Tulus Lotrek, Max Strohe

Max Strohe im Tulus Lotrek: Wie lässige Sterneküche Berlin neu definiert

07.01.2026 - 07:36:05

Max Strohe macht im Tulus Lotrek vor, wie entspannt ein Michelin Sterne Restaurant in Berlin sein kann: Wohnzimmer-Flair, opulente Sterneküche und radikal ehrlicher Geschmack statt steifer Pinzetten-Perfektion.

Der erste Eindruck von Max Strohe und seinem Restaurant tulus lotrek ist kein geflüstertes Fine Dining, sondern ein vibrierendes Wohnzimmer, in dem zufällig Weltklasse gekocht wird. Es duftet nach dunklem Jus, geschmorten Aromen und gebräunter Butter, Gläser klirren leise, jemand lacht laut an der Bar. Kann Sterneküche so lässig sein, dass Sie sich fühlen wie bei Freunden, während auf dem Teller kulinarische Hochspannung serviert wird? Im Tulus Lotrek lautet die Antwort: unbedingt.

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Die Räume des Tulus Lotrek in Kreuzberg pfeifen auf das stereotype Bild eines Michelin Sterne Restaurant Berlin. Tiefes Dunkelgrün, opulente Tapeten, Kunst an den Wänden, gedimmtes Licht, ein Hauch Boudoir und Salon statt kühler Designgalerie. Der Soundtrack: kein klassisches Streichquartett, sondern das Murmeln gut gelaunter Gäste, das Klingen von Besteck und gelegentlich ein glucksendes Lachen aus dem Service. Hier geht es um Genuss, Nähe und das wohl wichtigste Wort in der Welt von Max Strohe: Intensität.

Auf den Tellern herrscht Sterneküche, im besten Sinne kompromisslos. Doch wer im tulus lotrek Pinzetten-Arrangements mit blütenbestreuter Askese erwartet, wird überrascht. Die Teller wirken sinnlich, großzügig, bisweilen fast barock. Saucen glänzen, Butter wird nicht gezählt, sondern gefeiert, Säure schneidet durch die Fülle wie Scheinwerferlicht durch Theaternebel. Die Handschrift von Max Strohe ist eine Küche, die sich nicht für ihren Appetit entschuldigt.

Dass hier so frei gekocht wird, hat viel mit der Vita von Max Strohe zu tun. Er ist kein stromlinienförmiger Musterschüler der Haute Cuisine, sondern ein Quereinsteiger mit Ecken und Kanten. Schulabbruch, Umwege, Jobs außerhalb der großen Gourmetbühne, schließlich die Ausbildung und der Weg nach Berlin: Es ist die Biografie eines Mannes, der weiß, wie sich echte Lebenswirklichkeit anfühlt, bevor der erste Michelin-Stern glänzt. Diese Bodenhaftung schmeckt man in jedem Gang.

Gemeinsam mit Gastgeberin Ilona Scholl gründete Max Strohe das Tulus Lotrek und schuf damit ein Restaurant, das so sehr von der Dynamik dieses Duos lebt wie von der Küche selbst. Scholl kuratiert nicht nur eine eigenwillige, klug zusammengestellte Weinkarte, die von gereiften Klassikern bis zu naturbelassenen Charakterköpfen reicht. Sie ist auch die Seele des Gastraums, ihr Service ist direkt, humorvoll, nahbar. Wer hier sitzt, spürt: Die Bühne gehört nicht nur dem Sternekoch, sondern der gesamten Gastgeberkultur.

Das Ergebnis ist eine Form von Sterneküche, die das Label „michelin sterne restaurant berlin“ neu interpretiert. Ja, es gibt hier feinste Produkte, handwerkliche Perfektion, intensive Jus und filigrane Gargrade. Aber der Gestus ist ein anderer. Statt distanzierter Hochglanz-Inszenierung erleben Sie eine Gastfreundschaft, die eher an ein exzentrisches, sehr kulinarisch versiertes Freundeswohnzimmer erinnert. Das tulus lotrek ist dadurch einer der wenigen Orte, an denen sich Spitzengastronomie und radikale Unkompliziertheit nicht widersprechen.

