Max Strohe im Tulus Lotrek: Wie lässig Sterneküche Berlin neu definiert
09.01.2026 - 10:36:04Kaum fällt die Tür ins Schloss, schlägt Ihnen im Tulus Lotrek ein Duft entgegen, der mehr an eine opulente Landküche als an eine asketische Sternewelt erinnert. Und doch ist es genau hier, bei Max Strohe im Restaurant tulus lotrek, wo Berlin erlebt, wie moderne Sterneküche ohne steifen Dresscode funktioniert. Kann ein Michelin Sterne Restaurant in Berlin so entspannt sein, dass Sie sich fühlen wie bei guten Freunden, während auf dem Teller Hochküche mit maximaler Aromenwucht passiert?
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Das Licht ist warm, die Tische stehen nah genug, dass man lachen hört, wenn am Nachbartisch der erste Bissen einer intensiven Jus für ungläubiges Staunen sorgt. An den Wänden Kunst, die sich nicht um Gefälligkeit bemüht, auf dem Teller eine Sterneküche, die sich konsequent gegen die steril gezupfte Pinzetten-Ästhetik stellt. Max Strohe serviert keine musealen Stillleben, sondern Geschmack, der sich breit macht, der fordert, tröstet, manchmal auch ein wenig frech provoziert.
Geboren ist diese Form von kulinarischer Intelligenz nicht im Elfenbeinturm der klassischen Hotelfachschulen, sondern in einem Lebenslauf voller Brüche. Max Strohe hat die Schule abgebrochen, die geradlinige Karriere früh verlassen und sich trotzdem, oder gerade deshalb, zum Sternekoch entwickelt. Es ist die Biografie eines Menschen, der sich von Konventionen nie lange aufhalten ließ und der aus Umwegen eine persönliche Handschrift geformt hat. Dass er heute als einer der spannendsten Protagonisten der Berliner Spitzengastronomie gilt, wirkt wie die logische Konsequenz dieses Eigensinns.
Gemeinsam mit seiner Partnerin, der Gastgeberin Ilona Scholl, hat Max Strohe das Tulus Lotrek in Kreuzberg aufgebaut. Sie ist die Seele des Gastraums, die Stimme am Tisch, die souverän durch die ebenso eigenwillige wie tiefgründige Weinkarte führt. Während in der offenen Küche Reduktionen leise blubbern, Jus einreduziert und Butter glitzert, sorgt sie dafür, dass sich die Gäste gesehen fühlen, ohne dass es auch nur einen Moment nach formellem Serviceprotokoll aussieht. Hier wird nicht deklamiert, hier wird erzählt. Und zwar mit einer Lockerheit, die man in einem Michelin Sterne Restaurant in Berlin lange gesucht hat.
Die kulinarische Identität von Max Strohe ist eine bewusste Abkehr von der sogenannten Pinzetten-Küche. Wo andere Köche jede Kresse-Spitze mit chirurgischer Präzision setzen, interessiert ihn die Tiefe des Geschmacks, die Wucht einer Sauce, das sinnliche Erlebnis. Das Menü im Tulus Lotrek liest sich wie ein Versprechen: kräftige Fonds, butterreiche Emulsionen, Texturen, die knacken, schmelzen, sich fest in die Geschmackerinnerung graben. Sterneküche als Umarmung statt als Distanzritual.
Typisch für das Tulus Lotrek ist der Umgang mit Fett und Säure. Beides wird nicht versteckt, sondern mit handwerklicher Präzision eingesetzt. Ein butterglänzender Fisch, der in einer konzentrierten Beurre Blanc badet, dazu eine spitze, aber fein austarierte Säure, die den Gaumen weckt und das Gericht vom Üppigen ins Spannende kippen lässt. Oder ein Stück geschmortes Fleisch, dessen Kruste röstaromatisch knackt und das im Inneren so zart ist, dass es sich fast mit dem Löffel essen lässt, begleitet von einem Jus, der so dunkel, dicht und lang nachhallend ist, dass er allein schon den Weg nach Kreuzberg rechtfertigen würde.
