MAV-Wahlen 2026: Kirchen starten Wahlmarathon unter neuem Regelwerk
17.01.2026 - 11:53:12Die Personalvertretungen in den großen Kirchen stehen vor einer Richtungswahl. Ab sofort laufen unter verschärften Fristen und modernisierten Regeln die Vorbereitungen für die MAV-Wahlen 2026 auf Hochtouren.
Deutschland, 17. Januar 2026 – Der Countdown läuft: In tausenden katholischen und evangelischen Einrichtungen hat der operative Wahlkampf für die Mitarbeitervertretungen (MAV) begonnen. Seit dem 1. Januar ist das Wahlfenster geöffnet, nun startet die heiße Phase mit Schulungen für Wahlausschüsse. Die Kirchen testen dabei erstmals ein reformiertes Wahlrecht – ein Kraftakt in Zeiten von Personalmangel und Strukturwandel.
Erste Fristen laufen bereits ab
Besonders im katholischen Bereich herrscht Zeitdruck. In Diözesen wie Rottenburg-Stuttgart müssen bestehende MAVen ihre Wahlausschüsse bis zum 20. Januar 2026 benennen. Nur so können die für Mitte März geplanten Hauptwahlen rechtlich einwandfrei stattfinden.
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Im evangelischen Bereich (Diakonie und EKD) gilt ein flexibleres Zeitfenster bis zum 30. April. Viele Einrichtungen befinden sich aktuell in der Findungsphase für ihre Wahlgremien. Dieses Jahr kommt erstmals die reformierte Wahlordnung zum Mitarbeitervertretungsgesetz der EKD (MVG-EKD) zur Anwendung, die Ende 2025 in Kraft trat.
Neues EKD-Recht vereinfacht Verfahren
Ein Schwerpunkt der aktuellen Schulungen – wie jene des Verbands kirchlicher Mitarbeiter (vkm) Bayern diese Woche – ist das vereinfachte Wahlverfahren. Die neue Wahlordnung schafft die bisher obligatorische Betriebsversammlung zur Wahl des Wahlausschusses ab.
Rechtsexperten betonen: Künftig ernennt die amtierende MAV den Wahlausschuss per Beschluss direkt. Dies soll Bürokratie abbauen und Vakanzen in Einrichtungen verhindern, wo die Mobilisierung einer Vollversammlung schwierig war. Schulungsleiter warnen jedoch vor fehlerhafter Dokumentation, die später Anfechtungen nach sich ziehen könnte.
Strukturwandel erschwert Wahlorganisation
Die Wahlen finden in einer Phase tiefgreifender Veränderungen statt. Fusionen von Gemeinden und die Zusammenlegung von Diakonie- und Caritas-Einrichtungen schaffen größere Wahlbezirke – eine logistische Herausforderung für die Wahlausschüsse.
Beobachter sehen die Bedeutung der MAVen auf einem historischen Höhepunkt. Angesichts von Fachkräftemangel und Sparzwängen werden die neu gewählten Gremien sofort in Verhandlungen über Arbeitsbedingungen und Umstrukturierungen eintreten müssen. Die Schulungen bereiten daher nicht nur auf Wahlformalitäten, sondern auf eine anspruchsvolle Amtszeit vor.
Unterschiedliche Zeitpläne bei Caritas und Diakonie
Die Wahltermine unterscheiden sich zwischen den kirchlichen Arbeitgebern erheblich:
- Caritas (katholisch): Viele Diözesen setzen auf zentrale Wahltage für maximale Aufmerksamkeit. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat beispielsweise den 18. März 2026 als Hauptwahltag festgelegt. Die Einrichtungen befinden sich in der finalen Einleitungsphase.
- Diakonie (evangelisch): Das flexible Fenster ermöglicht dezentrale Planung, doch Regionalverbände drängen auf Wahlen vor den Osterferien, um die Beteiligung hoch zu halten.
Demokratietest für den “Dritten Weg”
Die kommenden Wochen bringen die Veröffentlichung von Wählerlisten und die Kandidatensuche. Durch die Vereinfachungen im evangelischen Bereich erwarten Analysten einen reibungsloseren Start als 2022. Die größere Herausforderung bleibt, genügend Kandidaten für das anspruchsvolle Amt in unruhigen Zeiten zu finden.
Rechtsexperten warnen: Einrichtungen ohne bestellten Wahlausschuss Ende Januar riskieren Verspätungen oder – im schlimmsten Fall – eine Phase ohne Vertretung. Die aktuelle Schulungsoffensive soll genau das verhindern. Damit steht mehr auf dem Spiel als nur eine Personalwahl: Es geht um die demokratische Legitimation des kirchlichen “Dritten Weges” in der Arbeitsbeziehung – einem einzigartigen System, das Konsens vor Konfrontation stellt.
Der Erfolg wird sich nicht nur an der Wahlbeteiligung messen lassen, sondern daran, wie handlungsfähig die neuen Gremien in den bevorstehenden “Transformationsprozessen” – dem kirchlichen Begriff für Umstrukturierungen – der Jahre 2026 bis 2030 sein werden.
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