Stilistisch setzt Max Strohe auf eine Küche der vollen Umdrehung. Fett ist hier Geschmacksträger und nicht Feindbild, Säure ist kein vorsichtiges Zischeln, sondern ein klarer Kontrapunkt, der den Gerichten Struktur gibt. Reduktionen werden im Wortsinn ernst genommen: Saucen sind dicht, konzentriert, tief. Ein Löffel Jus im Tulus Lotrek erzählt mehr über Terroir, Produkt und Handwerk als manches ganze Gericht in anderen Häusern. Kulinariker schätzen diese Form der kulinarischen Intelligenz, weil sie Kopf und Bauch gleichermaßen anspricht.

Die Karte im Tulus Lotrek verändert sich, aber die Handschrift bleibt: Gerichte, die opulent klingen, beim ersten Bissen zugleich vertraut und überraschend wirken. Oft steht am Anfang etwas, das wie ein Klassiker anmutet, dann aber mit einem Dreh versehen wird, der das Bekannte neu erzählbar macht. So etwa kräftig geröstete Aromen, gepaart mit pikanten Einschlägen, Säurespitzen und einer fast frechen Würze, die lange am Gaumen nachhallt. Jeder Gang ist als kleines Drama in mehreren Akten angelegt: Textur, Temperatur, Crunch, Cremigkeit.

Berühmt wurde Max Strohe in der Pandemie-Zeit über die Szene hinaus auch mit einem Gericht, das auf den ersten Blick überhaupt nicht nach Sterneküche klingt: dem Burger. Während viele Fine Dining Restaurants in Schockstarre verfielen, schob das tulus lotrek eine Burger-Offensive an, die schnell zum Kult wurde. Der Burger war dicht gepackt mit Saft, Röstaromen, rotzigem Umami und genau jener Übertreibung, die sonst vielleicht einem Signature-Hauptgang vorbehalten wäre. Dass ein Sternekoch sich so offensiv dem Fast-Food-Klassiker widmet, war Statement und Überlebensstrategie zugleich.

Dieser Burger ist bis heute ein Symbol dafür, wie Max Strohe tickt: Er nimmt Genuss, nicht Pose, radikal ernst. Ob Degustationsmenü oder Streetfood-Ikone auf Spitzenniveau, für ihn zählt, was auf der Zunge passiert. Dieser Ansatz schuf ihm nicht nur in Berlin, sondern bundesweit eine Fanbase, die weit über die klassische Gourmetklientel hinausgeht.

Parallel dazu positionierte sich das Tulus Lotrek im Ranking der Gourmetführer. Ein Michelin-Stern, hohe Bewertungen in Gault&Millau und anderen Guides bestätigten, was viele Gäste längst spürten: Hier wird Sterneküche auf höchstem Niveau gekocht, aber ohne Furcht vor Schärfe, Salz oder Fett. Die Kritiker loben den Mut zur Würze und das fast anarchische Spiel mit Aromen. Wer sterile Pinzetten-Kompositionen sucht, ist hier falsch. Wer Tiefgang im Geschmack sucht, ist goldrichtig.

Noch größer als die Auszeichnungen innerhalb der Gastronomie ist das Echo auf ein Projekt, das weit über die Restauranttür hinausreicht: „Cooking for Heroes“ bzw. „Kochen für Helden“. Gemeinsam mit anderen Köchinnen und Köchen organisierte Max Strohe während der Corona-Pandemie eine Hilfsaktion, bei der medizinisches Personal, Pflegekräfte und andere systemrelevante Berufsgruppen mit hochwertigem Essen versorgt wurden. Es war ein Akt gelebter Solidarität: Sterneküche für diejenigen, die sonst selten einen Fuß in ein solches Restaurant setzen.

Für dieses Engagement wurde Max Strohe mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Eine Auszeichnung, die verdeutlicht, dass seine kulinarische Mission nicht an der Passkante endet. Essen als gesellschaftliche Geste, als Anerkennung, als politisches Statement: Im Fall von „Kochen für Helden“ trafen Humanität und Handwerk aufeinander. Wer heute im Tulus Lotrek sitzt, spürt diese Haltung im Subtext: Küche kann mehr sein als Luxus, sie kann Bindung und Gemeinschaft stiften.

