Legato, Evernote

Legato und Evernote treiben die KI-Revolution der Software-Entwicklung voran

20.01.2026 - 19:24:12

Startups wie Legato und etablierte Anbieter wie Evernote treiben die Entwicklung von KI-gestützter Software-Erstellung per natürlicher Sprache voran. Diese Technologie ermöglicht hyper-personalisierte Tools und verwandelt Nutzer in aktive Mitgestalter.

Eine neue Ära der Software bricht an: Nutzer erschaffen ihre digitalen Werkzeuge künftig einfach per Sprachbefehl. Diese Woche befeuerten Millionen-Investitionen und Produktlaunches den Trend zum sogenannten „Vibe Coding“.

Führend ist das Startup Legato, das am 20. Januar 2026 eine Seed-Finanzierung von sieben Millionen Euro bekannt gab. Das Unternehmen entwickelt eine KI-Engine, mit der Geschäftsanwender direkt in bestehenden Programmen individuelle Apps per natürlicher Sprache erstellen können. Nur einen Tag zuvor hatte der etablierte Produktivitäts-Dienst Evernote ein großes Update veröffentlicht. Ein neuer KI-Assistent und eine semantische Suche ermöglichen nun auch hier die Interaktion per Konversation. Diese Schritte markieren einen fundamentalen Wandel – weg von Klicks und Menüs, hin zum Dialog.

Was steckt hinter „Vibe Coding“?

Der Begriff „Vibe Coding“ beschreibt eine radikale Vereinfachung der Software-Entwicklung. Anstatt Code zu schreiben oder Bausteine in einem No-Code-Editor zu ziehen, beschreibt der Nutzer sein gewünschtes Ergebnis in normaler Sprache. Eine KI generiert daraus die funktionierende Anwendung oder den Workflow.

„Erstelle ein einfaches Dashboard, das meine Projektfristen im Blick behält, mit visuellem Fortschritt und einer beruhigenden Farbpalette“ – so könnte eine solche Anweisung lauten. Im Hintergrund arbeiten fortschrittliche „agentische KI“-Systeme, die Absichten verstehen, mehrstufige Aufgaben planen und autonom ausführen. Legato setzt etwa ein Multi-Agenten-System ein, das wie ein virtuelles Team aus Profis agiert.

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Startups und Tech-Giganten im Wettlauf

Die aktuellen Ankündigungen zeigen ein Rennen zwischen wendigen Newcomern und etablierten Konzernen. Legatos Plattform soll direkt in bestehende B2B-Software wie CRM- oder HR-Systeme integriert werden. So können auch fachfremde Mitarbeiter eigene Tools anpassen und automatisieren, während der Software-Hersteller die Kontrolle behält. Die Gründer sprechen von einer „Platform Creator Economy“, in der Anbieter von der Kreativität ihrer Nutzer profitieren.

Parallel rüsten etablierte Anwendungen wie Evernote nach. Dessen Update „v11“ führt einen KI-Assistenten mit Chat-Oberfläche ein. Die neue „Semantische Suche“ findet Informationen basierend auf der Bedeutung, nicht auf exakten Stichwörtern.

Der Trend ist breit: Bereits zu Wochenbeginn stellte Anthropic die Funktion „Cowork“ vor, die seiner KI Claude Zugriff auf lokale Dateien zum Lesen und Bearbeiten gewährt. Google lancierte „Personal Intelligence“, das seinen Gemini-KI-Assistenten mit der persönlichen Nutzerumgebung – von Gmail über Fotos bis zur Suchhistorie – verbindet.

Hyper-personalisierte Tools für jeden Nutzer

Die Kernverheißung des Vibe Coding ist die Hyper-Personalisierung. Jeder Nutzer wird vom passiven Konsumenten vorgefertigter Software zum aktiven Mitgestalter seiner digitalen Umgebung. Ein Projektleiter muss nicht mehr auf die IT warten, sondern kann einen Workflow erstellen lassen, der automatisch Berichte aus Notizen generiert und Aufgabenlisten aktualisiert.

Dies verspricht, nicht nur persönliche Produktivität zu steigern, sondern auch die Kosten für teure Individualentwicklungen und Implementierungen massiv zu senken. Das Ziel der Pioniere ist klar: Komplexe Anpassungen sollen für jeden zugänglich und zu einer nahtlosen Erfahrung innerhalb der Produkte werden.

Analyse: Die nächste Schlacht im KI-Krieg

Die schnelle Entwicklung des Vibe Coding speist sich aus mehreren Trends: der Reife großer Sprachmodelle, dem Einsatz agentischer KI und dem anhaltenden Wunsch nach intuitiven Nutzererlebnissen. Experten sehen im Empowerment fachlicher Anwender – die ihre Bedürfnisse am besten kennen – das nächste große Schlachtfeld im Wettbewerb der KI-Anbieter.

In Unternehmen entsteht so eine neue Klasse von „Citizen Developern“ (Bürger-Entwicklern). Während dies enorme Produktivitätsgewinne bringen kann, stellen sich für IT-Abteilungen neue Herausforderungen in Sachen Sicherheit und Governance. Software wird weniger zentral und statisch, sondern fluider und individueller. Aus Ideen werden in Minuten funktionierende Anwendungen – nicht erst in Monaten.

Ausblick: Vom Assistenten zum autonomen Teammitglied

Die Entwicklung weist in eine Zukunft, in der KI nicht nur auf Befehle wartet, sondern als proaktives, autonomes Teammitglied agiert. Die Industrie entwickelt sich von Einzel-Interaktionen hin zu persistenten Agenten-Systemen, die kontinuierlich Workflows managen und optimieren.

Diese KI-Agenten werden nicht nur Tools bauen, sondern auch Fehler beheben, Updates einspielen und die Leistung optimieren – mit minimalem menschlichem Eingriff. Die Vision ist ein nahtloser Fluss von der Idee zur Ausführung. Die Grenze zwischen dem Nutzen und dem Erstellen einer App verschwimmt. Diese tiefe Integration mächtiger KI-Engines in unseren Alltag wird unsere Beziehung zur Technologie grundlegend neu definieren.

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