Leitern, Tritte

Leitern und Tritte: Neue Prüfwelle trifft deutsche Betriebe

11.01.2026 - 11:52:12

Seit Januar 2026 müssen deutsche Behörden jährlich fünf Prozent aller Betriebe kontrollieren. Eine erste Schwerpunktaktion prüft nun lückenlos die Sicherheit und Dokumentation von Leitern und Tritten.

Ab 2026 müssen Behörden mindestens fünf Prozent aller Unternehmen kontrollieren – und starten mit einer Schwerpunktaktion zu Steigern.

Sonntag, 11. Januar 2026

Eine neue Ära der Arbeitsschutzkontrollen hat in Deutschland begonnen. Seit Januar 2026 sind die Landesbehörden gesetzlich verpflichtet, jährlich mindestens fünf Prozent aller Betriebe zu überprüfen. Diese verbindliche Mindestbesichtigungsquote treibt eine erste, massive Kontrollwelle an, die sich gezielt auf die Sicherheit von Leitern und Tritten konzentriert. Für Unternehmen bedeutet das: Lückenlose Dokumentation wird zum neuen Prüfstein.

Schwerpunktaktion in Hessen als Vorbote

Die praktischen Auswirkungen der neuen Strategie sind bereits spürbar. Im Raum Frankfurt und dem Main-Taunus-Kreis läuft seit Anfang Januar eine verschärfte Schwerpunktprüfung des zuständigen Regierungspräsidiums. Sie gilt als Indikator für den bundesweiten Trend.

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Die Prüfer gehen dabei deutlich tiefer als früher. Nicht nur der Zustand der Leitern wird begutachtet. Im Fokus stehen die gesamten Sicherheitsmanagementsysteme der Betriebe. Kontrolliert wird, ob die Gefährdungsbeurteilung die spezifischen Bedingungen der Leiternutzung abdeckt und ob die für die Prüfungen verantwortliche befähigte Person den aktuellen Kompetenzanforderungen der TRBS 1203 entspricht.

Der Kampf um die lückenlose Dokumentation

Die größte Herausforderung für Unternehmen ist technisch gesehen nicht neu, wird aber nun mit ungekannter Härte durchgesetzt: die lückenlose Prüfdokumentation. Ein einfacher Prüfaufkleber am Gerät reicht den Behörden bei einer tiefergehenden Kontrolle nicht mehr aus.

Gefordert wird ein lückenloser Nachweis über die gesamte Lebensdauer jeder einzelnen Leiter. Dazu zählen:
* Individuelle Kennzeichnung: Jedes Gerät muss eindeutig identifizierbar sein, etwa per Barcode oder Inventarnummer.
* Mängelhistorie: Die Dokumentation muss nicht nur den aktuellen Status, sondern auch gefundene Mängel und deren konkrete Beseitigung nachweisen.
* Prüferqualifikation: Der Nachweis der aktuellen Ausbildung der internen oder externen prüfenden Person.

Diese verschärften Anforderungen an eine rechtssichere Dokumentation beschleunigen die Digitalisierung in vielen Betrieben. Analoge Prüflisten gelten als nicht mehr zeitgemäß; digitale Lösungen für Inspektionsprotokolle erleben einen starken Aufschwung.

Drei Schritte zur sofortigen Compliance

Angesichts der verbindlichen Prüfquote warnt die Branche vor einer “Abwarte-Haltung”. Sicherheitsverantwortliche sollten umgehend handeln. Experten empfehlen einen Dreiklang:

  1. Inventur: Jede Leiter und jeder Tritt muss im zentralen Anlagenregister erfasst sein. Nicht dokumentierte “Geisterleitern” in Lagerräumen sind eine häufige Fehlerquelle.
  2. Dokumenten-Check: Die Prüfprotokolle der letzten zwei Jahre müssen überprüft werden. Einträge wie “geprüft, i.O.” sind oft zu unkonkret. Gefordert sind detaillierte Angaben zum Prüfumfang.
  3. Gefährdungsbeurteilung aktualisieren: Pauschale Vorlagen genügen nicht. Die Beurteilung muss betriebsspezifische Gefahren wie Bodenbeschaffenheit oder Verkehrswege berücksichtigen.

Was kommt nach der Leiter-Prüfung?

Die Intensität der Kontrollen wird voraussichtlich das gesamte erste Quartal 2026 hoch bleiben. Branchenkenner rechnen damit, dass der Fokus der Behörden im Laufe des Jahres auf andere Themen wandert. Mobile Gerüste und persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) stehen bereits auf der Agenda.

Unternehmen, die jetzt robuste und prüfsichere Dokumentationsabläufe für ihre Leitern etablieren, sind daher gut für die nächsten Kontrollwellen gerüstet. Weitere Klarstellungen von der DGUV und den Landesbehörden zu offenen Fragen werden noch für Januar erwartet.

@ boerse-global.de