Lightricks, LTX-2

Lightricks LTX-2: Offene KI für 4K-Videos fordert Tech-Giganten heraus

10.01.2026 - 19:32:12

Das neue KI-Modell LTX-2 von Lightricks erzeugt native 4K-Videos mit Ton und ist komplett quelloffen. Es bietet eine transparente Alternative zu proprietären Systemen und läuft auf Consumer-Hardware.

Lightricks stellt mit LTX-2 ein vollständig quelloffenes KI-Modell zur Erzeugung von 4K-Videos mit Ton vor. Es bietet eine mächtige Alternative zu geschlossenen Systemen wie OpenAI Sora.

Berlin. Der Kampf um die Vorherrschaft in der KI-generierten Videoproduktion hat eine neue Front: Die israelische Firma Lightricks hat mit LTX-2 ein vollständig quelloffenes Audio-Video-Modell veröffentlicht. Es erzeugt native 4K-Inhalte und stellt damit eine direkte Herausforderung für proprietäre Systeme von Tech-Giganten wie OpenAI und Google dar. Die Entscheidung, nicht nur das Modell, sondern auch den Trainingscode öffentlich zugänglich zu machen, könnte den Markt für generative KI nachhaltig verändern.

Strategischer Schlag gegen die “Blackbox”-Ökonomie

Während große Konzerne ihre fortschrittlichsten Video-KIs hinter teuren Paywalls und Wartelisten verstecken, setzt Lightricks auf radikale Transparenz. Die vollständigen Modellgewichte, Inferenz-Pipelines und der Trainingscode von LTX-2 stehen auf Plattformen wie GitHub und Hugging Face zum Download bereit. Es ist das erste Modell seiner Klasse, das einen “wirklich offenen” Zugang bietet.

Technisch basiert LTX-2 auf einer Diffusion Transformer (DiT)-Architektur. Es erzeugt bis zu 20 Sekunden flüssiges Video mit 50 Bildern pro Sekunde. Der Clou: Die native 4K-Auflösung kommt ohne nachträgliches Hochskalieren aus – ein technischer Meilenstein, der frühere Schwächen quelloffener Videogeneratoren behebt. Besonders ist auch die multimodale Fähigkeit, Ton und Bild in einem Durchgang zu synthetisieren. So sind Soundeffekte, Umgebungsgeräusche und sogar Lippenbewegungen perfekt mit dem Video synchronisiert.

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Demokratisierung der High-End-Produktion

Ein Kernziel von Lightricks ist die Zugänglichkeit. Im Gegensatz zu riesigen Foundation-Modellen, die Rechenzentren benötigen, ist LTX-2 für Consumer-Hardware optimiert. Das Modell läuft auf NVIDIA GeForce RTX-Grafikkarten und ermöglicht so Einzelpersonen und kleinen Studios, hochwertige Generierungen auf der eigenen Workstation durchzuführen.

Um die Einstiegshürde weiter zu senken, veröffentlichte das Unternehmen neben der Vollversion eine “destillierte” Variante. Sie ist auf Geschwindigkeit getrimmt und bietet schnellere Inferenzzeiten bei minimalem Qualitätsverlust. Die mitgelieferte Unterstützung für ComfyUI, eine beliebte node-basierte Schnittstelle, erleichtert die sofortige Integration in bestehende kreative Workflows. Dank FP8-Quantisierung verdoppelt sich die Performance bei halbiertem Speicherbedarf – ein entscheidender Vorteil gegenüber cloudlastigen Alternativen.

Nachhaltiges Geschäftsmodell für die Open-Source-Community

Die Geschäftsstrategie hinter LTX-2 versucht, Open-Source-Ideale mit kommerziellem Erfolg zu vereinen. Lightricks setzt auf ein gestaffeltes Lizenzmodell, ähnlich dem in der Spiele-Engine-Branche. Für akademische Forschung und kommerzielle Nutzer mit weniger als 10 Millionen Euro Jahresumsatz ist das Modell kostenfrei.

Größere Unternehmen müssen eine kommerzielle Lizenz erwerben. “Unser Ziel ist es, unabhängige Creator und Startups zu stärken, während große Konzerne zur Nachhaltigkeit der Technologie beitragen”, erklärt Lightricks-CEO Zeev Farbman. Damit positioniert sich das Unternehmen gegen das vorherrschende “Mietmodell” geschlossener KI-APIs und setzt auf volle Kontrolle und Transparenz für die Nutzer.

Marktimplikationen: Ein “Stable Diffusion-Moment” für Video?

Die Veröffentlichung trifft auf eine wachsende Nachfrage nach anpassbaren KI-Tools. Kreativagenturen und Produktionsfirmen kritisieren zunehmend den mangelnden Kontrollverlust bei Cloud-only-Modellen, die individuelle Anpassungen oft verhindern.

Durch den offenen Trainingscode können Studios LTX-2 nun mit ihrem eigenen geistigen Eigentum feintunen. Diese Möglichkeit ist besonders für Spieleentwickler und Animationsstudios attraktiv, die einen konsistenten visuellen Stil über alle generierten Assets hinweg bewahren wollen. Analysten sehen in LTX-2 das Potenzial für einen “Stable Diffusion-Moment” im Videobereich – also eine ähnliche Innovationswelle, wie sie 2022 nach der Open-Source-Freigabe von Bildgenerierungsmodellen einsetzte.

Die ersten Reaktionen der Community sind vielversprechend. Erste Benchmarks zeigen, dass LTX-2 bei Bewegungsflüssigkeit und Prompt-Treue mit proprietären Alternativen mithalten kann. In den kommenden Wochen werden nun Tests unter realen Bedingungen zeigen, wo die Grenzen des Modells liegen. Lightricks kündigte bereits an, LTX-2 als Startpunkt für ein breiteres Open-Source-Ökosystem zu sehen und plant Updates basierend auf Community-Feedback.

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