Lufthansa-Streik legt Flugverkehr lahm
12.02.2026 - 06:12:11Ein bundesweiter Warnstreik von Piloten und Kabinenpersonal bei Lufthansa führt heute zu massiven Flugausfällen. Im Kern geht es der Flugbegleitergewerkschaft UFO um einen Sozialplan für etwa 800 Mitarbeiter der Regionaltochter Cityline.
Die koordinierten Ausstände der Vereinigung Cockpit und der UFO legen Hunderte Flüge deutschlandweit lahm. Während die Piloten für bessere Pensionsbeiträge streiken, zielt das Kabinenpersonal darauf ab, die Konzernführung an den Verhandlungstisch zu zwingen. Das Management habe Forderungen nach einem Sozialplan abgelehnt, so die Gewerkschaft – der Streik sei das letzte Mittel.
Sozialplan als zentrale Forderung
Das Herzstück des Konflikts ist die Zukunft der Cityline-Mitarbeiter. Die UFO fordert einen verbindlichen Sozialplan, ein Kernelement des deutschen Arbeitsrechts. Solche Pläne sollen die wirtschaftlichen Folgen von Umstrukturierungen oder Massenentlassungen abfedern.
Ein Sozialplan wird zwischen Management und Betriebsrat ausgehandelt. Typische Inhalte sind Abfindungsformeln, Finanzierung von Umschulungen oder die Einrichtung von Transfergesellschaften. Bei Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern ist die Verhandlung gesetzlich vorgeschrieben, wenn betriebliche Veränderungen erhebliche Nachteile für die Belegschaft bringen.
Das deutsche Kündigungsrecht im Fokus
Hinter den Streikschlagzeilen steht ein ausgefeilter rechtlicher Rahmen für Massenentlassungen. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz hat der Betriebsrat ein starkes Mitbestimmungsrecht.
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Ein verbreiteter Irrglaube: Es gibt keinen automatischen Rechtsanspruch auf Abfindung. Diese entsteht meist erst durch Sozialpläne, Tarifverträge oder gerichtliche Vergleiche. Die Höhe berechnet sich typischerweise aus Alter, Betriebszugehörigkeit und Bruttogehalt – die konkreten Multiplikatoren sind Verhandlungssache.
Streik in unsicheren Zeiten
Der Lufthansa-Konflikt spiegelt breitere Wirtschaftssorgen wider. Umfragen aus dem späten Jahr 2025 und Anfang 2026 zeigen: Viele Industrieunternehmen planen Stellenabbau. Hohe Kosten, schwache Exporte und globale Unsicherheit treiben insbesondere Auto- und Chemiebranche zu Personalanpassungen. In dieser Lage gewinnen Sozialpläne zusätzliche Bedeutung.
Eskalation mit ungewissem Ausgang
Der Streikaufruf der UFO markiert eine deutliche Eskalation. Die Gewerkschaft sieht die Existenz ihrer Mitglieder bedroht. Für Lufthansa bedeuten die Ausfälle finanzielle Verluste und Imageschaden. Die Airlinesprecherin nannte den Streik „völlig überzogen“ – ein Signal für zähe Verhandlungen.
Die nächsten Tage entscheiden: Setzt sich Lufthansa an den Verhandlungstisch? Bleibt die Blockadehaltung, drohen weitere, noch umfangreichere Streiks. Der Ausgang betrifft nicht nur 800 Cityline-Beschäftigte, sondern wird bundesweit von Unternehmen und Gewerkschaften beobachtet. Tausende Reisende sitzen indes fest, während der Grundsatzstreit über Unternehmensverantwortung und Arbeitnehmerschutz auf den Vorfeldern deutscher Flughäfen ausgetragen wird.
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