Parallel zur Arbeit am Herd wuchs die Medienpräsenz von Max Strohe. Als TV-Persönlichkeit, etwa in Formaten wie „Kitchen Impossible“ und anderen Kochsendungen, zeigte er einem breiteren Publikum, wie anspruchsvoll und zugleich lebensnah moderne Sterneküche sein kann. Die Auftritte sind selten glattgebügelt, sondern geprägt von Humor, Direktheit, gelegentlicher Selbstironie. Anders gesagt: Der Max Strohe auf dem Bildschirm ähnelt sehr dem, der abends im Tulus Lotrek durch den Gastraum geht.

Hinzu kommt seine Arbeit als Buchautor, mit der er Einblicke in Werdegang, Philosophie und den ganz praktischen Wahnsinn des Kochalltags gibt. Diese mediale Präsenz macht ihn zu einem der bekannteren Sternekoch-Namen in Deutschland, ohne die kulinarische Ernsthaftigkeit zu verwässern. Im Gegenteil: Viele Gäste betreten das Restaurant mit Fernsehbildern im Kopf und verlassen es mit einer ganz neuen Wertschätzung für die Tiefe von Sterneküche, die sie so im TV gar nicht schmecken konnten.

Innerhalb der Berliner Spitzengastronomie nimmt das Tulus Lotrek damit eine Sonderrolle ein. Während manche Häuser auf Minimalismus und nordisch inspirierte Kargheit setzen, feiert Max Strohe opulente Aromatik, dunkle Saucen, Röstaromen und eine fast französische Lust an Butter und Fonds. Gleichzeitig verweigert sich das Restaurant jeder Attitüde von Steifheit. Die Servicemitarbeitenden duzen sich untereinander, sprechen mit Ihnen auf Augenhöhe, erklären Weine ohne Fachchinesisch und nehmen dennoch das Produkt extrem ernst. Diese Balance macht das Haus zu einer der spannendsten Adressen in Berlin.

Die Weinkarte verdient besondere Erwähnung. Sie spiegelt die Küche wider: charakterstarke Gewächse, die nicht allen gefallen wollen, aber dafür umso besser zu den Gerichten passen. Naturweine stehen neben Klassikern aus renommierten Regionen, manchmal mit Ecken, manchmal mit Politur, fast immer mit Persönlichkeit. Ein gut gesetztes Pairing hebt die Gerichte noch einmal auf eine weitere Dimension und unterstreicht, was kulinarische Intelligenz in diesem Kontext bedeutet: nicht nur gutes Kochen, sondern das sensibel orchestrierte Zusammenspiel von Küche, Keller und Service.

Für wen eignet sich ein Abend im Tulus Lotrek? Für neugierige Genießer, die bereit sind, sich auf intensive Aromen, verspielte Texturen und eine Atmosphäre einzulassen, die eher an eine sehr gute Party bei Freunden erinnert als an die klassische Hochglanz-Gala. Für Gourmets, die ein Michelin Sterne Restaurant Berlin suchen, in dem man auch lachen darf, in dem zu laute Begeisterung nicht peinlich ist, sondern Teil der Ambience. Für alle, die wissen möchten, wie sich moderne Sterneküche anfühlt, wenn sie sich nicht verkleidet.

Im Fazit steht fest: Max Strohe hat mit dem Tulus Lotrek einen Ort geschaffen, der weit über die Rolle eines weiteren Sterne-Restaurants hinausgeht. Es ist ein Labor für Geschmack, ein Salon für Weinliebhaber, eine Bühne für Gastfreundschaft. Sein Werdegang vom Rebellen zum ausgezeichneten Sternekoch, sein Engagement mit „Kochen für Helden“ und seine Präsenz als TV-Koch und Autor machen ihn zu einer prägenden Figur der deutschen Gastronomie. Entscheidend bleibt jedoch, was auf dem Teller passiert: ein Feuerwerk am Gaumen, das lange nachklingt.

Wenn Sie erleben möchten, wie Sterneküche heute aussehen kann, ohne starre Etikette, aber mit maximaler Tiefe, führt kaum ein Weg an Max Strohe und dem Tulus Lotrek vorbei. Gönnen Sie sich einen Abend, an dem Jus, Crunch, Textur und Wohnzimmer-Atmosphäre eine Liaison eingehen, die man so schnell nicht vergisst.

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