London-Villa bei Buckingham Palace als mutmaßliche Beute eines 140-Millionen-Euro-Betrugs beschlagnahmt
01.01.2026 - 04:45:12Indische Ermittler beschlagnahmen eine 16-Millionen-Euro-Immobilie in Belgravia, die mit einem mutmaßlichen 140-Millionen-Euro-Betrug eines ehemaligen Textilkonzernchefs in Verbindung steht.
Die indische Finanzermittlungsbehörde ED hat eine Luxusimmobilie im Herzen Londons beschlagnahmt. Sie soll mit einem großen Bankbetrug in Verbindung stehen.
Neu-Delhi — Im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität hat Indien einen spektakulären Schlag im Ausland gelandet. Die Enforcement Directorate (ED) hat vorläufig eine exklusive Wohnimmobilie im Londoner Stadtteil Belgravia beschlagnahmt – nur einen Steinwurf vom Buckingham Palace entfernt. Der Wert: umgerechnet rund 16 Millionen Euro. Das Asset soll dem ehemaligen Chef des insolventen Textilriesen S. Kumars Nationwide Limited (SKNL), Nitin Kasliwal, und seiner Familie zuzurechnen sein. Die Beschlagnahme ist ein Meilenstein in den Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Bankbetrug in Höhe von etwa 140 Millionen Euro.
Ein kompliziertes Netz aus Offshore-Gesellschaften
Die Spur zu dem Londoner Anwesen führte die Ermittler durch ein Labyrinth internationaler Finanzstrukturen. Bei Durchsuchungen Ende Dezember 2025 sicherte die ED digitale Geräte und Dokumente, die den entscheidenden Hinweis lieferten. Demnach war die Immobilie über eine Kette von Gesellschaften in Steueroasen verschleiert.
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Im Zentrum stand der “Catherine Trust” (ehemals “Surya Trust”) auf den Britischen Jungferninseln und in Jersey. Die Begünstigten: Kasliwal und seine Familie. Der Trust kontrollierte eine Tochtergesellschaft, die wiederum die Londoner Villa hielt. “Durch das Zurückverfolgen dieser Schichten – von der Holdinggesellschaft über den Trust bis zu den Begünstigten – konnte die ED die notwendige Verbindung für die Beschlagnahme als mutmaßliche Verbrechenserträge herstellen”, so eine Behördensprecherin.
Der Vorwurf: Systematische Abzweigung von Kreditmitteln
Hintergrund ist der spektakuläre Fall von S. Kumars Nationwide. Das einst gefeierte Textilunternehmen mit der bekannten Marke “Reid & Taylor” brach vor Jahren zusammen und hinterließ bei einem Bankenkonsortium hohe ausstehende Kredite.
Die Ermittler gehen jedoch über einen bloßen Geschäftsausfall hinaus. Sie werfen der Unternehmensführung vor, die Kredite systematisch abgezweigt und ins Ausland transferiert zu haben. Die Gelder seien als ausländische Investitionen getarnt worden, um dann persönliche Vermögenswerte wie die Londoner Immobilie zu erwerben. “Es handelte sich nicht um geschäftliche Fehlentscheidungen, sondern um aktive Betrugshandlungen”, heißt es aus Ermittlerkreisen.
Signalwirkung für andere Wirtschaftsstraftäter
Die Beschlagnahme hat hohe Symbolkraft. Sie zeigt, dass indische Behörden zunehmend in der Lage sind, auch in komplexen Offshore-Jurisdiktionen wie Jersey oder den Britischen Jungferninseln Vermögenswerte aufzuspüren. “Geografische Distanz und undurchsichtige Gesellschaftskonstrukte bieten keinen sicheren Hafen mehr vor dem indischen Recht”, kommentiert ein Strafrechtsexperte.
Der Fall ähnelt anderen hochkarätigen Versuchen, in Großbritannien gehaltene Assets mutmaßlicher Betrüger zu sichern. Die Lage der Immobilie in einer der teuersten Wohngegenden der Welt unterstreicht den Umfang der mutmaßlichen Geldwäscheoperationen.
Lange rechtliche Auseinandersetzungen stehen bevor
Die Beschlagnahme ist zunächst nur vorläufig. Innerhalb von 180 Tagen muss eine zuständige Behörde den Beschluss bestätigen. Anschließend wird die ED versuchen, das Eigentum an der Immobilie formell zu übertragen – ein Prozess, der rechtliche Verfahren in Großbritannien erfordern wird.
Die Behörde will mit britischen Stellen auf Grundlage gegenseitiger Rechtshilfeabkommen zusammenarbeiten. Die Verteidigung wird die Einstufung als “Verbrechensertrag” vor lokalen Gerichten wahrscheinlich anfechten. Für die betroffenen Banken ist die Aktion ein Hoffnungsschimmer, doch bis zur tatsächlichen Rückführung der Gelder ist es ein weiter, unsicherer Weg.
Die Ermittlungen laufen indes weiter. Die gesicherten digitalen Beweise könnten zur Identifizierung weiterer nationaler und internationaler Vermögenswerte führen. Die ED will nun andere “Auslandsinvestitionen” von SKNL unter die Lupe nehmen.
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