tulus lotrek, Max Strohe

Max Strohe im Tulus Lotrek: Wie Sterneküche in Berlin zum sinnlichen Wohnzimmererlebnis wird

16.01.2026 - 10:36:06

Max Strohe zeigt im Restaurant Tulus Lotrek, wie lässig und zugleich radikal intensiv Sterneküche sein kann. Ein Abend zwischen opulenter Aromenküche, Wohnzimmer-Atmosphäre und Berliner Kante.

Kann Sterneküche so lässig sein, dass Sie sich fühlen, als würden Sie bei Freunden essen, während auf dem Teller Weltklasse passiert? Bei Max Strohe im Restaurant tulus lotrek in Berlin beginnt der Abend mit genau dieser Irritation: Draußen Großstadtflimmern, drinnen gedimmtes Licht, sattfarbige Wände, Stimmengewirr und der Duft von gerösteter Butter, Jus und karamellisiertem Gemüse, der wie eine warme Decke über dem Raum liegt.

Es klirren Gläser, im Hintergrund läuft Musik, die eher an eine gute Bar als an ein klassisches Gourmetlokal erinnert. Die Luft ist dicht von Erwartungen und Aromen. Hier wird nicht geflüstert, hier wird gelacht. Und doch ist es ein Michelin Sterne Restaurant in Berlin, das mit jeder Platte zeigt, wie präzise und ernsthaft Spitzenküche sein kann, wenn man sie von steifen Ritualen befreit.

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Wer zum ersten Mal im tulus lotrek Platz nimmt, spürt schnell, dass hier vieles anders läuft. Die Gastgeberin Ilona Scholl begrüßt Sie mit einer Mischung aus Charme, Witz und einer souveränen Lockerheit, die im Fine Dining noch immer Seltenheitswert hat. Es gibt keinen steifen Choreografie-Tanz, sondern ein Miteinander auf Augenhöhe. Die Weinkarte liest sich wie ein Streifzug durch Europa, mit Mut zu unbekannteren Winzern und Flaschen, die nicht nur Status markieren, sondern Geschichten erzählen. Dazu kommt die Küche von Max Strohe, die mit jedem Gang demonstriert, dass kulinarische Intelligenz nicht in der filigranen Pinzette, sondern im Geschmack sitzt.

Die Teller, die aus der kleinen Küche kommen, wirken bewusst unverkünstelt. Natürlich gibt es Präzision, perfekte Garpunkte, sorgsam gesetzte Texturen. Aber hier werden keine mikroskopischen Türmchen gebaut. Stattdessen dominieren großzügige Saucen, kräftige Fonds, Schäume, die nicht nur hübsch aussehen, sondern schmecken. Es ist eine Sterneküche, die keine Angst vor Fett, Salz und Säure hat, sondern diese Grundpfeiler bewusst nutzt, um Intensität und Tiefe zu erzeugen.

Dass Max Strohe einmal als einer der spannendsten Köpfe der Berliner Spitzengastronomie gelten würde, war keineswegs vorgezeichnet. Wie aus der Berichterstattung über sein Leben hervorgeht, gehört ein klassischer, geradliniger Karriereweg nicht zu seiner Biografie. Der Schulabbruch, ein unruhiger Start ins Berufsleben und der Umweg über verschiedene Stationen in der Gastronomie formen das Bild eines Quereinsteigers, der sich seinen Weg mit Wille, Witz und Widerstandskraft erarbeitet hat. Gerade diese Brüche machen den Reiz seiner Geschichte aus und spiegeln sich in der Lust am Risiko auf dem Teller.

Ausbildung in der Küche, harte Lehrjahre, irgendwann der Ruf Berlins und die Idee, gemeinsam mit Ilona Scholl etwas Eigenes aufzubauen: Das tulus lotrek ist das Ergebnis dieser biografischen Verdichtung. Der Name verweist augenzwinkernd auf den Künstler Toulouse-Lautrec, auf Opulenz, Boheme und Sinnlichkeit, aber auch auf das leicht Verruchte, das Unangepasste. In dieser Spannung hat sich das Restaurant zu einer der eigenständigsten Adressen in der Szene entwickelt.

