AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS: Aktien von Banken legen zu vor Abstimmung in Paris

08.09.2025 - 11:47:14

Kurz vor der Vertrauensabstimmung in der französischen Nationalversammlung hat sich der europäische Bankensektor am Montag an die Spitze des Sektortableaus gesetzt.

Am Vormittag stieg der Stoxx Europe 600 Banken EU0009658806 um ein knappes Prozent. Am deutschen Markt legten die Papiere der Commerzbank DE000CBK1001 und der Deutschen Bank noch stärker zu. Letztere trotzten damit einer Verkaufsempfehlung der Metzler Bank.

Angesichts eines am Montag drohenden Sturzes der französischen Regierung und der EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag dürften Investoren vorerst auf Sicht fahren, ist im Handel zu hören. Mit der weiteren politischen Entwicklung in Frankreich seien große Unsicherheiten für die Märkte verbunden.

Präsident Emmanuel Macron könnte im Falle eines Sturzes der Regierung Bayrous Neuwahlen ausrufen oder einen neuen Premierminister ernennen. "Wir rechnen nicht mit Neuwahlen", schrieb Rainer Guntermann, Analyst bei der Commerzbank. Macron werde wahrscheinlich einen neuen Mitte-Links-Premierminister ernennen, der mit einigen Zugeständnissen bessere Chancen habe, einen Haushalt zu verabschieden. "Damit würden politisches Chaos und Unsicherheit vermieden, aber die fiskalischen Probleme blieben bestehen", so der Experte.

Im Blick steht im Anleihenmarkt der Eurozone vor allem die Zinsdifferenz (Spread) zwischen deutschen und französischen Papieren mit zehn Jahren Laufzeit. Diese liegt bei 0,79 Prozentpunkten. Vor knapp zwei Wochen war der Abstand mit gut 0,82 Punkten auf den höchsten Stand seit Jahresanfang gestiegen. Anleger favorisieren also verstärkt als sicher geltende deutsche Papiere vor französischen Anleihen.

Die Banken der Eurozone sind stark von den Bewegungen auf den Zins- und Anleihemärkten abhängig. Sollten sich Anleger angesichts der politischen und fiskalischen Risiken in großem Stil von französischen Anleihen trennen und deren Renditen stark steigen, droht Frankreich als Schuldner und womöglich der ganzen Eurozone Ungemach. "Ein weiterer Anstieg der Spreads und Renditen könnte in Frankreich zu einer Staatsschuldenkrise führen. Und eine französische hätte das Potenzial, zu einer Eurokrise 2.0 zu führen", warnte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

AKTIEN IM FOKUS: Adidas auf Tief seit fast 3 Jahren - RBC warnt vor Enttäuschung Die Aktien von Adidas DE000A1EWWW0 sind am Freitag mit 142,55 Euro auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren abgesackt. (Boerse, 23.01.2026 - 14:26) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS: Debüt von CSG stützt Rüstungswerte trotz Ukraine-Verhandlung Rüstungswerte wie Rheinmetall DE0007030009, Hensoldt DE000HAG0005 und Renk DE000RENK730 haben am Freitag anfängliche Kursverluste abgeschüttelt. (Boerse, 23.01.2026 - 10:22) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS: Rüstung im Fokus - Ukraine-Verhandlung und CSG-Börsengang Rüstungswerte wie Rheinmetall DE0007030009, Hensoldt DE000HAG0005 und Renk DE000RENK730 sollten am Freitag im Auge behalten werden. (Boerse, 23.01.2026 - 08:33) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS: Konsolidierungsfantasie stützt Telekom-Sektor Konsolidierungsfantasie hat am Donnerstag den Sektorindex der Telekom-Werte zu einem der Spitzenreiter in der europäischen Branchenwertung gemacht. (Boerse, 22.01.2026 - 12:37) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS 2: Autowerte stark nach Trumps Entschärfung im Grönland-Streit FRANKFURT - Anleger haben am Donnerstag im Autosektor erleichtert auf die Zoll-Wende von US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland reagiert. (Boerse, 22.01.2026 - 11:19) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS: Rüstungswerte unter Druck nach Trumps Kehrtwende Im europäischen Rüstungssektor hat die am Gesamtmarkt spürbare Erleichterung über Donald Trumps Kehrtwende in der Grönland-Frage am Donnerstag belastet. (Boerse, 22.01.2026 - 09:59) weiterlesen...