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Made O'Meter: Wie eine App den Boykott digitalisiert

08.02.2026 - 18:12:12

Die dänische App Made O'Meter nutzt KI, um Herkunft und Konzernstrukturen von Produkten aufzudecken. Ein diplomatischer Konflikt löste einen Download-Boom aus und zeigt den Trend zu tech-gestütztem Konsumaktivismus.

Eine dänische App erlebt einen weltweiten Download-Boom und wird zum Symbol für tech-gestützten Konsumaktivismus. Der Made O’Meter analysiert per Smartphone-Kamera die wahre Herkunft von Produkten – und traf mit dieser Funktion den Nerv einer politisierten Käuferschaft.

KI durchleuchtet globale Lieferketten

Im Kern der App steckt ein ausgeklügeltes KI-System, das Verpackungsdesign und Markenlogos erkennt. Es durchforstet eine riesige, von der Community gepflegte Datenbank. So ermittelt es nicht nur das Herstellungsland, sondern deckt die gesamte corporate ownership structure, also die Konzernhierarchie bis zur Muttergesellschaft, auf. Die Entwickler geben eine Trefferquote von über 95 Prozent an.

Der Clou für bewusste Konsumenten: Nutzer können Filter wie „Nur EU-Marken“ setzen. Findet die KI ein US-Produkt, schlägt sie automatisch europäische Alternativen vor. Die Non-Profit-App finanziert sich werbefrei und setzt wie Wikipedia auf die Mithilfe ihrer Community zur Verbesserung der Daten.

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Diplomatischer Streit als Turbo für Downloads

Den Durchbruch brachte ein außenpolitischer Konflikt. Nach gespannten Gesprächen zwischen Washington und Kopenhagen über einen möglichen US-Kauf Grönlands Ende Januar 2026 explodierten die Nutzerzahlen. Gründer Ian Rosenfeldt verzeichnete rund 30.000 Downloads in nur drei Tagen. Die Gesamtzahl schnellte so auf über 100.000 hoch.

Die Aktivität stieg noch dramatischer: Statt durchschnittlich 500 Scans per Tag im Vorjahr pegelte die Nutzung am 23. Januar bei fast 40.000 Produktchecks. Die Idee zur App entstand in einer dänischen Social-Media-Gruppe, die nach zuverlässigeren Boykott-Werkzeugen als simple Barcode-Scanner suchte.

Trendwende: KI macht Ethik zum Mainstream

Der Erfolg des Made O’Meter steht für einen Megatrend. Künstliche Intelligenz wird zunehmend genutzt, um Lieferkettentransparenz zu schaffen und Verbraucher zu befähigen. Wo sich Käufer früher in undurchsichtigen Konzerngeflechten verloren, liefert die App klare, handlungsrelevante Informationen in Echtzeit.

Die Bewegung geht über politische Boykotte hinaus. Technologien wie KI und Blockchain helfen auch, ökologische und soziale Standards (ESG) von der Farm bis zum Regal nachzuverfolgen. Tools wie der Made O’Meter machen komplexe Daten für jedermann verständlich – und setzen Marken unter Druck, ihre Strukturen offenzulegen.

Langfristige Wirkung auf Handel und Industrie

Die plötzliche Popularität könnte nachhaltig wirken. Zwar werden Boykottwellen oft von kurzer Dauer, doch die geschaffene Technologie-Infrastruktur bleibt. Die wachsende Nutzerbasis in Dänemark, Deutschland, Spanien und Italien signalisiert einen europaweiten Bedarf.

Unternehmen müssen sich auf informiertere und kritischere Kunden einstellen. Die Machtbalance verschiebt sich. Mit fortschreitender KI-Entwicklung werden noch mächtigere Analyse-Tools folgen. Der Made O’Meter zeigt schon heute: Transparenz ist kein Nischenthema mehr, sondern wird zum neuen Standard im globalen Handel.

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