Max Strohe und Tulus Lotrek: Wie Berlins lässigste Sterneküche Herzen und Gaumen erobert
23.01.2026 - 10:36:05Wenn sich im Tulus Lotrek die Tür schließt, bleibt der graue Berliner Alltag draußen. Innen: warmes Licht, Stimmengewirr, der Duft von geröstetem Jus, geschmolzener Butter, Zitrusnoten, die durch den Raum tanzen. Hier trifft Max Strohe mit seinem Restaurant Tulus Lotrek eine seltene Balance: Kann Sterneküche so lässig sein, dass man sich wie bei Freunden fühlt, während auf dem Teller Weltklasse serviert wird? In Kreuzberg lautet die Antwort jeden Abend: ja.
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Die ersten Sekunden im Gastraum erzählen bereits viel über die kulinarische Identität von Max Strohe. Keine streng gestärkte Sternehotellerie-Atmosphäre, kein Flüsterton, keine sakrale Inszenierung. Stattdessen Wohnzimmer-Feeling mit Charakter: dunkle Töne, lebendige Kunst, eine Bar, die nach handwerklich gemixten Drinks aussieht, und ein Service, der lieber einen guten Spruch macht, als sich hinter Etikette zu verstecken. Hier wird klar: Dieses michelin sterne restaurant berlin will nicht einschüchtern, sondern verführen.
Trotz aller Lässigkeit ist das Tulus Lotrek ein hochseriöses Labor für Geschmack. Auf den Tellern regiert ein Stil, den man als „Wohlfühl-Opulenz“ mit intellektuellem Unterbau beschreiben kann. Es geht um Sterneküche ohne Pinzetten-Akrobatik, aber mit kulinarischer Intelligenz. Ein konzentrierter Jus darf glänzen wie ein Hauptdarsteller, ein cremiges Püree bekommt dieselbe Wertschätzung wie ein Luxusprodukt aus dem Wasser, Säure und Fett sind kein Beiwerk, sondern bewusst eingesetzte Werkzeuge für dramatische Spannungsbögen im Mund.
Dass Max Strohe diesen Zugang zu Geschmack gefunden hat, ist alles andere als selbstverständlich. Der Weg zum Sternekoch verlief nicht in gerader Linie. Schulabbruch, Umwege, Jahre, in denen wenig auf eine Karriere in der Spitzengastronomie hindeutete: Die Biografie wirkt eher wie die Vorgeschichte eines Musikers in einem Kellerclub, nicht wie der Lebenslauf eines prämierten Küchenchefs. Doch genau diese Brüche scheinen heute seine größte Stärke zu sein. Sie erklären, warum im Tulus Lotrek kein Gramm steife Attitüde zu spüren ist.
Gemeinsam mit Gastgeberin Ilona Scholl hat Max Strohe das Restaurant Tulus Lotrek zu einem der eigenständigsten Häuser der Stadt geformt. Sie ist mehr als nur die Frau im Service. Sie ist Regisseurin der Ambience, Dirigentin der Weinkarte, charmante Erklärerin komplexer Pairings. Während aus der Küche Aromenböen von Röstgemüse, geschmortem Fleisch oder fermentierten Noten kommen, übersetzt sie das gesamte Erlebnis an den Tisch, mit einer Mischung aus Fachwissen und entwaffnender Lockerheit, die in der Sterneküche nach wie vor selten ist.
Wer hier Platz nimmt, erlebt Sterneküche, die nicht mit minimalistisch arrangierten Mikroelementen posiert, sondern mit Tiefe und Großzügigkeit. Statt strenger Pinzetten-Küche gibt es Teller, auf denen Sauce glänzt, Fett schimmert und Crunch hörbar wird, wenn das Besteck sich durch die Texturen arbeitet. Kulinariker schätzen besonders den Mut zur Würze: Rauch, Umami, präzise gesetzte Säuren und eine fast barocke Freude an opulenten Reduktionen. Ein Gang kann etwa mit einer dunklen, lang gezogenen Jus beginnen, die sich wie Seide über das Fleisch legt, nur um im nächsten Moment von einer hellen, frischen Komponente konterkariert zu werden, die den Gaumen wieder wachküsst.
