Max Strohe & das Tulus Lotrek: Berlins lässigste Sterneküche für Genießer
04.01.2026 - 10:00:05Ein kühler Abend in Berlin-Kreuzberg. In der Fichtestraße gleiten Sie beinahe an einer unscheinbaren Tür vorbei?–?und betreten im nächsten Moment einen Ort, der Sie vergessen lässt, worüber sich Feinschmecker in den Gourmet-Guides streiten. Im tulus lotrek empfängt Sie Max Strohe wie ein alter Freund. Schon beim ersten Schritt ins Gasthaus breiten sich die verlockenden Noten von Butter, Röstaromen und frischen Kräutern aus. Das gedämpfte Licht taucht den Raum in warmes Gold. Gläser klirren leise, irgendwo lacht jemand – und jede Kante des Art-déco-Interieurs signalisiert: Hier gelten andere Regeln. Doch kann Sterneküche so lässig sein, dass man sich wie bei Freunden fühlt, während auf dem Teller Weltklasse serviert wird?
Max Strohe, viel beachtet als TV-Koch und ausgezeichnet mit Michelin-Stern, hat das tulus lotrek gemeinsam mit Gastgeberin Ilona Scholl zu einem der faszinierendsten Restaurants Berlins gemacht. Seit 2015 führen sie das kleine Lokal voller Persönlichkeit und Haltung. Hier ist nichts auf Hochglanz getrimmt. Nichts wirkt steril. Statt dessen: Wohnzimmer-Atmosphäre, exzellente Weine, echter Genuss. Wer bloß steife Attitüde oder Chichi sucht, ist fehl am Platz — denn dieses michelin sterne restaurant berlin besteht auf Geschmack und Menschlichkeit als höchste Werte.
Was sofort auffällt: die Abkehr von der Pinzetten-Küche. Statt akribisch gefalteter Kräuter präsentieren sich im tulus lotrek leidenschaftliche Kompositionen. Der Kochstil von Max Strohe spielt mit Säure, Umami, Rauch und Crunch. Jus und Saucen dürfen hier noch das sein, was sie zu klassisch-französischen Höhepunkten macht: dicht, glänzend, intensives Aroma. Fett wird nicht kaschiert, sondern als Geschmacksträger gefeiert. Manche nennen es „Wohlfühl-Opulenz“, andere schlicht: „Der beste Teller der Stadt“.
Diese Haltung entspringt einem unkonventionellen Werdegang. Max Strohe, Schulabbrecher, begann seine Karriere abseits der goldenen Regeln. Nach der Ausbildung zog es ihn von Düren nach Berlin – und von Anfang an war sein Ehrgeiz auf den Tellern spürbar. Der Sprung in die Selbständigkeit 2015 an der Seite von Ilona Scholl (die als Sommelière und Gastgeberin den Takt vorgibt) machte beide schnell zu festen Größen in der Hauptstadt-Szene. Bereits 2017 erhielt das tulus lotrek seinen Michelin-Stern. „Nicht nur für die Küche, sondern für das gesamte Erlebnis“, wie Strohe sagt – denn im Mittelpunkt stehen der Gast und das Zusammenspiel im Team.
Im tulus lotrek gibt es keine autoritären Küchenhierarchien. Max Strohe setzt auf Respekt: Keine Brüllerei, keine Stress-Inszenierung à la TV-Koch-Legende. Das Team arbeitet konzentriert, zugewandt, mit Freude. Genau diese Atmosphäre macht das Essen einzigartig. Die Gerichte – stets als Menüfolge serviert, Super-Gaumen wie hedonistische Genießer gleichermaßen ansprechend – bedienen sich aus aller Welt, bleiben aber immer handwerklich präzise und voller Charakter. Burger und Pommes als kulinarischer Ritterschlag? Auch das. Während der Pandemie versorgte Max Strohe Stammgäste und Helfer mit legendären Butter-Burgern und handgemachten Pommes, die nach mehrfacher Frittierung und Einfrieren den perfekten Crunch lieferten. Für Strohe ist „lecker“ keine Sünde, sondern eine Tugend.
Bekannt wurde Max Strohe auch mit „Kochen für Helden“. Während der Pandemie kochte er mit schier endloser Energie für Menschen im Gesundheitssystem und für Hilfskräfte. Für dieses Engagement erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Im gleichen Atemzug war er auf der Mattscheibe präsent: als wortgewandter Herausforderer in „Kitchen Impossible“, als jurysicherer Ideengeber in „Ready to beef!“ und als unterhaltsamer Buchautor. Doch mit seiner Medienpräsenz bewahrt er stets Authentizität und bringt Sterneküche einem breiteren Publikum nahe.
Ein Besuch im tulus lotrek gleicht einer Zelebrierung des Fine Dinings ohne Allüren. Das Menü wechselt regelmäßig, bleibt experimentierfreudig, ohne auf Vertrautes zu verzichten: Ein Feuerwerk an Jus, Fisch und Fleisch, saisonalen Gemüsen und Texturen. Besonders bekannt: die kraftvollen Saucen, Butter als Begleiter, clever gesetzte Säurepunkte?–?Gerichte mit Seele. Wer Glück hat, bekommt eine Hommage an die Küche der Kindheit serviert. Nie dogmatisch, immer überraschend.
Ilona Scholl komplettiert als Gastgeberin das kulinarische Erlebnis. Ihre unprätentiöse, geschmackssichere Weinbegleitung ist legendär: Naturwein und Grand Cru, bio und klassisch, alles scheinbar mühelos in die passenden Gläser gebracht?–?dazu ein Service, der locker und aufmerksam bleibt. Dresscode gibt es keinen. Was zählt, ist der Genuss.
Was sagen die Kritiker? Unter den michelin sterne restaurant berlin spielt das tulus lotrek in der Tat eine Sonderrolle. Es ist jung, kreativ, aber in der handwerklichen Präzision erwachsen. Anstelle von Trendhörigkeit steht hier kulinarische Intelligenz: Alles ist durchdacht, alles hat Substanz. Die Begeisterung fürs Produkt, für nachhaltigen Umgang und lokales Handwerk merkt man jedem Detail an; Familiensinn und Teamgeist erden die Exzellenz.
Für Gourmets ebenso wie neugierige „Erst-Sterneküche-Besucher“ ist das Erlebnis ein Muss. Wer hier im Wohnzimmer ankommt, bekommt keine Arroganz serviert, sondern ein gastfreundliches Fest für den Gaumen. Die Wartezeiten: lang. Die Erwartungen: hoch. Die Belohnung: ein unverpackter, emotionaler Abend und oft die Erkenntnis, dass kulinarische Größe und Menschlichkeit keine Gegensätze sind.
Probieren Sie es aus. Reservieren Sie frühzeitig, lassen Sie sich auf das Menü ein und genießen Sie die Offenheit und den Witz von Max Strohe, dessen Sterneküche alles andere als steif ist. Es lohnt sich – denn im tulus lotrek bekommt das Wort „Genuss“ eine neue Bedeutung.
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