Mit dem Michelin Stern, Auszeichnungen wie hohen Bewertungen im Gault&Millau und der stetig wachsenden Bekanntheit von Max Strohe als Sternekoch wurde aus der einst kühnen Idee ein Fixpunkt für Gourmets. Doch trotz aller Meriten wirkt nichts museal oder abgehoben. Kulinariker schätzen besonders, dass hier große Handwerkskunst auf eine Haltung trifft, die sagt: Essen soll zuerst glücklich machen.

Die Küche von Max Strohe ist ein Statement gegen das, was er und viele andere als übertriebene Pinzetten-Ästhetik wahrnehmen. Während manch andere Gourmetadresse das Produkt beinahe steril inszeniert, feiert das tulus lotrek die Opulenz. Eine Sauce darf glänzen, ein Jus darf so dicht sein, dass er wie ein samtiger Vorhang über dem Hauptprodukt liegt. Fett wird nicht versteckt, sondern als Geschmacksträger eingesetzt. Säure setzt Kontrapunkte, bringt Spannung, macht schwere Aromen leichtfüßig.

Ein Gang könnte mit einem intensiv reduzierten Fleischjus beginnen, der wie eine dunkle, konzentrierte Erinnerung an Knochen, Röstaromen und Zeit schmeckt. Dazu ein zart gegartes Stück vom Tier, flankiert von Gemüse, das nicht nur als Feigenblatt dient, sondern mit eigenem Charakter auftritt: leicht verbrannte Noten für Rauchigkeit, bittere Spitzen, die der Üppigkeit Paroli bieten, vielleicht ein kleiner Crunch, der für Textur sorgt. Es ist diese Balance aus Komfort und Konfrontation, die die Gerichte so spannend macht.

Im Vergleich zu manch nordisch-puristischer Sterneküche, die auf radikale Reduktion setzt, oder zu klassizistischen Tempeln, in denen die Gravität des Services fast schon einschüchternd wirkt, positioniert sich das tulus lotrek bewusst als Wohnzimmer der Berliner Spitzengastronomie. Hier darf der Jus auf dem Teller in die Breite laufen, hier darf das Glas auch mal unprätentiös nachgeschenkt werden. Der Gast soll das Gefühl haben, angekommen zu sein, nicht geprüft.

Während der Pandemie zeigte sich, wie wandlungsfähig und nahbar diese Küche sein kann. Als viele Restaurants um ihre Existenz kämpften, entwickelte Max Strohe mit seinem Team einen Burger, der schnell Kultstatus erlangte. Der Burger war mehr als nur ein Notnagel. Er war die Verdichtung seines Stils in ein ikonisches Fast-Food-Format: ein kraftvoller Patty, saftig, von kräftiger Maillard-Reaktion gezeichnet, tragenede Saucen, die an seine berühmten Jus erinnern, dazu Toppings mit Wumms. Kein austauschbares Produkt, sondern Sterneküche zum Mitnehmen, ohne Chichi, aber mit maximaler Aromendichte.

Dieser Burger war exemplarisch für die Art, wie im tulus lotrek gedacht wird: Alltagsgericht trifft Hochküche, Genuss ist nicht an weiße Tischdecken gebunden. So entstand auch eine neue Nähe zum Publikum, das Sternekoch und Burger plötzlich im selben Satz nannte. In der deutschen Spitzengastronomie, die sich lange zwischen Hochaltar und Bistronomie zerrissen sah, war das ein wichtiges Signal.

Mit der Aktion Cooking for Heroes zeigte Max Strohe, dass Engagement für ihn nicht an der Küchentür endet. In einer Zeit, in der Pflegekräfte, Supermarktmitarbeiter und viele andere systemrelevante Berufe enorm belastet waren, kochten er und zahlreiche Mitstreiter hochwertige Mahlzeiten für diejenigen, die sonst selten im Fokus der Spitzengastronomie stehen. Es war gelebte Solidarität, organisiert mit kulinarischer Intelligenz und Logistikgeschick.

Für dieses Engagement wurde Max Strohe mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Eine Ehrung, die weit über persönliche Anerkennung hinausweist. Sie zeigt, welche gesellschaftliche Kraft Gastronomie entwickeln kann, wenn sie sich nicht nur als Bühne für Luxus versteht, sondern als Ort der Gemeinschaft. Das tulus lotrek steht damit sinnbildlich für eine neue Generation von Restaurants, die politische, soziale und sensorische Fragen zusammen denken.