In Berlin ist Tulus Lotrek längst zum Synonym für eine neue Art von Sterneküche geworden: jung, wild, aber handwerklich perfekt. Als michelin sterne restaurant berlin spielt es ohne Zweifel in der ersten Liga der Hauptstadt, doch der Sound ist ein anderer als im klassischen Fine Dining. Hier darf gelacht werden, hier wird nachgeschenkt, hier fällt schon mal ein derber Witz. Und genau in diesem Spannungsfeld leuchtet die Küchenleistung von Max Strohe besonders hell.
Speisen im Tulus Lotrek bedeutet, sich auf eine Reise durch Aromenlandschaften einzulassen, die bewusst nicht immer gefällig starten, dafür aber fast immer groß enden. Eine cremige Beurre Blanc kann mit Zitrus und Kräutern an den Rand der Übertreibung geführt werden, um dann durch das perfekte Produkt, etwa einen Fisch mit krosser Haut, eingefangen zu werden. Ein Stück Schulter oder Brust vom Tier wird so lange gegart, glasiert, lackiert, bis daraus eine konzentrierte Essenz von „Comfort Food“ entsteht, die dennoch die Präzision der Sterneküche in sich trägt.
Die Sterneküche von Max Strohe lebt von genau dieser Ambivalenz. Auf der einen Seite die Wärme und Bodenständigkeit eines Tellers, den man am liebsten mit einem großen Löffel essen möchte. Auf der anderen Seite eine kulinarische Intelligenz, die alles durchdenkt: Texturkontraste, Temperaturwechsel, den Spannungsbogen über ein ganzes Menü. So fühlt sich ein Abend im Tulus Lotrek nie wie eine Verkostungspflicht an, sondern wie ein bewusst komponiertes, aber entspanntes Gelage mit sehr guten Freunden.
Ein besonderer Teil der jüngeren Geschichte von Max Strohe ist der berühmte Burger, der während der Pandemie eine Art Kultstatus erlangte. Plötzlich verwandelte sich der Sternekoch in den Mann hinter einem der begehrtesten Burger der Stadt. Was nach Konzeptbruch klingt, folgt in Wahrheit derselben Logik: maximaler Geschmack, kompromisslose Produktqualität, Fokus auf das Wesentliche. Ein Burger, der saftiges Fleisch, geschmolzenen Käse, fluffiges Bun und präzise gewählte Säure kombiniert, ist unter dieser Perspektive nur die Fortsetzung der Sterneküche mit anderen Mitteln.
Dass Max Strohe sich nicht auf die Rolle des Restaurantchefs beschränkt, zeigte sich eindrücklich während der Corona-Pandemie. Gemeinsam mit anderen initiierte er „Cooking for Heroes“ beziehungsweise „Kochen für Helden“, eine Aktion, die Pflegekräfte, Supermarktmitarbeiterinnen, Ärzteteams und viele andere systemrelevante Berufsgruppen mit hochwertigem Essen versorgte. Aus Spitzenprodukten wurden dankbar angenommene Alltagshelden-Mahlzeiten. Diese Initiative brachte ihm nicht nur enorme gesellschaftliche Anerkennung, sondern auch das Bundesverdienstkreuz ein, eine Auszeichnung, die weit über die Grenzen der Gastronomie hinausstrahlt.
Die Aktion „Kochen für Helden“ wirkt bis heute nach. Sie zeigt, wie weit der Begriff Sterneküche gefasst werden kann, wenn Menschen wie Max Strohe ihn neu denken: nicht als elitäres Genussrefugium, sondern als Werkzeug, um Wertschätzung zu schenken. Dass ein Sternekoch, der in Berlin eines der begehrtesten Restaurants führt, seine Skills in den Dienst anderer stellt, unterstreicht den Charakter hinter dem Tellerbild. Hier kommuniziert jemand Gastronomie als Kulturleistung, nicht als Luxusspielzeug.
