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Lebensmittelindustrie: So tricksen Hersteller bei gesunder Werbung

07.02.2026 - 02:53:11

Verbraucherschützer warnen vor irreführenden Werbeversprechen auf Lebensmitteln. Viele als gesund beworbene Produkte enthalten hohe Mengen an Zucker, Fett oder Salz, während Verpackungsdesign und schwammige Begriffe den wahren Nährwert verschleiern.

Verbraucherschützer warnen vor irreführenden Gesundheitsversprechen auf Lebensmitteln. Aktuelle Analysen zeigen: Viele als gesund beworbene Produkte enthalten hohe Mengen Zucker, Fett oder Salz. Die Industrie nutzt geschickt Verpackungsdesign und schwammige Begriffe, um den wahren Nährwert zu verschleiern.

Die Psychologie der grünen Verpackung

Grüne Farben, Bilder von Bauernhöfen und Begriffe wie „natürlich“ sollen ein gutes Gewissen vermitteln. Diese Gestaltung ist oft entscheidender für den Kauf als die Zutatenliste. Hersteller nutzen gezielt psychologische Effekte.

  • Farben und Bilder: Grüne und erdige Töne suggerieren Natürlichkeit. Abbildungen von Früchten oder ländlichen Szenen andeuten handwerkliche Herstellung.
  • Leere Versprechen: Begriffe wie „nach Bauernart“ oder „traditionell“ sind rechtlich kaum geschützt. Sie sagen wenig über die tatsächliche Qualität aus.
  • Regal-Tricks: Die Platzierung neben Bio-Artikeln profitiert vom positiven Image dieser Umgebung. Verbraucher schreiben dem Produkt so unbewusst Eigenschaften zu, die es nicht hat.

Gesundheitsversprechen unter der Lupe

Besonders irreführend sind die Werbeaussagen auf der Vorderseite. Was bedeuten sie wirklich?

  • „Ohne Zuckerzusatz“: Hier dürfen keine Einfach- oder Zweifachzucker wie Haushaltszucker zugesetzt sein. Das Produkt kann aber von Natur aus viel Zucker enthalten oder süßende Zutaten wie Fruchtkonzentrate, die den Gesamtzuckergehalt in die Höhe treiben.
  • „Fettarm“ oder „Light“: Der reduzierte Fettgehalt wird oft durch mehr Zucker, Geschmacksverstärker oder andere Zusatzstoffe ausgeglichen. Der Geschmack soll erhalten bleiben.
  • Protein-Boom: Der Zusatz in Pudding oder Riegeln ist oft reines Marketing. Die meisten Menschen in Industrienationen sind ausreichend mit Proteinen versorgt. Die Aufschrift rechtfertigt meist höhere Preise.

Nutri-Score und Clean Labels: Hilfe mit Haken

Auch vermeintliche Orientierungshilfen haben Tücken. Der Nutri-Score vergleicht den Nährwert innerhalb einer Produktkategorie. Die Bewertung bezieht sich aber immer nur auf 100 Gramm, nicht auf die gesamte Ernährung. So kann eine Tiefkühlpizza wegen ihres Gemüseanteils besser abschneiden als hochwertiges Olivenöl.

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Beim Trend „Clean Labeling“ werben Hersteller mit „ohne künstliche Aromen“. Oft ersetzen sie diese aber durch Zutaten, die natürlicher klingen, aber ähnlich wirken – wie Hefeextrakt anstelle von Glutamat. Das Produkt ist dadurch nicht zwangsläufig gesünder.

Greenwashing und heimliche Preiserhöhungen

Zusätzlich zu Gesundheitsversprechen setzt die Industrie auf Umwelt-Image. Greenwashing nutzt vage Begriffe wie „klimaneutral“, die oft nicht durch unabhängige Zertifikate belegt sind. Die positive Wirkung auf die Kaufentscheidung ist dennoch groß.

Gleichzeitig grassiert die „Shrinkflation“: Hersteller reduzieren die Füllmenge, lassen den Preis aber gleich oder erhöhen ihn sogar. Diese versteckten Preiserhöhungen sind für Verbraucher schwer zu erkennen. Verbraucherschützer fordern eine Kennzeichnungspflicht.

Was Verbraucher jetzt tun können

Die Politik arbeitet an strengeren EU-Vorschriften gegen Greenwashing. Bis diese umgesetzt sind, sind Verbraucher selbst gefragt. Der wichtigste Tipp: Nicht von der Vorderseite blenden lassen.

Experten raten zum kritischen Blick auf die Zutatenliste und Nährwerttabelle auf der Rückseite. Eine kurze und verständliche Zutatenliste deutet meist auf ein weniger verarbeitetes Produkt hin. Der Griff zu unverarbeiteten, regionalen Lebensmitteln bleibt der sicherste Weg, um die Marketingfallen der Industrie zu umgehen.

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