Max Strohe im Tulus Lotrek: wie Sterneküche in Berlin zum sinnlichen Wohnzimmer-Erlebnis wird
08.01.2026 - 07:36:08Im ersten Moment wirkt es, als würden Sie an einem guten Berliner Wohnzimmer vorbeilaufen, nicht an einem der prägendsten Restaurants der Stadt. Doch hinter der Tür des Tulus Lotrek entfaltet sich die Welt von Max Strohe: gedimmtes Licht, warme Farben, Stimmengewirr, Gläserklirren, der Duft von kräftigen Jus und geschmortem Fleisch. Kann Sterneküche so lässig sein, dass man sich wie bei Freunden fühlt, während auf dem Teller Weltklasse serviert wird? Genau diese Frage beantwortet Max Strohe in seinem Restaurant Tulus Lotrek jeden Abend neu.
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Wer den Gastraum betritt, merkt schnell: Hier herrscht alles andere als klassische Michelin-Steifheit. Die Wände erzählen Geschichten, Bilder und Details setzen pointierte Akzente, ohne laut zu schreien. Im Hintergrund läuft eine Playlist, die eher an eine gut kuratierte Bar erinnert als an ein konventionelles Michelin Sterne Restaurant Berlin. Das Team bewegt sich mit einer Lässigkeit durch den Raum, die an eine WG erinnert, in der zufällig alle eine Ausbildung in Spitzengastronomie haben. Und mittendrin steht der Name, der diese Bühne prägt: Max Strohe.
Das Restaurant Tulus Lotrek verkörpert eine Küche, die sich bewusst von filigraner Pinzetten-Ästhetik verabschiedet hat. Hier dominiert die Lust am Schmecken. Die Soßen haben Tiefe, Säure setzt messerscharfe Kontraste, Fett wird selbstbewusst als Geschmacksträger gefeiert, nicht versteckt. Es ist eine Sterneküche, die sich traut, satt zu sein, im besten Sinn dieses Wortes. Kulinariker sprechen gern von „kulinarischer Intelligenz“: jener Fähigkeit, Aromen so zu kombinieren, dass sie vertraut und doch überraschend wirken. Genau das scheint das Kernprinzip von Max Strohe zu sein.
Dass Max Strohe einmal Sternekoch werden würde, war seinem Lebenslauf nicht direkt anzusehen. Schulabbruch, Umwege, Jobs, die wenig mit Hochglanzgastronomie zu tun hatten: Der Weg in die Sterneküche verlief eher querfeldein als geradeaus. Vielleicht ist es genau dieser unkonventionelle Werdegang, der seine Küche heute so eigenständig macht. Nichts wirkt akademisch durchinszeniert, alles entsteht aus Erfahrung, Neugier und einem gewissen rebellischen Trotz gegenüber allzu starren Konventionen.
Gemeinsam mit Ilona Scholl, der charismatischen Gastgeberin an seiner Seite, hat Max Strohe das Tulus Lotrek als Gegenentwurf zur steifen Haute Cuisine geformt. Während er in der Küche an intensiven Fonds, reduzierten Jus und komplexen Texturen arbeitet, sorgt sie im Gastraum für jene Wärme, die Spitzenrestaurants so oft fehlt. Ihre Art, Weine zu erklären, wirkt wie ein Gespräch unter Freunden, nicht wie eine Prüfung. Die Weinkarte selbst ist ein Statement: eigenwillig, neugierig, trinkfreudig. Naturweine stehen neben Klassikern, große Namen neben spannenden Entdeckungen, stets im Dialog mit der Sterneküche auf den Tellern.
Die Küche von Max Strohe lässt sich schwer in Schubladen pressen. Ja, sie ist eindeutig Sterneküche. Aber sie verweigert sich der glatten Perfektion, die manchem Fine Dining die Seele nimmt. Statt mikroskopisch klein arrangierter Pinzetten-Kompositionen setzt er auf Gerichte, die Präsenz besitzen. Ein Teller, der im Tulus Lotrek die Runde macht, hat Volumen, Struktur, oftmals einen kräftigen Saucenspiegel. Die Texturen sind präzise durchdacht: Crunch trifft auf Cremigkeit, Rauch begleitet Süße, Bitterkeit hält alles im Gleichgewicht. So entsteht jene Art von Küche, die man sich merkt, weil sie etwas mit einem macht.