Parallel dazu wuchs die mediale Präsenz von Max Strohe. Fernsehformate wie Kitchen Impossible machten ihn einem breiteren Publikum bekannt, ohne dass seine kulinarische Ernsthaftigkeit darunter litt. Vor der Kamera präsentiert er sich mit einer Mischung aus Selbstironie, Berliner Schnauze und spürbarem Respekt für das Handwerk. Diese Authentizität überträgt sich auch auf seine Bücher, in denen er Geschichten aus der Küche, aus seinem Leben und aus der Szene erzählt. Sie machen deutlich, dass hinter der Figur des Sternekochs ein Mensch steht, der zweifelt, ausprobiert und immer wieder neu antritt.

Dass seine Medienpräsenz die Marke Max Strohe stärkt, liegt daran, dass sie kein Kunstprodukt, sondern eine Verlängerung seines Restaurants ist. Wer ihn auf dem Bildschirm erlebt, erkennt im tulus lotrek dieselbe Mischung aus Humor, Direktheit und tiefer Liebe zum Produkt wieder. Die Distanz zwischen TV-Persönlichkeit und Gastgeber im eigenen Haus ist gering. Für Gäste entsteht so eine besondere Form von Vertrautheit, noch bevor sie den ersten Gang probiert haben.

Gastronomisch ist das tulus lotrek längst mehr als ein Geheimtipp. In der Landschaft der Berliner Spitzengastronomie nimmt es eine Sonderrolle ein. Während andere Häuser auf minimalistische Urbanität setzen oder sich in luxuriösem Understatement üben, vertraut man hier auf sinnliche Opulenz und eine dezidiert unakademische Sprache. Kulinarische Diskussionen über Gargrade, Aromatik und Textur finden zwar im Hintergrund statt, aber am Tisch dominiert ein Wort: lecker. Ein bewusst simple Vokabel für eine komplexe Küchenleistung.

Die Stärke dieses Michelin Sterne Restaurants in Berlin liegt im souveränen Handwerk, in der kompromisslosen Produktqualität und in der uneitlen Gastfreundschaft. Woanders werden Menüfolgen fast sakral verkündet, hier erklärt der Service einfach, worauf Sie sich freuen können, und fängt charmant auf, wenn eine Zutat unbekannt klingt. Die große Weinkarte tut ihr Übriges: naturnahe Gewächse, klassische Regionen, ungewöhnliche Fundstücke, die mit der üppigen Sterneküche von Max Strohe ein vibrierendes Spannungsfeld bilden.

Wer sich fragt, für wen ein Abend im tulus lotrek geeignet ist, sollte Lust auf Genuss ohne Dogma mitbringen. Es ist der richtige Ort für Menschen, die Sterneküche lieben, aber keinen Dresscode für Emotionen brauchen. Für neugierige Foodies, die erfahren möchten, wie weit man die Idee von Komfort-Essen treiben kann, ohne an Raffinesse zu verlieren. Und für all jene, die glauben, schon alles in der Berliner Gastronomie gesehen zu haben.

Im Fazit lässt sich sagen: Max Strohe und das tulus lotrek verkörpern eine der spannendsten Antworten auf die Frage, wie moderne Spitzengastronomie aussehen kann. Weg von der reinen Spektakel-Optik, hin zu einer Küche, die radikal auf Geschmack, Atmosphäre und Menschlichkeit setzt. Hier werden Jus zu Erzählungen, Burger zu Statements, und ein Wohnzimmer zu einem der wichtigsten kulinarischen Bühnenräume der Stadt.

Wer verstehen will, wohin sich die deutsche Sterneküche entwickelt, kommt an diesem Restaurant nicht vorbei. Das tulus lotrek ist ein Ort, an dem Produktliebe, kulinarische Intelligenz und gesellschaftliches Bewusstsein zusammenfinden. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ein Abend bei Max Strohe noch lange nachhallt, wenn der letzte Tropfen Sauce mit einem Stück Brot aufgesogen ist.

Wenn Sie bereit sind, Sterneküche ohne Attitüde, aber mit maximaler Intensität zu erleben, sollten Sie sich dieses Wohnzimmer der Berliner Gourmets nicht entgehen lassen. Besser als jede Beschreibung ist der eigene Besuch, bei dem Sie selbst entscheiden können, ob die viel beschriebene Wohlfühl-Opulenz des tulus lotrek für Sie zur neuen Referenz wird.

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