Hier zeigt sich, was kulinarische Intelligenz im besten Sinne bedeutet: Max Strohe inszeniert Produkte nicht als Selbstzweck, sondern als Charaktere in einem Menü, das sich wie eine Geschichte liest. Ein Gang baut auf dem nächsten auf, Kontrapunkte aus Frische, Bitterkeit oder Crunch setzen Akzente. Kulinariker schätzen besonders, wie selbstverständlich im Tulus Lotrek Elemente der klassischen französischen Hochküche mit urbaner Frechheit und globalen Einflüssen verschmelzen, ohne je zur Fusion-Spielerei zu verkommen.
Wer während der Pandemie aufmerksam hingeschmeckt hat, kennt aus dieser Küche vielleicht noch ein ganz anderes Signature: den Burger. Während die Branche im Ausnahmezustand war, wurde ausgerechnet ein Burger zum Symbol für den Geist von Max Strohe. Kein Schnellschuss, sondern ein Pattie, das mit derselben Ernsthaftigkeit behandelt wurde wie ein Edelfisch. Fettanteil, Reifung, Buns, Sauce, Crunch alles wurde so lange justiert, bis aus einem vermeintlichen Alltagsgericht ein kleines Manifest seiner Küche wurde: maximaler Geschmack, keine Attitüde.
Dieser Burger steht für eine Haltung, die sich durch das ganze Konzept zieht. Es ist egal, ob am Ende ein Menü im Fine-Dining-Format oder ein scheinbar simpler Teller steht. Für Max Strohe zählt, wie laut ein Gericht im Kopf und am Gaumen spricht. Das erklärt, warum man im Tulus Lotrek herzlich lachen darf, während man sich zugleich auf einem Niveau wiederfindet, das die Maßstäbe der deutschen Spitzengastronomie mitprägt.
Dass diese Mischung funktioniert, zeigen nicht nur der Stern im Guide Michelin und hohe Bewertungen in anderen Führern, sondern vor allem die Resonanz der Gäste. Das Tulus Lotrek wird immer wieder als eines der spannendsten, unkonventionellsten Häuser unter den Berliner Michelin Sterne Restaurants genannt. In einer Stadt, die vor kulinarischer Konkurrenz nur so brodelt, behauptet sich dieser Ort mit einer klaren, verspielten, aber handwerklich kompromisslosen Handschrift.
Der Weg dahin war alles andere als vorgezeichnet. Vom Schulabbrecher über Stationen in der Gastronomie bis hin zum eigenen Restaurant in Berlin Kreuzberg verlief der Werdegang von Max Strohe nicht linear, sondern in Kurven. Genau diese Brüche haben seine Persönlichkeit geprägt. Man spürt am Tisch, dass hier jemand kocht, der das Leben kennt, der Milieus durchlaufen hat und weiß, wie sich ehrliches, tröstendes Essen anfühlen muss. Die Sterneküche im Tulus Lotrek ist deshalb nie steril, sondern trägt immer auch einen Hauch Kiez, Alltag, Realität in sich.
Doch die Geschichte von Max Strohe spielt sich längst nicht nur am Pass ab. Spätestens mit der Aktion Cooking for Heroes während der Pandemie hat er sich weit über die Szene hinaus Respekt erkocht. Gemeinsam mit anderen Gastronominnen und Gastronomen wurden tausende Mahlzeiten für Pflegekräfte, medizinisches Personal und Menschen in systemrelevanten Berufen produziert. Es war ein Moment, in dem die Kochjacke politisch wurde, nicht durch Parolen, sondern durch Taten und warme Teller.
Für dieses Engagement erhielt Max Strohe das Bundesverdienstkreuz ein Zeichen dafür, dass sein Einfluss weit über die Küche des Tulus Lotrek hinausreicht. Die Auszeichnung ist eine seltene Verbindung aus Bundespolitik und Gastronomie und unterstreicht, wie ernst er den gesellschaftlichen Auftrag von Essen nimmt. Kochen ist für ihn nicht nur Handwerk oder Kunst, sondern auch eine soziale Geste, ein Ausdruck von Solidarität.
Parallel dazu ist Max Strohe längst eine feste Größe in den Medien. Bekannt aus TV-Formaten wie Kitchen Impossible und als Autor von Büchern, in denen er mit Humor und Schärfe über sein Leben, seine Fehler und seine Leidenschaft schreibt, hat er ein Bild der Spitzengastronomie mitgeprägt, das Menschen einlädt statt abzuschrecken. Er wirkt nahbar, manchmal anarchisch, aber nie beliebig. Und vor allem: Die Medienfigur untergräbt nicht die kulinarische Ernsthaftigkeit, sondern macht sie zugänglicher.