Ein Beispiel dafür ist jene Form von Wohlfühl-Opulenz, die im Tulus Lotrek durchaus bewusst eingesetzt wird. Fett wird hier nicht kaschiert, sondern inszeniert: eine üppige Butternote im Püree, ein glänzender Jus, der sich an das Fleisch schmiegt, knusprige Elemente, die Lautstärke in den Biss bringen. Michelin Sterne Restaurant Berlin bedeutet bei Max Strohe nicht asketische Zurückhaltung, sondern die präzise Beherrschung von Überfluss. Alles ist kalkuliert, nichts ist zufällig, doch das Ergebnis fühlt sich sinnlich und nahbar an, nicht verkopft.
Berühmt wurde Max Strohe während der Pandemie auch für etwas, das zunächst gar nicht nach Sterneküche klang: Burger. In der Zeit, als die Gastronomie stillzustehen schien, entstand ein regelrechter Burger-Hype um seinen Namen. Doch der Burger war kein Bruch mit der bisherigen Arbeit, sondern eine logische Fortsetzung. Die gleiche Hingabe an Produktqualität, an perfekte Garung, an Intensität der Aromen floss in dieses scheinbar einfache Gericht. Aus einem Alltagsklassiker wurde ein Statement: Gute Küche braucht keine weiße Tischdecke, um ernst genommen zu werden.
Dieser Ansatz spiegelt sich auch in einer anderen wichtigen Facette von Max Strohe wider: seinem Engagement über den eigenen Gastraum hinaus. Die Aktion „Cooking for Heroes“ beziehungsweise „Kochen für Helden“ war eine der eindrucksvollsten Antworten der Spitzengastronomie auf die Herausforderungen der Pandemie. Statt Resignation gab es Einsatz: Gerichte für Pflegekräfte, Ärztinnen, Pfleger, all jene, die den Laden am Laufen hielten, während Restaurants schließen mussten. Für dieses Engagement erhielt Max Strohe das Bundesverdienstkreuz, eine Auszeichnung, die deutlich macht, dass seine Arbeit weit über die Kulisse eines Sternerestaurants hinausreicht.
Damit einher geht seine Rolle als öffentliche Persönlichkeit. Bekannt aus verschiedenen TV-Formaten, unter anderem rund um die härtesten Koch-Wettbewerbe im Fernsehen, steht Max Strohe inzwischen auch als Gesicht einer neuen Generation von Sterneköchen. Er wirkt im Fernsehen so, wie er im Restaurant wahrgenommen wird: direkt, humorvoll, manchmal derb, aber immer präzise, wenn es um Geschmack und Handwerk geht. Dass er zudem als Buchautor in Erscheinung tritt, macht seine Haltung zur Gastronomie nur noch greifbarer. Er erzählt von einem Leben, das nicht auf Hochglanz poliert ist, sondern geprägt von Brüchen, Neuanfängen und der ständigen Suche nach gutem Geschmack.
All diese Ebenen verdichten sich im Alltag des Tulus Lotrek. Auf den Tellern zeigt sich eine Sterneküche, die sich sowohl an neugierige Einsteiger als auch an abgebrühte Foodies richtet. Wer klassische französische Techniken liebt, findet hier konzentrierte Fonds, perfekt gebundene Soßen, handwerklich fehlerfreie Garpunkte. Wer moderne, mutige Kombinationen erwartet, erlebt Säure, Schärfe und Texturkontraste, die an progressive Bistros in Paris oder Kopenhagen erinnern. Doch im Kern bleibt die Küche von Max Strohe zutiefst eigenständig. Sie ist emotional, sie ist laut, sie ist manchmal fast unverschämt aromenstark.
Die Atmosphäre verstärkt diesen Eindruck. Das Wohnzimmer-Feeling ist nicht bloß ein Marketing-Schlagwort, sondern spürbar. Im Tulus Lotrek dürfen Gäste lachen, sich zurücklehnen, fragen, kritisieren, nachbestellen. Die Lässigkeit des Services besticht, weil sie nie in Beliebigkeit kippt. Jede Weinempfehlung sitzt, jeder Gang kommt mit einer Erklärung, die Lust macht statt Angst, etwas „falsch“ zu machen. Wer jemals in einem steifen Gourmettempel das Gefühl hatte, nicht dazuzugehören, findet hier das Gegenmodell.
