Marsh, McLennan

Marsh McLennan Aktie: Kampf an drei Fronten

27.11.2025 - 03:14:30

Der Versicherungsbroker Marsh McLennan sieht sich mit einer 112-Millionen-Dollar-Klage, verschärftem Wettbewerb und Analystenzurückhaltung konfrontiert, obwohl das operative Geschäft weiterhin starke Zahlen liefert.

Während Marsh McLennan eigentlich mit soliden Quartalszahlen glänzen könnte, drohen gleich drei Krisen den Versicherungsbroker einzuholen. Eine Millionenklage in Großbritannien, ein eskalierender Konkurrenzkampf und verhaltene Analysten schaffen ein gefährliches Gemisch für die Aktie.

Millionenklage aus Großbritannien

Die rechtlichen Probleme für Marsh McLennan nehmen konkrete Formen an. Die Stonegate Pub Company hat am 26. November eine Klage über 85 Millionen Pfund (etwa 112 Millionen US-Dollar) eingereicht. Der Vorwurf wiegt schwer: Marsh soll während der Corona-Pandemie grob fahrlässig gehandelt haben, indem durch Strukturierungsfehler 209 von 750 Pubs ohne ausreichende Geschäftsunterbrechungsversicherung blieben. Stonegate beziffert die Gesamtschäden auf rund eine Milliarde Pfund – doch aufgrund der angeblichen Fehler konnte nur eine einzige Versicherungssumme geltend gemacht werden.

Analysten bleiben verhalten

Parallel zu den rechtlichen Schwierigkeiten positionieren sich die Analysten mit deutlicher Zurückhaltung. RBC Capital Markets nahm die Aktie am 24. November wieder in die Beobachtung auf – allerdings nur mit einem “Sector Perform”-Rating und einem Kursziel von 200 Dollar. Das entspricht einer potenziellen Steigerung von lediglich 10 Prozent vom aktuellen Niveau. Die Begründung: Ein nachlassender Preisdruck-Zyklus in der Versicherungsbranche dürfte das Wachstum bremsen.

Andere große Häuser zeigen sich ähnlich skeptisch. Wells Fargo verharrt bei “Hold”, Goldman Sachs korrigierte sein Kursziel nur marginal nach oben. Die Botschaft ist klar: Trotz guter Fundamentaldaten überwiegen die Risiken.

Konkurrenzkampf eskaliert

Doch damit nicht genug. Marsh McLennan befindet sich in einem erbitterten Wettbewerbskampf mit Rival Howden, der zunehmend persönliche Züge annimmt. Marsh wirft Howden “egregious betrayal” – also empörenden Verrat – vor und klagt wegen Abwerbung von Schlüsselpersonal. Die Gerichte beschäftigen sich bereits mit den Vorwürfen.

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Die Realität scheint Marsh recht zu geben: Erst am 24. November wechselte ein Managing Director von Marsh Asia zu Howden und übernahm dort die Position des Chief Commercial Officer für die Region. Der Talentabfluss und die damit verbundenen Rechtskosten belasten das Unternehmen zusätzlich.

Solide Zahlen im Hintergrund

Trotz der multiplen Krisen zeigen die jüngsten Quartalszahlen, dass das operative Geschäft von Marsh McLennan weiterhin robust ist. Ein Umsatz von 6,35 Milliarden Dollar bedeutete ein Plus von 11,5 Prozent im Jahresvergleich, der Gewinn je Aktie von 1,85 Dollar übertraf die Erwartungen. Auch institutionelle Investoren wie Horizon Kinetics erhöhten ihre Positionen im zweiten Quartal.

Doch die Frage bleibt: Reichen solide Fundamentaldaten aus, um die Aktie gegen eine Millionenklage, eskalierende Konkurrenzkämpfe und verhaltene Analysten zu stemmen? Anleger müssen aktuell abwägen, ob die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells die sichtbar wachsenden Risiken aufwiegen kann.

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