Mecklenburg-Vorpommern knackt 60-Prozent-Marke bei Glasfaserausbau
27.12.2025 - 10:01:12Das Bundesland hat seine digitale Infrastruktur massiv ausgebaut und liegt nun im bundesweiten Mittelfeld. Die gezielte Förderpolitik gilt als Blaupause für ländliche Regionen.
Mecklenburg-Vorpommern hat einen wichtigen Meilenstein bei der digitalen Infrastruktur erreicht. Mehr als 60 Prozent der Haushalte im Nordosten sind nun mit Glasfaser erschlossen. Das gab die Landesregierung heute bekannt und markiert damit den zehntes Jahrestag ihrer Breitbandstrategie. Die Expansion hat sich deutlich beschleunigt – vor einem Jahr lag die Quote erst bei 50 Prozent.
Ein Jahrzehnt gezielter Infrastrukturförderung
Der Weg zu 60 Prozent war eine gewaltige Aufgabe für das am dünnsten besiedelte Bundesland. Vor zehn Jahren startete das umfassende Förderprogramm. Damals war Glasfaser in Mecklenburg-Vorpommern praktisch nicht existent. Private Anbieter zeigten in den ländlichen Regionen kaum Interesse.
Die anfänglichen Kostenschätzungen lagen bei rund 2,3 Milliarden Euro. Diese Summe erforderte eine enge Zusammenarbeit von Bund, Land und Kommunen. Das Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft wurde zum Schlüssel, um die wirtschaftlichen Herausforderungen der weiten Flächen zu meistern. Der Fokus lag stets auf den Gebieten, in denen der Markt allein versagte.
Tempo zieht spürbar an
Die Expansion hat in den letzten 18 Monaten deutlich Fahrt aufgenommen. Das Land erreichte die 50-Prozent-Marke bereits Ende 2024 – ein Jahr früher als das nationale Zwischenziel vorsah. Seither kamen weitere zehn Prozentpunkte hinzu. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Vergleich nun im soliden Mittelfeld.
Passend zum Thema Breitbandausbau — je mehr Haushalte ans Gigabit‑Netz angeschlossen werden, desto wichtiger wird IT‑Sicherheit für Unternehmen und Kommunen. Ein kostenloses E‑Book erklärt, welche Cyber‑Risiken neue Netzanbindungen mit sich bringen und welche praktischen Maßnahmen kleine Betriebe und Verwaltungen jetzt ergreifen können, um Angriffe zu verhindern. Der Leitfaden liefert sofort umsetzbare Tipps und Hinweise zu relevanten Regelungen für 2024/2025. Gratis E‑Book: Cyber Security Awareness Trends herunterladen
Das ist ein beachtlicher Aufstieg gegenüber der Position vor einem Jahrzehnt. Während Schleswig-Holstein mit über 90 Prozent weiter führt, hat die gezielte Subventionspolitik im Nordosten Hunderttausende zuvor unterversorgte Adressen ans Gigabit-Netz angeschlossen. Der Schwerpunkt liegt auf der Beseitigung der letzten „Weißen Flecken“ mit Geschwindigkeiten unter 30 Mbit/s. Der Großteil der geplanten fast 20.000 Kilometer neuer Glasfaserstrecken ist bereits verlegt.
Die Herausforderung der Nachfrage
Doch es gibt eine Kluft zwischen Angebot und Nachfrage. Während die Leitung verfügbar ist, lag die tatsächliche „Take-up-Rate“ – also der Abschluss von Glasfaserverträgen – Mitte 2025 nur bei etwa 35 Prozent. Experten sehen die Ursache in langlaufenden DSL-Verträgen und fehlendem Druck beim Nutzer zum Wechsel.
Die Landesregierung betont jedoch, dass die Infrastruktur weiter Priorität hat. Digitalisierungsminister Christian Pegel bekräftigte das Ziel, Glasfaser „zu jeder Milchkanne“ zu bringen. Damit unterstreicht das Land seinen Willen, auch die abgelegensten Höfe und Häuser nicht abzuhängen.
Wirtschaftlicher Game-Changer für den Nordosten
Für die wirtschaftliche Zukunft des Landes ist der Ausbau entscheidend. In einer Region, die von Tourismus und Landwirtschaft lebt, ist schnelles Internet kein Luxus mehr, sondern Grundvoraussetzung. Gigabit-Geschwindigkeit wird zum Entscheidungskriterium für Urlaubsbuchungen an der Küste und für Unternehmen, die über eine Ansiedlung nachdenken.
Das mecklenburg-vorpommersche Modell beweist die Wirksamkeit staatlicher Intervention im ländlichen Raum. Durch zentralisierte Strategie und Koordination mit den Landkreisen entstand ein Netz, das privatwirtschaftlich nie gebaut worden wäre. Dieses Modell gilt inzwischen als Blaupause für andere ländliche Regionen Europas.
Der Weg zur Vollversorgung
Die nächste Phase hat bereits begonnen. Nach den „Weißen Flecken“ rücken nun die „Grauen Flecken“ in den Fokus – Gebiete mit besserer, aber noch nicht gigabitfähiger Versorgung. Beobachter erwarten, dass das hohe Bautempo 2026 und 2027 anhalten wird.
Die letzten 10 bis 20 Prozent der Haushalte werden jedoch die größte Herausforderung. Sie sind oft extrem abgelegen und teuer anzuschließen. Hier bleibt langfristige öffentliche Investition nötig. Hält das Land seinen Kurs, könnte Mecklenburg-Vorpommern bis Ende des Jahrzehnts nahezu flächendeckend mit Glasfaser versorgt sein – und seinen Wandel vom digitalen Nachzügler zur voll vernetzten Region vollenden.
Übrigens: Wenn Tausende Haushalte neu online gehen, steigt auch das Risiko für Phishing-Angriffe. Ein kostenloser 4‑Schritte-Guide zeigt praxisnahe Schutzmaßnahmen, wie Sie Mitarbeiter und Familien vor betrügerischen Mails schützen können – inklusive Checklisten zur Schulung. Perfekt für Kommunen, Schulen und kleine Unternehmen, die jetzt ihre Nutzer sensibilisieren wollen. Schnell umsetzbar und kostenfrei per Download. In 4 Schritten: Anti-Phishing-Paket gratis herunterladen


