Lohnsteuer, Vorsorgepauschale

Lohnsteuer 2026: Neue Vorsorgepauschale trifft Millionen Gehaltskonten

07.01.2026 - 12:55:12

Die Abschaffung der pauschalen Steuerabzüge führt zu unberechenbareren Nettolöhnen. Privatversicherte verlieren Steuervorteile, während die Arbeitslosenversicherung erstmals einfließt.

Die erste Gehaltsabrechnung 2026 bringt für Millionen Arbeitnehmer die spürbare Wende: Pauschale Steuerabzüge sind Geschichte, stattdessen zählt jetzt der exakte Beitragssatz. Die Reform der Vorsorgepauschale sorgt für fairere, aber unberechenbarere Nettolöhne.

Ende der Pauschale: Privatversicherte zahlen drauf

Die größte Umstellung betrifft gutverdienende Privatversicherte. Die bisherige Mindestvorsorgepauschale für Kranken- und Pflegeversicherung ist abgeschafft. Bis Ende 2025 konnten Steuerzahler pauschal bis zu 1.900 Euro absetzen – oft mehr, als ihre tatsächlichen Beiträge betrugen. Diese Steuerersparnis fällt nun weg.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt: Der Lohnsteuerabzug richtet sich ausschließlich nach den elektronisch übermittelten Originaldaten der Versicherer. Fehlen diese Werte im System der Bundessteuerzentrale, rutscht der monatliche Nettolohn nach unten. Besonders betroffen sind die Steuerklassen V und VI, wo Datenlücken bisher durch die Pauschale aufgefangen wurden.

Anzeige

Viele Beschäftigte merken erst mit der Steuererklärung, dass ihnen monatlich zu viel Lohnsteuer abgezogen wurde – seit die ELStAM-Daten jetzt elektronisch und zentral verarbeitet werden, häufen sich solche Fälle. Unser kostenloser MeinElster-Guide erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Lohnsteuerbescheinigung prüfen, fehlerhafte Abzugsmerkmale korrigieren und zu viel gezahlte Beträge schnell zurückholen. Mit praktischer Checkliste und Musterformulierungen für den Austausch mit Krankenkasse und Lohnbüro. Jetzt kostenlosen MeinElster-Guide sichern

Neue Komponente: Arbeitslosenversicherung fließt ein

Erstmals rechnet die Vorsorgepauschale nun auch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ein. Bisher bestand die Pauschale nur aus Anteilen für Rente sowie Kranken- und Pflegeversicherung. Die Neuerung soll die reale Sozialversicherungslast genauer abbilden.

Der Vorteil für Arbeitnehmer: Die monatliche Abrechnung nähert sich stärker der jährlichen Steuerschuld an. Das verhindert die gefürchtete Nachzahlung bei der Steuererklärung. Allerdings steigt dadurch auch der monatliche Steuerabzug – das Nettogehalt sinkt zunächst.

Digitaler Zwang: Datenfehler kosten sofort Geld

Die Reform erzwingt die digitale Vollendung des Steuerwesens. Arbeitgeber müssen sich strikt an die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) halten. Papierbescheinigungen sind kaum noch zulässig. Die Konsequenz bei Übertragungsfehlern: Das Gehalt sinkt sofort.

Lohnbüros melden bereits erste Probleme. Sie raten Beschäftigten dringend, ihren Versicherungsstatus zu prüfen. Liefern private Krankenkassen falsche oder keine Daten, setzt die Gehaltssoftware den Abzug auf null. Zwar lässt sich das Geld über die Steuererklärung zurückholen – doch die monatliche Liquidität leidet.

Mehr Fairness auf Kosten der Planbarkeit

Die Umstellung ist Teil eines größeren Steuerpakets 2026, das auch Grundfreibetrag und Kinderfreibetrag erhöht. Doch die Vorsorgepauschale-Reform geht tiefer: Sie ist strukturell, nicht nur rechnerisch.

Das alte System begünstigte vor allem junge, gesunde Privatversicherte mit niedrigen Beiträgen. Sie profitierten von der hohen Pauschale. Dieses Schlupfloch ist geschlossen. Dagegen gewinnen Versicherte mit hohen Beiträgen: Sie erhalten ihre Steuerentlastung jetzt monatlich und nicht erst mit der Jahreserklärung.

Was Arbeitnehmer jetzt prüfen müssen

Mit den Januar-Gehältern rechnen Personalabteilungen mit einer Flut an Nachfragen. Beschäftigte sollten ihre Abrechnung genau prüfen. Stimmen die Beitragswerte bei Kranken- und Pflegeversicherung? Bei Abweichungen muss sofort die Versicherung informiert werden.

Experten rechnen damit, dass sich die neuen Datenprozesse erst im Laufe des ersten Quartals einspielen. Bis dahin ist erhöhte Aufmerksamkeit nötig. Die Reform verspricht langfristig mehr Genauigkeit – der Übergang jedoch verlangt von allen Beteiligten Geduld und Kontrolle.

Anzeige

PS: Wollen Sie künftige Einbußen vermeiden? Dieselbe Anleitung bietet zusätzlich konkrete Praxis-Tipps für Arbeitnehmer und Personalabteilungen: welche Nachweise die Bundessteuerzentrale erwartet, wie Sie ELStAM-Übertragungsfehler frühzeitig erkennen und rechtssicher melden und welche Schritte Liquiditätsengpässe verhindern. Kurz, praxisnah und sofort umsetzbar – ideal, wenn Ihr Nettolohn plötzlich sinkt. MeinElster-Anleitung jetzt herunterladen

@ boerse-global.de