Ladungssicherung: Polizei-Kontrollen decken gravierende Mängel auf
22.01.2026 - 08:57:12Eine Welle von Verkehrskontrollen offenbart gefährliche Nachlässigkeiten im deutschen Güterverkehr. Von Nordrhein-Westfalen bis Rheinland-Pfalz stellten Polizeibeamte bei Schwerpunktaktionen teils gravierende Verstöße gegen die Ladungssicherung fest. Die aktuellen Fälle unterstreichen die dringende Notwendigkeit für eine konsequente Einhaltung der Vorschriften durch alle Beteiligten – Fahrer, Halter und Verlader. Gleichzeitig treten Anfang 2026 neue, verschärfte technische Richtlinien in Kraft. Sie erhöhen den Druck auf die Transportbranche, mehr in Schulung und Material zu investieren.
Chronik vermeidbarer Gefahren
Die polizeilichen Meldungen der letzten Tage zeichnen ein besorgniserregendes Bild. Bei Kontrollen an der Landesstraße 770 in Petershagen und Espelkamp am 21. Januar beanstandeten Beamte bei fünf Lkw-Fahrern eine unzureichende Ladungssicherung. Besonders gravierend: Ein Schwertransport mit einem Bagger wies erhebliche Mängel auf, was zu einer Anzeige führte.
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Dieser Trend bestätigte sich bundesweit. Ebenfalls am 21. Januar wurden bei einer Containerkontrolle im Hafen Germersheim diverse Mängel aufgedeckt. Die Polizeidirektion Landau meldete am 22. Januar allgemeine Verkehrskontrollen mit entsprechenden Beanstandungen. Diese Vorfälle sind keine Ausnahmen. Sie fügen sich in eine Reihe von Vorkommnissen seit Jahresbeginn ein.
So führte ein gerissener Spanngurt am 14. Januar auf der A7 bei Illertissen zum Verlust von Ladungsteilen auf allen Fahrstreifen – glücklicherweise ohne größere Sachschäden. Bei einer weiteren Kontrolle in Mittelhessen am 13. Januar zählte unzureichende Ladungssicherung ebenfalls zu den festgestellten Verstößen.
Wer trägt die Verantwortung?
Die rechtlichen Grundlagen sind klar und nehmen alle Akteure der Transportkette in die Pflicht. Gemäß § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) muss die Ladung so gesichert sein, dass sie selbst bei einer Vollbremsung nicht verrutschen, umfallen oder herabfallen kann.
Entscheidend ist die geteilte Verantwortung. Nicht nur der Fahrer haftet. Auch der Fahrzeughalter muss sicherstellen, dass das Fahrzeug mit geeigneten Sicherungsmitteln ausgestattet ist. Eine zentrale Rolle spielt zudem der Verlader. Er ist gemäß § 412 des Handelsgesetzbuches (HGB) für die beförderungssichere Verladung zuständig.
Die konsequente Ahndung von Verstößen führt zu Bußgeldern, Punkten in Flensburg und im schlimmsten Fall zur Untersagung der Weiterfahrt.
Neue VDI-Richtlinien erhöhen den Standard
Um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, orientieren sich Praxis und Rechtsprechung an den Richtlinien des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), insbesondere der Reihe VDI 2700. Sie gelten als anerkannte Regeln der Technik.
Für 2026 sind wichtige Neuerungen zu beachten. Laut Branchenberichten treten Anfang des Jahres novellierte Fassungen der Richtlinien VDI 2700 Blatt 3.2 und Blatt 16 in Kraft.
- Blatt 3.2 befasst sich mit neuen Kennzeichnungspflichten für Ladungssicherungssysteme wie Zurrgurte oder Ketten. Ziel ist eine verbesserte Belastbarkeit und Rückverfolgbarkeit.
- Blatt 16 fokussiert sich auf die Ladungssicherung in Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.
Diese Aktualisierungen zeigen einen klaren Trend zu detaillierteren und strengeren technischen Vorgaben.
Hohes Risiko, enorme Kosten
Die konstante Zahl an Verstößen ist alarmierend. Bei Kontrollen Anfang Januar in Hannover wiesen sechs von 32 kontrollierten Fahrzeugen Sicherungsmängel auf. Experten sehen die Ursachen in einem Bündel von Faktoren: Hoher Zeitdruck, mangelnde Ausbildung des Personals und der Versuch, Kosten durch ungeeignetes Material zu sparen.
Die Folgen sind gravierend. Sie reichen von beschädigter Fracht über Lieferverzögerungen bis hin zu schweren Verkehrsunfällen. Für die deutsche Wirtschaft entstehen so jährlich Schäden in dreistelliger Millionenhöhe.
Ausblick: Mehr Kontrollen und Digitalisierung
Die jüngsten Schwerpunktkontrollen deuten darauf hin, dass die Behörden den Druck 2026 hochhalten werden. Für Transportunternehmen bedeutet das: Investitionen in die Qualitätssicherung sind unumgänglich.
Dazu gehört nicht nur hochwertiges, zertifiziertes Equipment. Vor allem regelmäßige Schulungen von Fahrern und Lagerpersonal sind entscheidend. Die Digitalisierung könnte künftig eine größere Rolle spielen – etwa durch Sensoren, die die Spannung von Zurrgurten überwachen, oder digitale Ladelisten.
Angesichts der klaren Rechtslage und stetig verfeinerter technischer Anforderungen ist eine professionelle Ladungssicherung keine Option mehr. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für einen sicheren und wirtschaftlichen Gütertransport auf Deutschlands Straßen.
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