Wert bei 37 Prozent.

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„Wir sehen keine Entwarnung, sondern eine Chronifizierung der Belastung”, warnen UKE-Experten. Die Ursachen haben sich verschoben: Statt Lockdowns belasten heute Kriege, Klimakrise und wirtschaftliche Unsicherheiten die junge Generation dauerhaft.

Erfolgsmodell ohne Zukunft?

Das Modellprogramm „Mental Health Coaches” des Bundesfamilienministeriums brachte Fachkräfte an über 100 Schulen. Die Bilanz fällt überwältigend aus:

  • 90 Prozent aller Beteiligten wünschen sich eine Fortführung
  • Schulleitungen berichten von deutlicher Entlastung
  • Psychische Probleme werden im Schulalltag enttabuisiert

Dennoch droht dem Projekt das Aus. Die Finanzierung läuft Ende des Schuljahres 2024/2025 aus. DAK-Vorstandschef Andreas Storm warnt eindringlich: „Wir dürfen das Programm nicht der Schuldenbremse opfern. Sonst wächst eine verlorene Generation mit seelischen Leiden heran.”

Krankenkassen und Sozialverbände fordern vehement eine Entfristung. Das Programm müsse vom Modellstatus in ein dauerhaftes Regelangebot überführt werden.

Wartelisten statt Prävention

Die Überlastung des therapeutischen Systemes verschärft die Lage zusätzlich. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz beträgt im Bundesdurchschnitt fünf bis sechs Monate. In ländlichen Regionen oft noch länger.

Angesichts dieser Versorgungslücke rückt Prävention stärker in den Fokus. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung betont: Hilfe muss ansetzen, bevor eine klinische Störung entsteht.

Ein Schlüsselwerkzeug wäre die J1-Jugendgesundheitsuntersuchung für 12- bis 14-Jährige. Doch zwei Drittel der Eltern wissen nicht einmal, dass dieser umfassende Check-up Kassenleistung ist. Neue Kampagnen sollen diese Wissenslücke schließen.

Reaktion statt Prävention

Die aktuellen Entwicklungen zeigen ein systemisches Defizit: Das deutsche Gesundheitssystem arbeitet weiterhin im Reaktionsmodus. Zwar existiert eine hochwertige Versorgung, doch bürokratische Hürden und Kapazitätsengpässe blockieren den Zugang.

Die Stagnation der Belastungswerte macht deutlich: Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus. Experten sehen wachsenden Bedarf an digitalen, niederschwelligen Angeboten, die die Lücke zwischen Schulsozialarbeit und klinischer Therapie schließen könnten.

Entscheidende Monate voraus

Die kommenden Haushaltsverhandlungen werden zeigen, ob die „Mental Health Coaches” eine Zukunft haben. Läuft die Finanzierung im Sommer aus, fällt eine der wenigen funktionierenden präventiven Strukturen an Schulen weg.

Gleichzeitig steht die Kultusministerkonferenz unter Druck, mentale Gesundheit fest in den Lehrplänen zu verankern. Ohne strukturelle Änderungen werden sich die Belastungszahlen auch 2026 nicht verbessern – da sind sich Experten einig.

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