Kupferpreise, Rekordhoch

Kupferpreise auf Rekordhoch: Handelskrieg trifft globale Märkte

08.01.2026 - 10:48:12

US-Zölle auf chinesische Kupferprodukte haben zu historischen Preisen und massiven Lieferkettenstörungen geführt, was die Märkte entkoppelt und die Industrie unter Druck setzt.

Die Rohstoffmärkte geraten aus dem Gleichgewicht. Der eskalierte Handelskonflikt zwischen den USA und China hat diese Woche zu historischen Kupferpreisen geführt und offenbart tiefe Verwerfungen in den internationalen Lieferketten.

Am Dienstag, dem 6. Januar, erreichte Kupfer an den internationalen Börsen mit 6,06 US-Dollar pro Pfund einen Rekordwert. Der Preisanstieg ist das Ergebnis einer perfekten Krise: Angst vor Lieferengpässen, massive Hamsterkäufe und die volle Wirkung der aggressiven US-Zollpolitik. Obwohl sich die Preise bis Donnerstag auf 5,79 Dollar je Pfund leicht entspanken, schicken die Verwerfungen Schockwellen durch alle Branchen, die auf Stromkabel und Elektroinfrastruktur angewiesen sind. Der Grund ist klar: Die 50-prozentigen US-Zölle auf chinesische Kupferprodukte haben die globalen Lieferketten vollständig durcheinander gebracht.

Panikhafte Lagerhortung treibt Rekordpreise

Was diese Woche den Markt zum Beben brachte, waren Lagerdaten, die eine beispiellose Ansammlung von physischem Kupfer offenbarten. Berichte vom Montag, dem 5. Januar, zeigten: Die Kupferbestände in US-Lagerhäusern sind seit April 2025 um etwa 400 Prozent angewachsen. Der Grund liegt auf der Hand – amerikanische Importeure und Hersteller lagern fieberhaft Material ein, um den zunehmenden Handelsrestriktionen zu entgehen.

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Der Preis überschritt diese Woche die 13.000-Dollar-Marke pro Tonne. Diese Marktbewegung ist kein reines Spekulantenfest: Sie spiegelt die echte Angst amerikanischer Käufer wider, die Zugang zu halbfertigen Kupferprodukten zu verlieren. Die Folge ist ein massiver Preisvorteil für amerikanische Märkte gegenüber dem globalen Handel – ein Phänomen, das Branchenexperten mittlerweile als „Kupfer-Chaos” bezeichnen.

Es geht nicht um abstrakte Zahlen, sondern um konkrete Engpässe bei speziellen Kupfersorten für Stromkabel und Stromnetze. Mit der wachsenden Nachfrage durch Rechenzentren und Elektrofahrzeuge hat die Zollpolitik einen kritischen Verpackungsengpass geschaffen, der nun amerikanische Industriekunden unter Druck setzt.

Die August-Zölle von 2025: Ursprung der Krise

Die Wurzeln dieser Woche liegen in Maßnahmen des Vorjahres. Im Juli 2025 kündigte die US-Administration an, 50-prozentige Zölle auf halbfertige Kupferprodukte zu verhängen – Drähte, Kabel, Stäbe – von China und anderen Ländern. Diese Regelung trat am 1. August 2025 in Kraft und sollte die inländische US-Kupferverarbeitung schützen.

Doch eine kritische Lücke im Regelwerk zerstörte das Ziel. Während fertige Kabel und Drähte mit dem abschreckenden 50-prozentigen Zoll belastet sind, bleiben raffinierte Kupferkathoden bis mindestens Januar 2027 zollfrei. Diese gespaltene Politik hat amerikanische Kabelverarbeiter dazu angeregt, Rohkupfer in Rekordmengen zu importieren – schneller, als die inländischen Kapazitäten verarbeiten können.

Das Ergebnis ist paradox: Während die Zölle chinesische Importe blockieren, füllen sich amerikanische Lager mit Rohstoff, und gleichzeitig fehlt es an den spezialisierten Kabeln, die für Bauprojekte und Infrastruktur sofort benötigt werden. Die Preisexplosion dieser Woche ist die logische Konsequenz.

Transatlantischer Bruch: USA gegen Europa

Der Handelskonflikt wirkt sich ungleich aus – und spaltet den Markt in neue Lager. Europäische Medien berichteten diese Woche, dass die Trump-Zölle eine massive Preisschere zwischen dem US- und dem europäischen Markt geschaffen haben. Während die Preise in Amerika wegen künstlicher Knappheit und Zöllen explodiert sind, bleiben die europäischen Preise relativ stabil.

Diese Divergenz stellt multinationale Konzerne vor Herausforderungen. Deutsche Kupferverarbeiter wie die Wieland-Gruppe oder KME sehen, dass der US-Markt für Kabelprodukte praktisch geschlossen ist. Für europäische Exporteure bedeutet das: Materialströme, die früher in die USA flossen, werden jetzt umgeleitet oder landen in Zolllagern.

Das Resultat ist eine Entkopplung der Märkte mit unerwarteten Folgen: Material aus China, das früher in die USA gehen würde, staut sich in Bonded Warehouses oder wird in andere Märkte umgeleitet. Gleichzeitig zahlen amerikanische Hersteller für Rohstoffe deutlich mehr als europäische oder asiatische Konkurrenten – ausgerechnet das Gegenteil von dem, was die Zölle bewirken sollten.

Ausblick: Ein Jahr der Volatilität und Knappheit

2026 wird für die Kupferindustrie ein Geduldsspiel. Die aktuelle Preiskorrektur wird sich vermutlich fortsetzen, doch die strukturellen Probleme bleiben. Experten warnen: Auf die aktuelle Hamsterkauf-Phase könnte eine Phase akuter Knappheit folgen, wenn die inländische US-Produktion nicht mithalten kann.

Ein weiteres Risiko lauert am Horizont. Die Zollbefreiung für Rohkupfer läuft im Januar 2027 aus. Sollte die US-Administration dann auch Rohkupfer mit Zöllen belegen, könnte die aktuelle „Kabelkrise” zu einer umfassenden Rohstoffkrise eskalieren.

Investmentbanken haben ihre Prognosen bereits nach oben korrigiert. Citi-Analysten gehen davon aus, dass Kupfer 2026 über 10.000 Dollar pro Tonne bleiben wird – angetrieben durch die anhaltende Nachfrage- und Angebotsunausgewogenheit in den USA. Das Kupfer-Chaos dieser Woche zeigt: Der Handelskrieg ist kein politisches Schachspiel mehr, sondern verursacht realen, messbaren Schaden für die globale Industrie. Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks müssen sich auf ein Jahr voller Volatilität und unberechenbarer Materialverfügbarkeit einstellen.

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