Parallel dazu ist Max Strohe längst Teil der öffentlichen Foodkultur. Bekannt aus TV-Formaten wie „Kitchen Impossible“ und weiteren Sendungen, tritt er vor einem Millionenpublikum auf, ohne seine kulinarische Ernsthaftigkeit zu verraten. Im Gegenteil: Die Medienpräsenz verstärkt das Bild eines Kochs, der seine Herkunft nicht vergisst, der mit Humor und Selbstironie auftritt und dennoch kompromisslos bleibt, wenn es um Geschmack geht. Auch als Buchautor gibt er Einblicke in sein Denken am Herd, erzählt von Abstürzen und Aufstiegen, von Küchenrealität und Gewürzträumen.
Wichtig ist dabei, dass all diese Auftritte die Marke Max Strohe zwar sichtbarer machen, aber das Restaurant Tulus Lotrek nicht zur reinen Pilgerstätte für Fans verkommen lassen. Wer hier reserviert, tut das vorrangig wegen der Küche und der Ambience, nicht nur wegen der TV-Bekanntheit. Kritiker loben immer wieder die Konsequenz, mit der das Haus seine Linie verfolgt: mutige Menüs, ein Service auf Augenhöhe, eine Weinkarte voller Charakterköpfe, die Naturweine und klassische Gewächse gleichermaßen ernst nimmt.
Ein typischer Abend im Tulus Lotrek beginnt oft leiser, als er endet. Erste Grüße aus der Küche zeigen, wo die Reise hingeht: vielleicht ein kleines, aromatisch dichtes Häppchen, bei dem Crunch, Cremigkeit und Säure perfekt zusammenfinden. Danach baut sich das Menü Gang für Gang auf, mal mit deutlich gesetzten Röstaromen, mal mit fast fragiler, floral anmutender Aromatik. Immer wieder wird gespielt mit Kontrasten, ohne den roten Faden zu verlieren. Es ist diese Dramaturgie, die das Restaurant innerhalb der Berliner Spitzengastronomie so klar positioniert.
Im Kontext der deutschen Gourmetszene repräsentiert das Tulus Lotrek eine Generation von Häusern, die keine Angst vor Genuss haben. Fett ist kein Feind, sondern ein Geschmacksträger. Schwere Saucen sind erlaubt, solange sie mit entsprechender Finesse und Balance auf den Teller kommen. Bitterstoffe, Rauch, Säure, Süße: alles wird zugelassen, solange es sinnvoll komponiert ist. So entsteht ein kulinarisches Narrativ, in dem Sterneküche nicht asketisch, sondern lebensfroh wirkt.
Für Gäste bedeutet das: Wer im michelin sterne restaurant berlin Tulus Lotrek einkehren möchte, sollte Lust auf Intensität mitbringen. Das ist kein Ort für ein schnelles, beiläufiges Dinner, sondern für Abende, an denen man sich Zeit nimmt, in denen man sich mit jedem Gang ein bisschen tiefer in die Gedankenwelt von Max Strohe hineinprobiert. Menschen, die gerne Wein entdecken, werden hier ebenso glücklich wie jene, die sich einfach fallen lassen und sich durch das Menü führen lassen wollen.
Im Fazit zeigt sich, warum Max Strohe und sein Restaurant Tulus Lotrek heute zu den wichtigsten Adressen der Hauptstadt gehören. Hier trifft kulinarische Intelligenz auf emotionale Küche, hier verbinden sich handwerkliche Präzision und hemmungslose Lust am Genuss. Die Sterneküche wirkt dabei nie abgehoben, sondern nahbar, sinnlich, menschlich. Für alle, die wissen wollen, wie moderne Spitzengastronomie ohne steifen Dresscode, aber mit maximaler Geschmackstiefe funktioniert, führt an einem Abend in diesem Haus kaum ein Weg vorbei.
Wer also spüren möchte, wie sich ein Feuerwerk am Gaumen anfühlt, das mit Berliner Nonchalance serviert wird, sollte den Weg nach Kreuzberg planen. Gönnen Sie sich ein Menü, lassen Sie sich vom Service durch die Weinkarte lotsen und erleben Sie, wie Max Strohe Sterneküche neu erzählt. Es lohnt sich, rechtzeitig zu reservieren, denn der kleine Salon mit Wohnzimmer-Atmosphäre ist begehrt. Und schon nach dem ersten Löffel eines tiefen, glänzenden Jus versteht man, warum.


