Lenovo Qira: KI-Assistent überbrückt die Kluft zwischen PC und Smartphone
07.01.2026 - 09:34:12Lenovo stellt auf der CES 2026 mit Qira ein KI-System vor, das Windows-PCs und Android-Smartphones nahtlos verbindet. Der neue Assistent soll als persönliche, allgegenwärtige Intelligenz den digitalen Arbeitsfluss revolutionieren und konkurriert direkt mit den geschlossenen Ökosystemen von Apple und Samsung.
Auf der Technikmesse CES in Las Vegas präsentierte der Hersteller Lenovo Qira als systemübergreifende KI-Plattform. Sie nutzt die firmeneigene Hardware-Integration aus Lenovo-PCs und Motorola-Smartphones, um eine einheitliche Nutzererfahrung zu schaffen. In einer Branche, die sich von einfachen Chatbots hin zu handlungsfähigen „agentischen“ KI-Systemen bewegt, setzt Lenovo damit einen klaren Kontrapunkt.
„Persönliche Ambient Intelligence“ für den hybriden Alltag
Qira wird nicht als simpler Sprachassistent vermarktet, sondern als „Persönliches Ambient-Intelligence-System“. Es soll als stets präsente Schicht funktionieren, die den gesamten Gerätepark umspannt. Der Clou: Die KI versteht Kontext und Kontinuität. Beginnt ein Nutzer eine Recherche auf dem Motorola-Smartphone, erkennt Qira diese Aktivität auf dem Lenovo-Yoga-Laptop wieder und bietet passende Dokumente oder geöffnete Tabs an.
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„Das System adressiert einen zentralen Schmerzpunkt im digitalen Workflow: den konstanten Kontextwechsel“, erklärt ein Branchenanalyst. Die KI halte den Überblick darüber, was auf dem Bildschirm passiert und was der Nutzer zuvor getan hat. So soll der Übergang zwischen Android und Windows unsichtbar werden.
Handlungsfähige KI und die Funktion „Next Move“
Qira geht über reine Synchronisation hinaus. Die agentischen Fähigkeiten ermöglichen es der KI, eigenständig Aktionen über Apps hinweg zu orchestrieren. Sie kann E-Mails nach einem Sprachbefehl an der Smartwatch entwerfen oder eine Tabellenkalkulation basierend auf fotografierten Kassenbons organisieren.
Eine herausstechende Funktion ist „Next Move“. Hier sagt die KI den nächsten wahrscheinlichen Schritt des Nutzers voraus. Wer etwa einen Flug auf dem Tablet prüft, bekommt vielleicht die Empfehlung, einen Fahrdienst zu buchen oder die Reisedaten im Familienkalender zu vermerken.
Die Privatsphäre steht laut Lenovo im Mittelpunkt der Architektur. Ein Hybrid-Modell verarbeitet Routineaufgaben lokal auf den Geräten, gestützt auf die Neural Processing Units (NPUs) moderner KI-PCs und Smartphones. Sensibler Kontext verlasse die Hardware nur bei absolut notwendigen Cloud-Abfragen.
Hardware-Integration und das „Aura“-Ökosystem
Parallel zu Qira führt Lenovo die Aura-Edition-Portfolio ein. Diese Premium-Laptops, darunter das Yoga Pro 9i und ThinkPad X1 Carbon Gen 14, sind gemeinsam mit Intel für maximale KI-Leistung optimiert. Künftige Modelle erhalten eine dedizierte Qira-Taste.
Auf Motorola-Smartphones firmiert der Assistent unter Motorola Qira und ist über eine Navigations-Leiste oder Sprachbefehl erreichbar. Diese Doppel-Markenstrategie betont die Einheit der Plattform, wahrt aber die Identität der Produktlinien.
Qira ist zudem in Smart Connect integriert, Lenovos Framework für geräteübergreifende Zusammenarbeit. Durch die KI wird daraus ein proaktives Tool, das nun auch „Live-Interaktion“ während des Bildschirm-Teilens ermöglicht.
Marktanalyse: Angriff auf die geschlossenen Gärten
Mit Qira nimmt Lenovo eine Sonderstellung im Wettbewerb ein. Während Microsofts Copilot den Windows-Bereich und Googles Gemini Android dominieren, hat keines der Systeme die nahtlose Übergabe zwischen beiden Plattformen auf Hardware-Ebene vollendet.
Experten sehen darin den Versuch, mit vertikaler Integration ein konkurrenzfähiges „Walled-Garden“-Erlebnis zu Apple zu schaffen. Der entscheidende Unterschied: Lenovo überbrückt die getrennten Welten von Windows und Android, anstatt ein komplett geschlossenes System zu etablieren.
„Dieser Schritt setzt andere Windows-PC-Hersteller unter Druck, denen eine eigene Smartphone-Sparte fehlt“, so ein Marktbeobachter. Exklusive Funktionen, die nur im Zusammenspiel von Lenovo-PC und Motorola-Handy funktionieren, schaffen einen starken Anreiz, innerhalb der Hardware-Familie zu bleiben.
Verfügbarkeit und Ausblick
Die Einführung von Qira erfolgt etappenweise. Der Start ist für das erste Quartal 2026 auf ausgewählten Lenovo-KI-PCs und Motorola-Smartphones wie der Razr- und Edge-Serie geplant. Nutzer des bestehenden „Lenovo AI Now“-Dienstes erhalten ein Update.
Langfristig plant Lenovo, Qira über klassische Computer hinaus auszuweiten. Konzeptstudien wie das KI-Wearable „Project Maxwell“ deuten auf eine Zukunft hin, in der Qira das verbindende Element für das gesamte digitale Leben eines Nutzers wird. Ob sich die Nutzer von etablierten Gewohnheiten lösen und einen neuen Assistenten annehmen, bleibt abzuwarten. Das Versprechen einer wirklich verbundenen PC-Smartphone-Erfahrung ist jedoch 2026 ein starkes Argument.
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