MedTech-Branche startet 2026 im Umsetzungsmodus
03.01.2026 - 02:00:12Die österreichische Medizintechnik-Branche nutzt 2026 als entscheidendes Vorbereitungsjahr. Der Fokus liegt auf der Umsetzung des EU AI Acts und nationaler Vergabereformen, während die Exporte stabil bleiben.
Für Hersteller wird 2026 zum Jahr der kritischen Analyse. Ab August 2027 gelten die strengen Vorgaben des EU AI Acts für KI-basierte Medizinprodukte der Klasse IIa und höher. Wer die laufende Übergangsfrist nicht für die Anpassung technischer Dokumentationen nutzt, riskiert einen Marktausschluss.
Parallel schreitet der Aufbau des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) voran. Österreich konzentriert sich aktuell auf Pilotprojekte und die technische Vorbereitung von Schnittstellen, um die künftige Daten-Interoperabilität in der EU zu sichern.
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Nationaler Fokus: Das neue Vergaberecht
Die heimische Branche debattiert intensiv das Vergaberechtsgesetz 2026. Der Verband AUSTROMED fordert eine Stärkung des „Bestbieterprinzips“ gegenüber reinen Billigstangeboten. Die Frage ist: Werden qualitative Kriterien wie Versorgungssicherheit künftig mehr zählen? Die ersten Ausschreibungen im Laufe des Jahres werden es zeigen.
Für viele österreichische KMUs ist das entscheidend. Sie können oft mit Qualität und Service punkten, stehen im Preis aber unter Druck von globalen Billiganbietern.
Wohin fließt das Forschungsgeld?
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zukunft der Förderung. Das aktuelle FFG Life-Science-Programm mit 95 Millionen Euro endet 2026. Die Branche blickt gespannt auf die Verhandlungen für die Anschlussfinanzierung ab 2027.
Der Erfolg heimischer Nischenplayer – etwa in der 3D-Druck-Technologie für Implantate – hängt maßgeblich von dieser staatlichen Risikokapitalunterstützung ab. Sie ist auch ein wichtiger Anreiz für internationale Konzerne, ihre Produktion in Österreich zu halten.
Österreich im EU-Vergleich: Solide, aber gebremst
Im europäischen Vergleich steht Österreich solide da, kämpft aber mit bekannten Problemen: Fachkräftemangel und Bürokratie. Während Länder wie Finnland bei digitaler Infrastruktur oft schneller sind, punktet Österreich durch sein enges Netzwerk aus Forschung und Industrie.
Doch die Kombination aus Medical Device Regulation (MDR) und den Vorbereitungen auf den AI Act bindet enorme Ressourcen. Diese fehlen dann in der Forschung. Die österreichische Spezialisierung auf High-Tech-Lösungen ist hier ein zweischneidiges Schwert: Sie bringt hohe Margen, unterliegt aber auch den komplexesten Zulassungsverfahren.
Was kommt 2026 auf die Branche zu?
Experten rechnen mit einer Konsolidierungswelle. Kleinere Hersteller, die den regulatorischen Aufwand nicht stemmen können, werden verstärkt Partnerschaften suchen oder übernommen werden.
Bis Jahresende erwartet die Branche klare Signale für die Forschungsförderung ab 2027. Gelingt die Vorbereitung auf das KI-Zeitalter, könnte 2026 als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem die österreichische MedTech-Branche die Weichen richtig stellte.
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