Lithium, Alzheimer-Risiko

Lithium könnte Alzheimer-Risiko senken

24.01.2026 - 16:04:12

Eine neue Studie zeigt, dass niedrige Lithiumspiegel im Gehirn mit Alzheimer verbunden sind. Das Spurenelement bindet an schädliche Plaques und könnte präventives Potenzial besitzen.

Eine neue Harvard-Studie rückt das Spurenelement Lithium in den Fokus der Alzheimer-Forschung. Es könnte das Gehirn schützen – und ein Mangel die Krankheit begünstigen.

Im Kampf gegen Alzheimer suchen Forschende weltweit nach neuen Ansätzen. Eine vielversprechende Richtung konzentriert sich auf das Alkalimetall Lithium. Bekannt ist es als Medikament bei bipolaren Störungen. Jetzt deuten Studien darauf hin, dass bereits geringe Mengen das Gehirn schützen könnten.

Eine im August 2025 im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie eines Harvard-Teams liefert dafür eine mögliche Erklärung. Die Forschenden fanden in den Gehirnen verstorbener Alzheimer-Patienten signifikant niedrigere Lithiumspiegel. Besonders betroffen war der präfrontalen Kortex, eine für die Krankheit anfällige Hirnregion.

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Lithium bindet an Alzheimer-Plaques

Das Forschungsteam um Prof. Dr. Bruce Yankner entdeckte einen zentralen Mechanismus: Lithium bindet an die für Alzheimer typischen Amyloid-Beta-Plaques. Dadurch steht es nicht mehr für seine schützenden Funktionen zur Verfügung. Ein Mangel könnte schädliche Prozesse auslösen:

  • Verstärkte Entzündungsreaktionen im Gehirn
  • Beschleunigter Verlust von Synapsen und Nervenzellstrukturen

Lithium hemmt das Enzym GSK-3β, das sowohl an der Bildung von Amyloid-Plaques als auch von Tau-Fibrillen beteiligt ist. Es greift damit an einer Schlüsselstelle der Krankheitsentstehung an.

Trinkwasser-Studien lieferten erste Hinweise

Die Idee ist nicht komplett neu. Frühere epidemiologische Studien zeigten bereits eine interessante Korrelation: In Regionen mit einem höheren natürlichen Lithiumgehalt im Trinkwasser beobachteten Forscher niedrigere Raten von Demenzerkrankungen. Studien aus Dänemark (2017) und Großbritannien (2022) deuteten auf ein geringeres Demenzrisiko bei höherer Lithium-Exposition hin.

Die neuen Daten aus Harvard liefern nun eine molekularbiologische Erklärung für diese Beobachtungen. Sie legen nahe, dass Lithium ein essenzieller Schutzfaktor für das Gehirn sein könnte. Der Fokus verschiebt sich damit von der hochdosierten Therapie hin zur möglichen Vorbeugung durch Mikrodosierungen.

Nicht einfach in der Apotheke kaufen

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse warnen Experten vor einer eigenständigen Einnahme. Lithium kann in zu hohen Dosen toxisch sein. Die entscheidende Frage für die Forschung lautet: Was ist die optimale, sichere Dosierung für eine Langzeitanwendung?

Die Harvard-Studie untersuchte auch verschiedene Lithiumsalze. Das häufig verwendete Lithiumcarbonat bindet stark an Amyloid-Plaques. Andere Formen wie Lithiumorotat könnten im Gehirn besser verfügbar bleiben. In Tierversuchen zeigte Lithiumorotat in sehr niedrigen Dosen positive Effekte auf das Gedächtnis – selbst bei fortgeschrittener Erkrankung.

Ein Paradigmenwechsel in der Forschung

Der Lithium-Ansatz unterscheidet sich grundlegend von aktuellen Therapien. Diese zielen meist auf die Beseitigung von Amyloid-Plaques mit teuren Antikörpern wie Lecanemab. Lithium könnte dagegen eine breiter anwendbare und kostengünstige präventive Maßnahme darstellen.

Statt in bereits laufende Krankheitsprozesse einzugreifen, würde hier ein Mangel an einem natürlichen Spurenelement ausgeglichen. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung präventiver und ernährungsphysiologischer Aspekte in der Neurologie.

Der nächste Schritt: Studien am Menschen

Die wissenschaftliche Gemeinschaft ist sich einig: Jetzt müssen großangelegte, kontrollierte klinische Studien folgen. Nur sie können beweisen, ob eine niedrig dosierte Lithiumgabe das Alzheimer-Risiko beim Menschen tatsächlich senkt. Solche Studien müssen Wirksamkeit und langfristige Sicherheit verschiedener Verbindungen und Dosierungen prüfen.

Es wird erwartet, dass die Harvard-Ergebnisse die Forschung weltweit intensivieren. Bis verlässliche Daten vorliegen, werden jedoch noch mehrere Jahre vergehen. Bis dahin bleibt Lithium ein vielversprechender Kandidat, der unser Verständnis von Alzheimer verändern könnte.

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