Logistikbranche stemmt sich gegen höhere Kosten und neue Regeln
06.02.2026 - 13:14:12Die deutsche Transportwirtschaft steht im Februar vor einem doppelten Druck: steigende Verwaltungskosten und verschärfte EU-Vorgaben zwingen zu schnellen Anpassungen.
Gebühren steigen, Digitalisierung schreitet voran
Ein zentraler Punkt sind die angepassten Gebühren für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt). Seit der Änderungsverordnung Ende Dezember 2025 sind die Kosten für Standardverfahren der Kfz-Zulassung spürbar gestiegen. Die Gebühr für die digitale Fahrzeugzulassung kletterte beispielsweise von 3,80 auf 4,40 Euro. Für Unternehmen mit großen Flotten summieren sich diese vermeintlich kleinen Beträge schnell zu einer erheblichen finanziellen Belastung.
Hinter den Erhöhungen steht die Finanzierung des digitalen Dienstes i-Kfz Stufe 4. Dieser ermöglicht es juristischen Personen erstmals, Fahrzeuge vollständig online zuzulassen – ein Fortschritt, der zunächst teuer erkauft wird. Die Branche steht vor der Frage: Lohnen sich die Effizienzgewinne durch die Digitalisierung die höheren Transaktionskosten?
Bundesrat ebnet Weg für schärfere Kontrollen
Parallel verschärft sich der regulatorische Rahmen. Der Bundesrat behandelte Ende Januar den Zweiten GüKG-Änderungsgesetz, das nationales Recht an EU-Vorgaben angleicht. Der Fokus liegt auf drei Punkten:
- Kampf gegen unlauteren Wettbewerb: Die Rechtsgrundlage für Kontrollen von Kabotagefahrten wird gestärkt.
- Digitale Überwachung: Daten der neuen Generation intelligenter Fahrtenschreiber sollen nahtlos in Verkehrskontrollen einfließen.
- Entlastung der Polizei: Private Begleitdienste für Schwertransporte werden klarer geregelt.
Rechtsexperten warnen: Diese Änderungen erleichtern den Vollzug, bedeuten für Transportunternehmen aber einen höheren Aufwand für einwandfreie Dokumente und digitale Protokolle.
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Countdown für leichte Nutzfahrzeuge läuft
Die größte unmittelbare Herausforderung ist jedoch eine EU-Frist. Ab 1. Juli 2026 gelten die EU-Fahr- und Ruhezeiten auch für grenzüberschreitende gewerbliche Fahrten mit Fahrzeugen von 2,5 bis 3,5 Tonnen. Das betrifft tausende Sprinter und leichte Lkw.
Betreiber müssen bis dahin nachrüsten: Ein Smart Tachograph Version 2 wird Pflicht, ebenso die Einhaltung der strengen Lenkzeiten und die lückenlose Aufzeichnung aller Aktivitäten. Die Branche warnt vor Engpässen in Werkstätten, sollte mit der Nachrüstung gezögert werden – ein Szenario, das sich 2025 bei schweren Lkw bereits abzeichnete.
Doppelbelastung trifft vor allem den Mittelstand
Die Gleichzeitigkeit von Kostenerhöhungen und neuen Compliance-Pflichten stellt viele Unternehmen vor strategische Probleme. Für kleine und mittlere Betriebe (KMU) ist die Lage besonders prekär. Ihnen fehlt oft der administrative Spielraum, um steigende Gebühren, die CO2-Aufschläge auf die Lkw-Maut und hohe Kraftstoffkosten einfach aufzufangen.
Die Empfehlung an Flottenmanager lautet daher, Prozesse jetzt zu überprüfen. Die vollständige Nutzung der digitalen i-Kfz-Dienste kann trotz höherer Gebühren Zeit sparen. Und: Der Zustand der leichten Nutzfahrzeugflotte muss umgehend geprüft werden, um termingerecht nachrüsten zu können.
Die Botschaft aus Berlin und Brüssel ist klar: Der Modernisierungs- und Digitalisierungszug fährt unaufhaltsam – und die Fahrkarte wird immer teurer. Für die Logistikbranche bleibt 2026 ein Jahr der Anpassung unter Druck.
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