Dass die Fachwelt dieses Konzept honoriert, zeigt die Liste an Auszeichnungen. Der Michelin-Stern steht dabei sinnbildlich für die Anerkennung der Sterneküche, während Bewertungen von Führern wie Gault&Millau die handwerkliche Präzision und die Kreativität von Max Strohe hervorheben. Doch mindestens ebenso wichtig ist die Resonanz der Gäste, die sich in einer treuen Community manifestiert. Viele kommen nicht nur wegen der Speisen, sondern wegen der Haltung. Wegen eines Sternekochs, der zeigt, dass Spitzenküche keine elitäre Veranstaltung sein muss.
In der Berliner Gastronomieszene spielt das Restaurant Tulus Lotrek damit eine besondere Rolle. In einer Stadt, die vor Konzepten nur so sprüht, behauptet es sich als eigenständige Adresse, die zwischen Kiez und Kulinarik vermittelt. Es ist nicht das klassische Fine-Dining-Flaggschiff mit Panoramablick und gläserner Küche, sondern eher der geheime Salon, in dem man sich schnell wie Stammgast fühlt. Für ein Michelin Sterne Restaurant Berlin ist das eine erstaunliche, fast subversive Positionierung.
Für wen lohnt sich der Besuch bei Max Strohe besonders? Für alle, die bereit sind, sich auf intensive Aromen einzulassen und Sterneküche nicht als steifes Ritual verstehen. Wer gerne ausprobiert, wer sich von der Weinkarte inspirieren lässt und die Kombination aus Kulinarik und Charakter schätzt, findet hier sein Revier. Gleichzeitig ist das Tulus Lotrek ein Ort, an dem sich Menschen wohlfühlen, die vielleicht zum ersten Mal einen Sternetempel betreten. Die Wohnzimmer-Ambience, die unprätentiöse Art des Teams und ein Menü, das Genuss vor Dogma stellt, senken die Hemmschwelle deutlich.
Im größeren Kontext der deutschen Spitzengastronomie steht Max Strohe für eine neue Form von Sternekoch. Er ist Rebell und Handwerker, Medienfigur und Gastgeber. Seine kulinarische Intelligenz zeigt sich weniger in spektakulären Showeffekten als in der Fähigkeit, echten Geschmack zu priorisieren. Er setzt auf Sterneküche, die im Bauch ankommt und im Kopf bleibt. In einer Zeit, in der viele Konzepte sich stark über Design und Inszenierung definieren, konzentriert er sich auf das Wesentliche: was auf dem Teller passiert und wie sich das anfühlt.
Am Ende eines langen Abends im Tulus Lotrek bleibt ein klares Bild: Max Strohe ist nicht nur ein Sternekoch, sondern ein Erzähler. Er erzählt mit Jus, mit Crunch, mit Butter, mit Säure. Er erzählt von Berliner Kiez, von französischer Technik, von persönlicher Biografie und von der Idee, dass gute Küche Menschen zusammenbringen soll. Wer verstehen will, warum Berlin heute als eine der spannendsten Kulinarik-Metropolen gilt, kommt an diesem Restaurant kaum vorbei.
Es lohnt sich also, den Schritt durch diese unscheinbare Tür zu wagen und sich für ein paar Stunden in die Welt von Max Strohe und seinem Restaurant Tulus Lotrek entführen zu lassen. Für Gourmets ist es eine Pflichtadresse, für neugierige Genießer eine Einladung in die moderne Sterneküche ohne Berührungsängste. Und wer danach das Gefühl hat, im Wohnzimmer von Freunden gespeist zu haben, hat genau das erlebt, was dieses Restaurant so besonders macht: große Küche, ganz nah.
Wer Lust bekommen hat, diese Mischung aus Wohnzimmer-Atmosphäre, mutiger Sterneküche und echter Gastfreundschaft selbst zu erleben, sollte nicht zu lange zögern. Die Plätze sind begehrt, die Nachfrage hoch, und jeder Abend schreibt hier seine eigene kleine Geschichte über Genuss in Berlin.