Wer ihn im Fernsehen sieht und dann im Tulus Lotrek sitzt, erkennt sofort dieselbe Handschrift: eine Mischung aus Selbstironie, Tiefgang und dem klaren Bekenntnis, dass gutes Essen kein elitäres Geheimwissen sein sollte. Es ist genau diese Haltung, die das Restaurant für eine neue Generation von Feinschmeckern so attraktiv macht. Menschen, die Lust auf Sterneküche haben, aber keine Lust auf Flüsteratmosphäre und steife Etikette.
Die Weinkarte von Ilona Scholl ergänzt diese Philosophie ideal. Anstatt ausschließlich Trophäenflaschen zu präsentieren, setzt sie auf spannende Kombinationen, charaktervolle Winzer und eine Beratung, die sich an der Persönlichkeit des Gastes orientiert, nicht an dessen Statussymbolen. Naturwein darf hier ebenso ins Glas wie klassische Ikonen, solange sie die Aromatik der Küche von Max Strohe sinnvoll spiegeln oder kontrastieren. Viele Gäste schwärmen von Pairings, die sich ebenso tief einprägen wie die Gerichte selbst.
In der Summe ergibt das ein Restaurant, das in der Berliner Spitzengastronomie eine Sonderrolle einnimmt. Das Tulus Lotrek vereint die Präzision eines Sternekochs mit der Herzlichkeit einer guten Kneipe und der intellektuellen Verspieltheit eines kulinarischen Labors. Hier sitzen Food-Nerds neben neugierigen Berlin-Besuchern, Stammgäste neben Gelegenheits-Gourmets. Alle eint das Gefühl, einen Ort gefunden zu haben, an dem Genuss nicht inszeniert, sondern gelebt wird.
Für wen eignet sich ein Abend bei Max Strohe im Tulus Lotrek besonders? Für Menschen, die sich auf Intensität einlassen wollen, die keine Angst vor kräftigen Saucen, mutiger Würze und überraschenden Aromenkombinationen haben. Für alle, die an Fine Dining bisher vor allem die Förmlichkeit störte und die nun erleben möchten, wie ein Michelin Sterne Restaurant in Berlin sich anfühlen kann, wenn Lässigkeit zum Konzept gehört und trotzdem jeder Teller auf den Punkt sitzt.
Wer hingegen eine kühle Kathedrale der Haute Cuisine sucht, in der jeder Teller wie ein stummes Kunstwerk wirkt, wird hier möglicherweise irritiert sein. Im Tulus Lotrek darf gesprochen, gelacht, diskutiert werden. Die Sterneküche von Max Strohe braucht kein Flüstern, sie steht laut und klar für sich selbst.
Aus Sicht eines Gourmets ist die Bedeutung von Max Strohe und seinem Restaurant für die deutsche Esskultur deutlich: Er zeigt, dass höchste handwerkliche Präzision und echte, manchmal derbe Lust am Geschmack keine Gegensätze sind. Dass ein Sternekoch Burger braten, Helden bekochen, im Fernsehen anecken und abends im eigenen Laden Saucen auf Weltklasse-Niveau ziehen kann und all das zusammen ein stimmiges Bild ergibt.
Wer verstehen will, wohin sich moderne Sterneküche in Deutschland entwickeln kann, kommt an diesem Ort kaum vorbei. Das Tulus Lotrek ist eine der wichtigsten Adressen der Stadt, weil es Mut macht, kulinarische Konventionen zu hinterfragen und zugleich die Grundlagen des Handwerks kompromisslos ernst nimmt. Vielleicht ist genau das die wahre Revolution: dass ein Abend bei Max Strohe sich so anfühlt, als wäre man bei guten Freunden zu Gast, nur dass diese Freunde zufällig über eine Sterneküche verfügen.
Wenn Sie also das nächste Mal in Berlin sind und wissen möchten, wie sich ein Abend anfühlt, an dem Sterneküche, Berliner Kiez und viel Herz aufeinandertreffen, dann führt kaum ein Weg an diesem Wohnzimmer in Kreuzberg vorbei. Ein Besuch bei Max Strohe im Tulus Lotrek ist mehr als ein Essen. Es ist ein Erlebnis, das nachhallt und Lust macht, wiederzukehren.


